Nachrichten April 2007



AFGHANISTAN: Niederländischer Soldat gefallen

Den Haag. MG/VK/NRC. 23. April 2007.

Zum ersten Mal seit Beginn der Mission des niederländischen Militärs in der afghanischen Provinz Uruzgan ist ein Soldat bei einem feindlichen Angriff gefallen. Der 21-jährige Obergefreite von der Luftbrigade befand sich zusammen mit seiner Einheit auf einer Patrouille in der Provinz Helmand, als er bei einer Explosion ums Leben kam. Er hatte an der NATO-Operation Achilles teilgenommen und sollte in zwei Wochen in die Niederlande zurückkehren. In den letzten Monaten waren bereits vier niederländische Soldaten in Afghanistan gestorben, jedoch nicht bei feindlichen Übergriffen sondern infolge von Unfällen und Selbstmord. In diesem Jahr muss die neue Regierung in Den Haag darüber entscheiden, ob der Einsatz in Afghanistan fortgesetzt werden soll. Ursprünglich war als Rückzugszeitpunkt der 1. August 2008 mit der NATO vereinbart worden. Doch die Situation in dem Land ist bei weitem noch nicht unter Kontrolle und es ist nicht davon auszugehen, dass sich dies in den kommenden Monaten ändern wird. Im Gegenteil, die militärisch Verantwortlichen vor Ort zeichnen ein düsteres Bild. So geht es mit der Sicherheit trotz der militärischen Präsenz von 31.000 ISAF-Soldaten (darunter 1.500 Niederländer) stetig bergab. Die politischen Entscheidungsträger müssen sich nun einig werden, ob sie ihre Soldaten weiter dem Risiko aussetzen wollen oder ob sie die Mission Uruzgan für beendet erklären und damit aller Voraussicht nach den Ärger der USA und der anderen beteiligten NATO-Länder auf sich ziehen. Innerhalb des Kabinetts aus christdemokratischem CDA, sozialdemokratischer PvdA und christlich-sozialer ChristenUnie gehen die Meinungen über das weitere Vorgehen auseinander, sodass die Debatte zur Zerreißprobe für die Regierung werden könnte.