Nachrichten Januar 2007



GEMEINDEN: Aus 458 werden zum Jahreswechsel 443 Gemeinden

Amsterdam. AB/VK. 3. Januar 2007.

Laut CBS (Centraal Bureau voor de Statistiek) verringert kein anderes europäisches Land so regelmäßig wie die Niederlande die Anzahl seiner Gemeinden. Belgien beschloss 1977 dreiviertel seiner Gemeinden aufzuheben, während Frankreich zum Beispiel immer noch die gleichen Gemeindegrenzen besitzt wie zu deren Entstehung im Jahr 1793. In den Niederlanden werden jährlich Gemeinden zusammengelegt. So auch zum Jahreswechsel 2006/2007, als in den Provinzen Limburg und Nord- und Südholland 10 neue Gemeinden entstanden und 15 alte von der Landkarte verschwunden sind. Nahe Rotterdam wurde beispielsweise aus den Gemeinden Bleiswijk, Bergschenhoek, Berkel und Rodenrijs das neue Lansingerland mit dem ehemaligen VVP-Parteivorsitzenden Bas Eenhoorn als Bürgermeister. Die größten Veränderungen haben die Bewohner Limburgs zu verarbeiten, wo nach jahrelangem Hin und Her aus Haelen, Hunsel, Heythuysen, Roggel und  Neer die neue Gemeinde Leudal enstand. Die Nachbarstadt Roermond, der zwar noch Swalmen zugeordnet wurde, befindet sich jetzt zwischen dem oberflächenmäßig viel größeren Leudal, der um Ambt-Montfort vergrößerten Gemeinde Roerdalen und der neuen Gemeinde Maasgouw, die aus dem früheren Gemeinden Heel, Thorn und Maasbracht besteht. Der Bürgermeister von Roermond, Henk van Beers, ist mit der neuen Situation dementsprechend unglücklich. Er erklärte, dass Roermond gerne mehr Zuwachs gehabt hätte als nur von 46.000 auf 55.000 Einwohner. Wenn er mit den Bürgermeistern von Städten wie Mönchengladbach und Düsseldorf, die beide hunderttausende Einwohner haben, an einem Tisch sitze, sei der Unterschied zu groß. In den letzten zwei Jahrhunderten konnten nur fünf niederländische Gemeinden einer Gemeindereform entkommen, nämlich Kessel, Mook und Middelaar, Venray, Winschoten und Beesel.