Nachrichten Juli 2007



GEDENKEN: Ehemaliger deutscher Botschafter in Amsterdam gestorben

Amsterdam. MG/VK/NRC. 16. Juli 2007.

Am vergangenen Freitag ist in Amsterdam der ehemalige Botschafter für West-Deutschland in den Niederlanden, Otto von der Gablentz, im Alter von 76 Jahren gestorben. Von der Gablentz kam im Jahr 1983 in einer Zeit als diplomatischer Vertreter der BRD nach Den Haag, als die Niederländer ein eher negatives Bild von seinem Heimatland hatten. Schnell schafften es von der Gablentz, der zuvor als Auslandsberater für den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt gearbeitet hatte, und seine Frau Christa, sich einen großen und sehr gemischten Bekanntenkreis aufzubauen, zu dem neben niederländischen Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern auch Prinz Claus zählte. In Deutschland konnte der neue Botschafter als Vermittler auftreten: er sorgte dafür, dass die niederländischen Reaktionen und Verhaltensweisen gegenüber der BRD in einen richtigen Kontext gesetzt wurden und somit ein wenig an Schärfe verloren. Nach sieben Jahren in Den Haag ging er 1990 als Botschafter nach Israel, wo er ebenfalls für seine diplomatischen Fähigkeiten viel Bewunderung erfuhr. Die letzten beiden Jahre vor seiner Pensionierung war er nach Moskau entsandt. Ab 1995 setzte er sich jedoch nicht zur Ruhe, sondern wurde Direktor des Collège de Brugge, wo er selbst einen Teil seines Studiums absolviert hatte. Hier konnte er sich erneut für den europäischen Gedanken einsetzen und den grenzüberschreitenden Austausch fördern. Selbst Empfänger verschiedener Auszeichnungen stand er mit seinem Namen Pate für den Von der Gablentz-Preis, der alle zwei Jahre an Personen vergeben wird, die sich in besonderem Maße für die deutsch-niederländischen Beziehungen eingesetzt haben. 1999 kehrte von der Gablentz nach Amsterdam zurück, wo er mit seiner zweiten, niederländischen Frau die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Er starb am Freitag an den Folgen eines langjährigen Krebsleidens und wird in Berlin beigesetzt.