Nachrichten Januar 2007



POLITIK: Neue Verwaltung für die Randstad gefordert

Den Haag. MG/NRC/VK. 18. Januar 2007.

Das Gebiet rund um die fünf großen Städte Amsterdam, Den Haag, Utrecht, Rotterdam und Almere, die sogenannte Randstad, steht seit gestern im Mittelpunkt politischer Diskussionen. Eine Kommission unter Leitung von Alt-Premierminister Wim Kok hatte Möglichkeiten untersucht, die Situation des Ballungsgebietes auf die Dauer zu lösen und damit die Position auch im europäischen Vergleich zu stärken. Bisher wird das Gebiet von den vier Provinzregierungen verwaltet, in denen es gelegen ist: Nord-Holland, Süd-Holland, Flevoland und Utrecht. Da die niederländischen Provinzen nicht mit den deutschen Bundesländern zu vergleichen sind, ist eine Abschaffung zugunsten einer neuen gemeinsamen Verwaltungsform durchaus diskutabel. So äußerten sich Vertreter verschiedener politischer Ebenen auch positiv zu den Empfehlungen der Kommission, die eine schnelle Neuordnung nahe legt, um dringende Probleme lösen zu können. Verglichen mit anderen Ballungszentren in Europa steht die Randstad in vielen Punkten mittlerweile immer schlechter dar. Vor allem Verkehrsprobleme sind evident und für die Einwohner des Gebietes ein tägliches Problem. Eine gemeinsame Verwaltung, so die Überzeugung der Kommission, könnte Schwierigkeiten dieser Art effizienter lösen. Neu ist die Diskussion um das Schicksal der Randstad derweil nicht. Bereits früher gab es Expertenrunden, die sich mit dem Thema beschäftigt haben. Ein Unterschied zu diesen Beratungen besteht dennoch in zweierlei Hinsicht: zum einen ist die Kommission mit Wim Kok und dem Chef des Flughafens Schiphol hochkarätig besetzt, zum anderen erfolgt die Präsentation der Ergebnisse in einer Situation der politischen Wende, platzt sie doch mitten in die Koalitionsverhandlungen der neuen Regierung. So findet Kok denn auch, dass die Randstad-Reform Teil der Verhandlungen zwischen den neuen Regierungsparteien sein sollte. In dem Gebiet im Norden der Niederlande leben etwa 40 Prozent der gesamten Bevölkerung und werden ca. 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet.