Nachrichten November 2004



LANDWIRTSCHAFT: Dioxin im Tierfutter

Münster/Den Haag. KA/NRC/LNV. 4. November 2004.

Gestern ließ Landwirtschaftsminister Jan Veerman 140 niederländische Agrarbetriebe vorsorglich schließen. Inspekteure der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA hatten einen zu hohen Dioxingehalt in der Milch eines Betriebes in Lelystad festgestellt. Der krebserregende Giftstoff sei durch Kartoffelschalen entdeckt worden, die ein kanadischer Pommes-Frites-Hersteller an die Viehzucht-Betriebe verkauft habe. Der Pommes-Frites-Hersteller bezog ein Trennmittel zur Aussortierung der Kartoffeln, welches den zu hohen Dioxiongehalt verursachte, wiederum von einem deutschen Hersteller, dessen Name bisher nicht bekannt ist. Veerman möchte nun zunächst klären, wie hoch der Dioxingehalt bei den Tieren ist, die mit den verunreinigten Kartoffelschalen gefüttert wurden. Solange die Untersuchungsergebnisse noch nicht bekannt sind, dürfen die Tiere nicht geschlachtet oder verkauft werden. Für den Menschen besteht keine Gefahr, so lange die tierischen Produkte nicht in Übermengen konsumiert werden. Auch in Nordrhein-Westfalen wurden vorsorglich drei Viehbetriebe geschlossen, wie das Landesumweltministerium heute morgen bekannt gab. Die drei Höfe hätten dioxinverseuchtes Futtermittel aus den Niederlanden erhalten.