Nachrichten Januar 2007



GESCHICHTE: Briefe von Otto Frank aufgetaucht

New York. MSJ/Time/VK/TROUW. 25. Januar 2007.

Wie jetzt bekannt wurde, sind in New York bisher unveröffentlichte Briefe von Otto Frank, dem Vater von Anne Frank, aufgetaucht. Darüber berichtet heute exklusiv das Online-Magazin time.com. Die Briefe – etwa achtzig Dokumente – bezeugen, wie verzweifelt Otto Frank versucht hat, Asyl für seine Frau Edith, seine Schwiegermutter Rosa Hollander und seine Töchter Margot und Anne zu bekommen. Zwischen dem 30. April und dem 11. Dezember 1941 schrieb er aus den von Nazi-Deutschland besetzten Niederlanden an Verwandte, Freunde und verschiedene Regierungsstellen. Dabei hoffte er vergeblich, dass eine Flucht über Spanien in das neutrale Portugal gelingen könnte. Auch die Bitte um Visa für Paris, mit deren Hilfe die Familie die Vereinigten Staaten oder Kuba erreicht hätte, blieb ungehört. Die Briefe lagerten zunächst unerkannt im Archivbestand der Hebrew Immigrant Aid Society in New York, der zwischen 1948 und 1974 schrittweise an das YIVO Institute for Jewish Research überführt worden war. Dort wurde das noch nicht inventarisierte Material bereits vor eineinhalb Jahren von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin entdeckt. Der Fund wurde jedoch vorerst geheim gehalten, um rechtliche Ansprüche zu klären. Im Februar sollen die Briefe endlich veröffentlicht werden. Im Juli 1942 musste die Familie Frank in Amsterdam untertauchen. Aus dem Versteck schrieb Anne Frank ihr Tagebuch. Otto Frank überlebte als einziges Familienmitglied den Holocaust.