Nachrichten Dezember 2007



MILITÄR: Niederländer bleiben bis Ende 2010 in Afghanistan

Den Haag. CK/VK/NRC. 3. Dezember 2007.

Das niederländische Kabinett hat sich am Freitag für eine zweijährige Verlängerung des Einsatzes in der afghanischen Provinz Uruzgan, der im August 2008 abgelaufen wäre, entschieden. Bis zum 1. August 2010 werden die niederländischen Streitkräfte ihre führende Rolle in der Region beibehalten. Anschließend sollen die niederländischen Truppen bis Dezember 2010 aus dem Land abgezogen werden. Eine weitere Verlängerung der Mission schloss das Kabinett nach längeren internen Diskussionen aus. Außenminister Verhagen (CDA), der diese Möglichkeit weiter offen halten wollte, konnte sich diesbezüglich nicht gegen den Sozialdemokraten Bert Koenders, der einen endgültigen Abzugtermin forderte, und Verteidigungsminister Van Middelkoop (ChristenUnie) durchsetzen. Zu einer deutlichen Reduzierung der niederländischen Truppenstärke wird es nicht kommen. In den nächsten Jahren sollen weiterhin 1.400 niederländische Soldaten im Süden Afghanistans eingesetzt werden – nur 300 weniger als bisher. Zwar haben andere NATO-Staaten wie Frankreich, Ungarn, Tschechien und die Slowakei ihre Hilfe in der afghanischen Provinz zugesagt, wie diese konkret aussehen wird, ist jedoch noch nicht bekannt. (NiederlandeNet berichtete) Das Engagement anderer Länder in der Region war für die Niederländer eine wichtige Bedingung, um ihren Einsatz in Uruzgan fortzusetzen. Die Verlängerung des Einsatzes wird schätzungsweise 270 Millionen Euro pro Jahr kosten. In der nächsten Woche wird die Zweite Kammer über den Kabinettsbeschluss diskutieren. Da die Koalitionsfraktionen bereits inoffiziell ihre Unterstützung signalisiert haben, ist im Parlament jedoch mit keiner Überraschung zu rechnen.