Nachrichten Dezember 2007



AMSTERDAM: Ein neues Gewand für Amsterdams Rotlichtviertel – Gemeinde Amsterdam plant einschneidende Veränderungen

Amsterdam. CK/NRC/VK. 17. Dezember 2007.

Die Zukunftspläne der Gemeinde Amsterdam sind ambitioniert: in den kommenden Jahren soll sich die Gegend um das Amsterdamer Rotlichtviertel grundlegend verändern. Pläne für eine Sanierung des Gebietes gehen einher mit schärferen Maßnahmen gegen kriminelle Machenschaften im Rotlichtmilieu. Sieben Jahre sind vergangen seit der Abschaffung des Bordellverbots; ein Ende der Kriminalität -  insbesondere des Frauenhandels und der Zuhälterei – ist nach Ansicht des Amsterdamer Bürgermeisters Job Cohen jedoch nicht in Sicht. Bereits seit letztem Jahr müssen Unternehmer im Rotlichtgewerbe auf Grundlage des sogenannten Bibob-Gesetzes einen Nachweis erbringen, dass sie nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt sind. Können sie dies nicht, bleibt ihnen die notwendige Genehmigung verwehrt. Eine Vielzahl der Amsterdamer Bordelle wird vermutlich schließen müssen, wenn diese Maßnahme im nächsten Jahr ihren vorläufigen Abschluss findet. Mit ihrem neuen Plan „Oud beroep, nieuw beleid“ ergreift die Gemeinde Amsterdam nun noch weitreichendere Maßnahmen: Dieser sieht ein Verbot der ausbeuterischen Zuhälterei sowie die Einführung einer Genehmigung für Call-Betriebe vor, die zunehmend als genehmigungsfreie Nische genutzt werden. Des Weiteren gibt es Überlegungen, Pässe für Call-Girls einzuführen und das Mindestalter für die Prostitution von 18 auf 21 Jahre zu erhöhen.

Es sei „höchste Zeit, einzugreifen“, meint der Sozialdemokrat Lodewijk Asscher: „Die Zeit, dass wir den schönsten Teil der Altstadt von Gesindel übernehmen lassen, ist vorbei.“ Hunderte Millionen sollen in den nächsten zehn Jahren fließen, um diesen Teil der Altstadt zu sanieren. Vor allem Einzelinvestoren, Investmentgesellschaften und die Gemeinde Amsterdam werden dabei die Geldgeber sein. Geplant ist unter anderem eine Neustrukturierung der beiden Boulevards Damrak und Rokin. Auch der Oude Kerksplein soll in neuem Glanz erstrahlen und eine bordellfreie Zone werden. Ganz verdrängen kann und will man das Rotlichtviertel nicht – es soll jedoch weitestgehend eingedämmt werden.