Nachrichten Oktober 2004



VERKEHR: Verkehrschaos blieb aus

Utrecht. KA/NOS. 14. Oktober 2004.

Gähnende Leere im Bahnhof Utrecht, dem Verkehrsknotenpunkt der niederländischen öffentlichen Verkehrsmittel. Die Geschäfte haben fast alle geschlossen, nur ein paar Journalisten laufen entlang der Bahngleise um die gespenstische Atmosphäre morgens um halb acht einzufangen. Normalerweise nutzen pro Tag zwei Millionen Menschen Busse und Bahn um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen. Doch heute wird massiv in den Niederlanden gestreikt. Nur vereinzelt fahren noch ein paar Busse und Straßenbahnen. Die niederländischen Gewerkschaften streiken gegen die Regierungspolitik. Unter dem Motto „Nederlande verdient beter“ – Die Niederlande verdienen es besser – sind für die kommenden Wochen noch weitere Aktionen geplant. Erst vor zwei Wochen gab es eine Massendemonstration in Amsterdam gegen die geplante Abschaffung der Frührente und Einkürzungen bei der Arbeitslosenhilfe. Der Streik bei Bus und Bahn ist der Größte seit 15 Jahren. Das erwartete Verkehrschaos blieb jedoch aus. Der niederländische Verkehrsdienst ANWB meldet, dass sich lediglich in den Morgenstunden die Anzahl der Staus verdoppelte. Rund die Hälfte der Arbeitnehmer blieben zu Hause, ein Viertel benutzte das Auto oder fuhr mit dem Fahrrad zur Arbeit. Auch ausländische Reisende wurden vorab über den Streik informiert.