Nachrichten Januar 2007



AFGHANISTAN: Unruhige Zeiten für niederländische Soldaten in Afghanistan

Rotterdam. MG/VK/NRC. 23. Januar 2007.

Dass die Mission in der afghanischen Unruheprovinz Uruzgan im Rahmen der International Security Assistance Force (kurz ISAF) für die niederländischen Soldaten kein Spaziergang werden würde, stand von Anfang an fest. Es ist eher überraschend, dass bisher verhältnismäßig wenig Vorfälle gemeldet werden mussten, bei denen Mitglieder des Militärs zu Schaden gekommen waren. Am vergangenen Freitag wurden jedoch fünf niederländische Soldaten bei einem Selbstmordanschlag mit einer Autobombe verletzt, zwei von ihnen schwer. In Lebensgefahr schwebt keiner von ihnen. Nach dem Attentat lieferten sich einige Militärs ein Feuergefecht mit feindlichen Streitkräften, bei dem auf niederländischer Seite niemand verletzt wurde. Am Wochenende durften drei der fünf Verwundeten in die Heimat zurückkehren, wo sie in niederländischen Krankenhäusern weiter behandelt werden. Ihre Kameraden in Afghanistan mussten sich gestern in einem zweistündigen Feuergefecht erneut gegen Angriffe von der gegnerischen Seite verteidigen. Auch hierbei wurde von den Soldaten niemand verletzt. Kommandant Vleugels wertete den Anschlag vom vergangenen Freitag als Signal, „dass wir es mit ernsten Dingen zu tun haben. Wir waren uns immer über die Gefahr im Klaren und machen mit unserer Arbeit einfach weiter.“, so der Oberst. Schwer verletzt wurden seit Beginn der Mission im August letzten Jahres bisher zwei Soldaten: der Fahrer eines Panzerfahrzeugs verlor ein Bein durch Splitter bei einer Explosion und ein weiterer Militär erlitt eine Schusswunde während einer Patrouille. Verluste hatte das niederländische Militär bisher nur durch einen Selbstmord zu beklagen. Ein Soldat nahm sich in Kamp Holland das Leben. Trotzdem ist der Einsatz in Afghanistan keine leichte Aufgabe und auch in den kommenden Monaten muss mit weiteren gewaltsamen Auseinandersetzungen gerechnet werden.