Nachrichten Dezember 2007



PISA-Studie: Niederlande gehören weiterhin zur Spitzengruppe

Amsterdam. CK/VK/NRC/Trouw. 5. Dezember 2007.

Schreckgespenst Pisa? Nicht für die Niederlande: Auch die aktuelle Pisa-Studie, die seit dem Jahr 2000 im Dreijahresrhythmus im Auftrag der OECD durchgeführt wird, platziert das Land in allen Bereichen unter den Top Ten. Bereits im letzten Jahr wurden in 57 Staaten die Fähigkeiten von 15jährigen Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften überprüft. Im Vergleich zur letzten Pisa-Studie fielen die Niederländer in Mathematik vom 3. auf den 5. Platz zurück und auch die Lesefähigkeit verschlechterte sich um zwei Plätze auf Position 10. Dieser direkte Vergleich mit den Ergebnissen von 2003 ist jedoch nur bedingt aussagekräftig, da sich die Zahl der Teilnehmerländer seitdem um 16 erhöht hat. Auffällig sind hingegen die schlechteren Leistungen der Mädchen im Bereich Mathematik. Konnten die Jungen in etwa den Wert der vorherigen Studie halten, fielen die weiblichen Teilnehmer deutlich hinter die früheren Ergebnisse zurück. Mögliche Gründe dafür sind bislang nicht bekannt. Im Vergleich zu anderen Ländern zeigte sich zudem ein stärkerer Leistungsunterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund.

Ein Schwerpunkt der Studie lag dieses Mal auf den Naturwissenschaften. Mit Platz 9 schnitten die Niederlande auch hier überdurchschnittlich gut ab. Um so mehr überrascht das Ergebnis einer Umfrage, in der die teilnehmenden Schüler nach der Bedeutung und dem Interesse an Naturwissenschaften befragt wurden. Die große Mehrheit der niederländischen Schüler glaubt nicht daran, dass die Naturwissenschaften einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis und zur Veränderung der Welt leisten können. Mit dieser Bewertung liegen sie auf dem vorletzten Platz aller Teilnahmeländer.

Staatssekretärin Marja van Bijsterveldt (Bildung) zeigte sich zugleich erfreut über die guten Resultate, als auch besorgt: Die bisherige Spitzenreiterposition sei verwundbar, so Van Bijsterveldt. Insbesondere die schwächeren Schüler müssten mehr gefördert werden. Erst kürzlich hatte sie mit den Schulen als Ziel vereinbart, die Anzahl an Schülern, die der schlechtesten Lesergruppe angehören, von 15,1 auf 8 Prozent zu senken.