Nachrichten Januar 2007



UMWELT: Niederlande subventionieren Umweltverschmutzung durch China

Amsterdam. MSJ/VK. 4. Januar 2007.

Weil die Niederlande den Betrieb zweier Chemiefabriken in China mit lukrativen Summen unterstützen, tragen sie zu deren Umweltverschmutzung bei, wie Umweltexperten kritisieren. Die beiden Produzenten von Kühlflüssigkeit (FCKW’s) setzen bei der Herstellung ein Gas ein, das mehr als 11.000-mal so stark wie Kohlendioxyd wirkt und die Ozonschicht angreift. Bei den Subventionen geht es um eine Summe von 69 Millionen Euro durch die Niederlande. Gemeinsam mit Italien und Spanien, die ebenfalls beteiligt sind, beträgt die Gesamtsumme sogar 775 Millionen Euro, die bis 2012 fließen sollen. Dabei ist das Geld eigentlich dazu gedacht um den CO2-Ausstoß - oder den vergleichbarer Stoffen - zu reduzieren. Reiche Länder mit hohen Umweltstandards haben durch den „Clean Development Mechanism“ (CDM), eine Vereinbarung innerhalb des Kyoto-Protokolls, die Möglichkeit, sich gleichsam von ihren Umweltverpflichtungen freizukaufen, indem sie Entwicklungsländern helfen deren Umweltstandards zu verbessern. Es ist eine einfache Rechnung, die da aufgemacht wird: Mit den Geldern etwa europäischer Länder reduzieren starke Verschmutzer in Fernost ihren Kohlendioxydausstoß um viele Millionen Tonnen, was absolut gesehen einen viel größeren Anteil ausmacht, als wenn bereits relativ saubere Produzenten über CDM ihren Energiebedarf aus Wind- oder Wasserkraft finanziert bekommen. Obwohl das niederländische Umweltministerium darauf hinweist, dass nur bestehende und nicht etwa neu gebaute Fabriken subventioniert werden, warnen Umweltexperten, wie etwa Steve Sawyer von Greenpeace International vor dem „perversen Anreiz“: Durch die Subventionen sind umweltverschmutzende Fabriken höchst rentabel, sie motivieren kaum sauberere Technologien einzusetzen. Dabei werden für Kühlschränke und Klimaanlagen in Europa und den USA kaum noch FCKW’s verwendet.