Nachrichten Januar 2007



GEDENKEN: „Dann gehen wir zum Damm!“

Amsterdam. MSJ/FNV/VK/NRC. 12. Januar 2007.

Herman Bode ist tot. Die rechte Hand des späteren Ministerpräsidenten Wim Kok, aus dessen Zeiten als Vorsitzender des Niederländischen Gewerkschaftsbundes FNV, starb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren. Mit dem legendären Schlachtruf „Wollen wir zum Damm, dann gehen wir zum Damm!“, hatte Bode 1980 bei einer Demonstration in Amsterdam Geschichte geschrieben. In einer Zeit steigender Arbeitslosigkeit ging es um Eingriffe in Tarifverträge und die Entkopplung von Löhnen und Arbeitslosenunterstützung. Damals war Bode noch stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Gewerkschaftsbundes der Niederlande (Nederlands Katholiek Vakverbond, NKV). Aus Angst vor Unruhen durch die Hausbesetzerszene sollte die Kundgebung am 4. März 1980 nicht wie geplant am Amsterdamer „Damrak“ stattfinden, dem ehemaligen Hafengebiet des historischen Amsterdams, an dem so wichtige Gebäude stehen wie der Königliche Palast und die Berlage-Börse. Der Kritik der Gewerkschaftler folgend, tat Bode seinen berühmten Ausspruch. 15 000 Gewerkschaftler zogen mit ihm an der Spitze zum „Dam“, die gefürchteten Ausschreitungen blieben aus. Auch das die Vereinigung der ehemals „versäulten“ Gewerkschaften der Katholiken und Sozialisten zum Niederländischen Gewerkschaftsbund FNV 1982 Wirklichkeit wurde, ist mit das Werk des Herman Bode. Anders als seine Vorstandskollegen, die heute meist Akademiker sind, war der gebürtige Twentener noch ein „richtiger Arbeiter“: Bereits mit 14 Jahren arbeitete er in einer Textilfabrik.