Nachrichten November 2004



MEDIEN: Islamkritische Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali plant neuen Film

Rotterdam. KA/NRC. 29. November 2004.

In der heutigen Ausgabe der niederländischen Abendzeitung NRC Handelsblad berichtet die Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali, dass sie nach dem Film Submission, den sie gemeinsam mit dem ermordeten Filmregisseur Theo van Gogh produziert hatte, einen weiteren islamkritischen Film plane. Hirsi Ali lebt seit dem 2. November, der Tag an dem Theo van Gogh ermordet wurde, abgeschottet von der Außenwelt. Auch Sie hatte aus islamistischen Kreisen Morddrohungen erhalten. Selbst ihre besten Freunde wissen nicht, wo sich die junge Parlamentsabgeordnete der liberalen Partei VVD derzeit aufhält. Das NRC Handelsblad hatte zugestimmt, Ort und Zeit des Interviews zu verschweigen, um die Sicherheit der Abgeordneten nicht zu gefährden. Der zweite Teil des Films Submission gehe darum „wie der Islam das Individuum unterdrückt, wobei die Position der Frau den Ausgangspunkt für den Film bildet“, so Hirsi Ali im NRC-Interview. Der erste Teil des Films Submission ging über die Misshandlung der Moslimfrauen. Es wurde zum Beispiel eine nackte Frau gezeigt, deren Haut mit frauenfeindlichen Koranversen bemalt war. Ayaan Hirsi Ali beschreibt ihre derzeitige Situation im ersten Interview nach dem Mord an Van Gogh wie folgt: „Psychisch gesehen bin ich in Ordnung. Ich bin nicht zusammengebrochen oder so. Ich bin mit einem Ziel in die Politik gegangen und dies werde ich auch weiterhin verfolgen. Alles ist relativ. Auch Freiheit ist relativ. In der relativen Freiheit, die ich derzeit habe, kann ich nachdenken. Ich habe Bücher, ich kann schreiben. Aber Kontakt zu Freunden und Familie, insofern ich mit diesen noch Kontakt hatte, ist vorläufig unmöglich.“