Nachrichten Februar 2007



LÖSUNG: Asbestschiff wird saniert

Den Haag. MSJ/VK/TROUW/NRC. 23. Februar 2007.

Endlich: Für das Asbestschiff Otapan, das seit 1999 in Amsterdam vor Anker liegt, ist eine Lösung in Sicht: Komplett eingepackt soll es heute von Schleppern über die Nordsee nach Rotterdam verbracht werden, wo es saniert wird. Der rostende Schwefeltanker enthält 77 Tonnen Asbest. Um die Otapan hatte es seit dem Fund des Sondermülls viel Unruhe und Gezerre um Zuständigkeiten gegeben. So schien die Demontage in der Türkei ein Ausweg (NiederlandeNet berichtete). Die türkischen Behörden verweigerten jedoch den Zugang zum Hafen. Der Grund: In den Papieren waren nur 1000 Kilo Asbest vermerkt. Ein Kritikpunkt, der Greenpeace auf den Plan rief und der jetzt auch vom Staatsrat (Beratungsorgan der Regierung) aufgenommen wurde: Staatssekretär für Umwelt Pieter van Geel hatte nämlich durchaus Kenntnis von der fehlerhaften Angabe. Er hatte den Export des Schiffes aber nicht gestoppt, obwohl als Verwendungszweck die „nützliche Verwertung“ des Materials vorgeschoben wurde. Dies ist allerdings nur bei recycelbaren Stoffen möglich. Greenpeace begrüßte die Rüge des Staatsrates: „Wir sind zufrieden mit dem Signal des Staatsrates“, so Liesbeth van Tongeren, Direktorin von Greenpeace Niederlande, „die Niederlande dürfen ihre Umweltprobleme nicht exportieren, jetzt nicht und nicht in der Zukunft.“ Die Otapan wurde 1965 von einem niederländischen Reeder in Auftrag gegeben und später nach Mexiko verkauft. 1999 wurde das Schiff in Amsterdam beschlagnahmt, weil der Eigner Liegegeld und Unterhaltskosten nicht mehr bezahlen konnte. Erst 2001 wurden bei einer routinemäßigen Patrouille tausende von Plastiksäcken auf dem Deck des 170 Meter langen Schiffes entdeckt. Ihr Inhalt: Restabfälle und Isolationsmaterial aus den Tanks, die offensichtlich asbestverseucht waren. Die mexikanischen Behörden fühlen sich für den Fall nicht zuständig, Vorladungen wurden als unzustellbar zurückgeschickt. In den Niederlanden sind inzwischen Kosten von rund fünf Millionen Euro aufgelaufen.