Nachrichten Juli 2007



AFGHANISTAN: Selbstmordattentat in Uruzgan

Den Haag. MG/VK/NRC. 11. Juli 2007.

Die niederländischen Truppen der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF sind am gestrigen Dienstag erneut das Ziel eines Selbstmordattentats gewesen. Auf einem gut besuchten Basar in der südafghanischen Stadt Deh Rawod, unweit des niederländischen Basislagers sprengte sich ein Mann in die Luft und riss dabei 19 Menschen mit in den Tod, darunter zahlreiche Kinder. Niederländische Soldaten kamen nicht ums Leben, acht wurden jedoch verletzt, einer davon schwebt noch in Lebensgefahr. Der Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop (ChrsitenUnie) machte den Vorfall gestern Mittag bekannt, noch bevor alle Angehörigen informiert worden waren, da ausländische Medien bereits über den Anschlag berichtet hatten. Militärangehörige sprachen von einem feigen Attentat, das bewusst zivile Opfer in Kauf genommen habe. Noch vor wenigen Tagen hatten Taliban-Kämpfer die ISAF-Truppen dafür kritisiert, dass bei ihren Aktionen zu viele zivile Opfer in der afghanischen Bevölkerung fielen. Experten vermuten, dass die Taliban bewusst gewalttätig auftreten, um die Stimmung in der niederländischen Bevölkerung zu beeinflussen und dadurch eine Verlängerung der Beteiligung niederländischer Soldaten an der Mission über den August 2008 hinaus zu verhindern. Vor wenigen Wochen, im April dieses Jahres, war zum ersten Mal ein niederländischer Soldat in der Provinz Uruzgan bei einem feindlichen Angriff ums Leben gekommen (NiederlandeNet berichtete). Der Anschlag von gestern stellte den schwersten dieser Art in Uruzgan seit dem Ende des Taliban-Regimes im Oktober 2001 dar.