Nachrichten Juli 2007



FINANZEN: Barclays erhöht ABN-Amro Gebot mithilfe von asiatischen Investoren

Amsterdam. AB/NRC/VK. 24. Juli 2007.

Pünktlich zum Ablauf der Gebotsfrist zur Übernahme von ABN Amro am 23. Juli erhöhte Barclays sein Angebot auf 67,5 Milliarden Euro. Davon würden 5 Milliarden Euro von der Investitionsgesellschaft Temasek, die der Regierung Singapurs gehört, und 13,5 Milliarden Euro von der Chinesischen Entwicklungsbank, welche Eigentum des chinesischen Staates ist, übernommen. Die beiden asiatischen Investoren ermöglichen es Barclays nicht nur das Gebot zu erhöhen sondern vor allem auch mehr Bahrgeld bieten zu können als bisher. Barclays musste einen Weg finden, sein Übernahmegebot zu verbessern, weil sich das europäische Bankentrio Fortis, Royal Bank of Scotland und Santander Ende Mai mit einem sehr starken Gebot von 71,1 Milliarden Euro zu einer ernsthaften Konkurrenz entwickelt hatte (NiederlandeNet berichtete). Das neue Gebot von Barclays ist damit weiterhin niedriger als das des Bankentrios und besteht trotz des asiatischen Kapitals weitestgehend aus Anteilen. Dies ist bei dem Gebot von Fortis, der Royal Bank of Scotland und Santander genau umgekehrt. Damit kann Barclays noch immer nicht mit dem Gebot des Bankentrios mithalten, aber der Zugang zum chinesischen Markt könnte verlockend wirken. Für China wäre es die bisher größte ausländische Investition. Für ABN Amro würde es bedeuten, dass die größte niederländische Bank nicht nur britisch sondern auch chinesisch würde. Die Entscheidung um den Verkauf steht noch aus.

Nachtrag ABN-Amro kann das Barclays-Gebot nicht formal unterstützen

Amsterdam. AB/VK/NRC. 30. Juli 2007.

Die größte niederländische Bank gab heute bekannt, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt ihren Aktionären weder das neue Übernahmegebot von Barclays noch das Angebot des Bankentrios empfehlen könne und werde. Das frühere Barclays-Gebot hatte die Bank noch formal unterstützt. Jetzt findet ABN-Amro das Gebot aus finanzieller Sicht nicht annehmbar, aus strategischer Sicht hingegen weiterhin attraktiv. Gleichzeitig machte das Unternehmen auch noch mal seine Zweifel an dem Gegengebot von Fortis, der Royal Bank of Scotland und Santander deutlich. So stehe die Einwilligung der Anteilseigner von Fortis und der Royal Bank of Scotland in die Übernahme noch aus. Außerdem wisse man nicht, ob der Finanzminister, Wouter Bos, diesem Geschäft die erforderliche Zustimmung geben werde. Barclays zog sich nicht aus dem Übernahmestreit zurück, obwohl die Bank angekündigt hatte, dies ohne die formale Unterstützung von ABN-Amro zu tun. Zur Erklärung sagte das Unternhemen heute, dass die Bedingung jedoch für die weiteren Verhandlungen bestehen bleibe. ABN-Amro gab zugleich die Geschäftsergebnisse des letzten Quartals bekannt. Der Nettogewinn fiel um 7,1 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.