Nachrichten April 2007



FINANZEN: Übernahme von ABN Amro durch Barclays perfekt

Amsterdam. AB/NRC. 23. April 2007.

Wie Barclays und ABN Amro heute morgen bekannt gaben, sind die einmonatigen Übernahmeverhandlungen (NiederlandeNet berichtete) zu einem Abschluss gekommen. Die britische Bank Barclays wird ABN Amro übernehmen und 12.800 der 228.000 Stellen einsparen. Außerdem werden 10.800 Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagert. ABN Amro ist mit dem Gebot von Barclays, das bei 67 Milliarden Euro liegt, zufrieden. Barclays bezahlt damit 36,25 Euro je Aktie. Das liegt nur leicht unter dem Aktienwert bei Börsenschluss am Freitag. Nach der Übernahme will Barclays die ABN Amro-Tochter LaSalle für 21 Milliarden Euro an die Bank of America weiterverkaufen, sofern nicht ein anderer Interessent innerhalb der nächsten 14 Tage ein höheres Angebot macht. John Varley, der Chef von Barclays, wird auch das neu entstehende Unternehmen leiten. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende von ABN Amro, Arthur Martinez, wird seinen Posten behalten, während ABN Amro-Chef Rijkman Groenink Vorstandsmitglied wird. Ob die drei Barclays-Konkurrenten, Bank of Sctoland, Banco Santander und Fortis, noch Gegenangebote aufstellen, ist noch nicht entgültig auszuschließen. Die fusionierte Bank wird das zweitgrößte Finanzunternehmen Europas. Nur die britische HSBC ist größer. Der Hauptsitz der neuen Bank wird Amsterdam, aber als britische Gesellschaft wird sie unter britischer Aufsicht stehen.

Überraschung: Bankentrio überbietet Barclays

Amsterdam. AB/VK. 24. April 2007.

Das Konsortium aus Royal Bank of Scotland (RBS), der niederländischen Bank Fortis und der spanischen Banco Santander gab am Mittwoch überraschend ein Gegenangebot zur Übernahme von ABN Amro bekannt. Das Trio überbietet Barclays um 2,75 Euro und würde damit 39 Euro je Aktie zahlen. Die RBS drängt zudem darauf, die ABN Amro-Tochter LaSalle nicht an die Bank of America zu verkaufen. ABN Amro hat die drei Banken zu Gesprächen eingeladen.