Nachrichten März 2007



FINANZEN: ABN Amro verhandelt mit Barclays über mögliche Übernahme

Amsterdam. MG/VK/NRC. 21. März 2007.

Die niederländische Bank ABN Amro verhandelt noch bis zum 26. April mit der britischen Bank Barclays exklusiv über eine mögliche Übernahme. Vermeintliche andere Interessenten werden bis dahin aus den Verhandlungen ausgeschlossen. Anleger sind schon seit längerem unzufrieden mit den Gewinnspannen der großen niederländischen Bank, die im Vergleich mit anderen Banken nicht sehr lukrativ für Anteilseigner ist. Deshalb werden bereits seit September letzten Jahres Gespräche mit verschiedenen anderen Banken geführt, die an einer Fusion mit ABN Amro interessiert wären. Unter anderem könnte sich auch die niederländische Bank ING, die mit 5 Prozent die meisten Anteile an ABN Amro hält, einen Zusammenschluss vorstellen. Ende April werden die Anleger wahrscheinlich die Möglichkeit erhalten, aus drei möglichen Szenarien zu wählen: Entweder das Unternehmen fusioniert mit Barclays oder es wird der Weg des britischen Hedgefonds TCI beschritten und die Bank wird aufgeteilt oder aber der Verwaltungsratsvorsitzende Rijkman Groeninks erhält doch noch eine weitere Schonfrist, um seine Ankündigung umsetzen zu können, das Jahr 2007 zu einem ‚Erntejahr’ machen zu wollen. Die Pläne für eine Fusion wurden in den letzten Tagen von den Anlegern an der Börse sehr positiv aufgenommen und der Kurs der ABN Amro-Aktie stieg enorm an. Ob das Angebot von Barclays, pro Aktie 35 Euro zu bezahlen, vor diesem Hintergrund haltbar ist, wird sich zeigen. Analysten reagierten unterschiedlich auf den möglichen Zusammenschluss der beiden europäischen Großbanken. Einerseits würden sich die beiden Unternehmen aufgrund ihrer Präsenz in verschiedenen Ländern gut ergänzen, andererseits wären dadurch die Möglichkeiten zu Einsparungen begrenzt. Die für ABN Amro zuständige Gewerkschaft ‚De Unie’ zeigte sich von der möglichen Übernahme durch Barclays zufrieden. Ein Sprecher sagte dazu, dass man nicht unbedingt übernommen werden wolle, dass dies aber, wenn es schon sein müsse, am besten durch eine renommierte europäische Bank geschehen solle.