Nachrichten Dezember 2007



KLIMAGIPFEL: Niederländische Minister fordern klare Botschaft

Bali/Nusa Dua. FN/NRC/Trouw/VK. 12. Dezember 2007.

Die niederländischen Minister für Umweltschutz und Entwicklungszusammenarbeit fordern eine klare Botschaft von der Weltklimakonferenz auf Bali. Heute geht die UN-Klimakonferenz in die heiße Phase. Mehr als 150 Minister beraten über die Zukunft des globalen Klimaschutzes. Die Minister Jacqueline Cramer (Umwelt) und Bert Koenders (Entwicklungszusammenarbeit) führen die niederländische Delegation an. Sie unterstützen das ambitionierte Ziel, einen neues weltweites und für möglichst viele Staaten verbindliches Klimaabkommen zu schaffen. Im Rahmen des aktuell gültigen Koyoto-Abkommens wurden vor zehn Jahren erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen, die die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind, festgeschrieben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Teilnehmer einen Durchbruch zu erzielen: „Wir dürfen unseren Kindern nicht die Zukunft rauben.“ Das Kyoto-Protokoll läuft in fünf Jahren aus. Die Konferenzteilnehmer aus rund 190 Ländern stehen nun vor der mühsamen Aufgabe, den Klimaschutz auch über 2012 hinaus auf globaler Ebene fortzuführen. Unklar ist weiterhin, ob sich die USA am globalen Klimaschutz beteiligen werden. Die USA hatten das Abkommen zwar zunächst unterzeichnet. Unter Bush lehnte die US-Regierung jedoch die Ratifizierung und damit das endgültige Inkrafttreten der Bestimmungen ab. Durch die unkooperative Haltung der USA werden auch die Schwellenländer, die mit ihrer stark wachsenden Industrie große Mengen an Treibhausgasen produzieren, dazu verleitet, sich kritisch gegen die Eindämmung der CO2-Emission zu stellen. Die Konferenz versucht nun kollektiv Druck auf die USA, das Land mit dem weltweit höchsten Kohlendioxid-Ausstoß, auszuüben. Minister Koenders gab sich entschlossen: „Es ist ein noch sehr unsicherer Prozess, aber wir können nicht ohne deutliche Absprachen gehen.“ Anfänglich wollten sich auch die Niederlande nicht auf verbindliche Zahlen festlegen lassen. Nun plädierte Umweltministerin Cramer doch dafür, dass sich die Industriestaaten auf eine Reduzierung von 25 bis 40 Prozent der Emissionen in dem neuen Abkommen festlegen.

Ein erster Erfolg der UN-Konferenz ist die Einigung auf einen globalen Klimafonds. Er soll Entwicklungsländern helfen, die Folgen der Erderwärmung zu bewältigen. Der Anpassungsfonds, der von den Entwicklungsländern nachdrücklich gefordert worden war, soll bis 2012 ein Volumen von bis zu 500 Millionen Dollar erreichen. Das entspricht in etwa dem Zehnfachen der bisher bereitgestellten Summe.