Nachrichten August 2007



POLITK: Wilders will den Koran verbieten lassen

Den Haag. MG/VK/NRC. 8. August 2007.

Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei PVV, Geert Wilders, hat in einem Brief an die Tageszeitung Volkskrant gefordert, den Koran in den Niederlanden zu verbieten. In seinem Schreiben vergleicht er die heilige Schrift der Muslime mit dem in den Niederlanden verbotenen Buch ‚Mein Kampf’, das allerdings nur nicht verkauft werden darf. Der Besitz ist hingegen erlaubt. Wilders möchte für den Koran noch strengere Regeln durchsetzen, wonach das Buch nur noch zu Studienzwecken genutzt werden dürfte, der private Besitz und die Verwendung in einer Mosche jedoch unter Strafe gestellt würde. Mit seiner Forderung reagierte der Politiker unter anderem auch auf die Übergriffe auf den Vorsitzenden des Komitees für abtrünnige Muslime, Ehsan Jarim, vom vergangenen Samstag. Der 22-jährige Student war von einigen fanatischen Islamisten zusammengeschlagen worden, nachdem er bereits seit Wochen bedroht wurde. Seit gestern steht er nun unter Personenschutz. Es wird aber diskutiert, ob nicht bereits viel eher hätte reagiert werden müssen. Auch Wilders äußerte sich in diese Richtung und nannte es beschämend, dass nicht schon viel eher etwas für die Sicherheit des jungen Mannes getan worden war. Jarims eigene Partei, die sozialdemokratische PvdA, betonte, dass Jarim selbst keinen besonderen Schutz gewünscht habe. Der hingegen widersprach dieser Darstellung. Er fühlt sich von seinen Parteikollegen nicht gut unterstützt. „Geert Wilders hat schon drei Mal bei mir angerufen, um mir Kraft zu wünschen. Von meinen eigenen Zweite Kammer-Abgeordneten habe ich dagegen nichts gehört“, so Jarim. Innerhalb der PvdA ist Jarim aufgrund seiner Äußerungen zum Islam sehr umstritten. In seinem Brief schreibt Wilders, dass Vorfälle wie der Überfall auf Jarim immer wieder von Fundamentalisten verübt würden, sie sich dabei auf den Koran stützen. Ein Verbot des Buches hält er deshalb für angemessen. Dabei ist ihm bewusst, dass sein Vorschlag wenig Chancen hat, umgesetzt zu werden. Vertreter aller anderen in der Zweiten Kammer vertretenen Parteien nannten den Vorstoß denn auch unsinnig. Eine Anwältin aus Lelystad hat darüber hinaus Anzeige wegen Aufrufes zum Hass gegen den Politiker erstattet.