Nachrichten März 2007



UNTERSTÜTZUNG: Problemviertel erhalten zusätzliche Gelder

Den Haag. MG/VK/NRC/EV. 23. März 2007.

40 niederländische Wohnviertel, verteilt auf 18 Städte werden in den kommenden vier Jahren zusätzliche Gelder erhalten. Dass die neue  Koalition aus CDA (christdemokratisch), PvdA (sozialdemokratisch) und ChristenUnie (christlich-sozial) die zum Teil katastrophale Lebenssituation in bestimmten Wohnvierteln angehen würde, war schon während der Regierungsbildung deutlich geworden. Am gestrigen Donnerstag hat die neue Ministerin für Wohnen, Viertel und Integration, Ella Vogelaar, nun die vierzig Stadtteile bekannt gegeben, die mit 400 Millionen Euro jährlich zusätzlich gefördert werden sollen. Alle Städte, in deren Zuständigkeitsgebiet die jeweiligen Viertel liegen, reagierten erfreut auf die Auswahl. Mit dem zusätzlichen Geld können dringende Probleme angegangen werden. Die meisten Problemviertel liegen nach den Erkenntnissen der Ministerin in den großen Städten: sieben in Rotterdam, fünf in Amsterdam und jeweils vier in Den Haag, Utrecht und Arnheim. Auch der Utrechter Stadtteil Ondiep, in dem in der letzten Woche Unruhen entstanden waren, nachdem ein Polizist einen Bewohner erschossen hatte (NiederlandeNet berichtete), ist auf der Liste zu finden. Kritisiert wird die Auswahl von Städten und Gemeinden, die nicht aufgenommen wurden. So wurde bemängelt, dass kleinere Gemeinden, die nicht in einem Ballungsgebiet liegen, wenig Chancen hatten, auf die Liste zu gelangen. Die Kriterien, nach denen die Problemviertel definiert wurden, konzentrierten sich stark auf städtische Probleme. Untersucht wurden Arbeitslosigkeit, von den Bewohnern empfundene Unsicherheit, Umzugsquoten und Einkommen. Außer Acht gelassen wurden hingegen Kriterien wie fehlende Infrastruktur oder wirtschaftlicher Rückstand. Durch die schnelle Auswahl der Viertel, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll, blieb den zuständigen Gemeindevertretern außerdem keine Zeit für Lobbyarbeit. In den kommenden Wochen wird Ministerin Vogelaar durch das Land reisen und die einzelnen Problemviertel besuchen, um sich vor Ort ein Bild von der Situation machen zu können. Sie versprach, dass es dabei nicht nur um kurze Stippvisiten gehe: „Ich werde mindestens sechs Stunden pro Tag in den Vierteln sein und ich werde nicht nur mit Vertretern der Gemeindeverwaltung und Wohnungsgesellschaften sprechen, sondern auch mit Lehrern, Polizisten, Jugendarbeitern und Bewohnern selbst.“