Nachrichten Mai 2004



BERICHT 2003: Sterbehilfefälle gehen zurück - Staatssekretärin fordert Erklärung

Den Haag. KA/KNMG/VWS/VK. 27. Mai 2004.

Gestern hat die niederländische Ärzteorganisation KNMG den Jahresbericht für das Jahr 2003 der regionalen Kontrollkommissionen für Sterbehilfe vorgestellt. Die Anzahl der gemeldeten Sterbehilfefälle verringerte sich demnach im vergangenen Jahr um 67 auf 1.815 Fälle insgesamt. In 2000 gab es noch 2.123 Fälle. Die Ursache für die abnehmende Tendenz bleibt unklar: Entweder gebe es insgesamt weniger Sterbehilfefälle in den Niederlanden oder aber würden weniger Fälle gemeldet. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Anzahl der Meldungen der Ärzte, welche Sterbehilfe leisten, zwar beständig zunahm (18% in 1990, 41% in 1995 und 54% in 2001), die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Sterbehilfefälle mit 46 Prozent jedoch deutlich zu hoch liege. In einem Brief an das niederländische Parlament zeigt sich die niederländische Staatssekretärin für Gesundheitsfragen, Clémence Ross, besorgt und fordert weitere Erklärungen von den Kontrollkommissionen. „Es darf kein Missverständnis darüber geben, dass Ärzte Sterbehilfe melden müssen“, schreibt Ross in dem Brief heute. Auch wolle Ross eine Untersuchung einstellen, die sich mit der Frage beschäftigt, warum es immer noch Ärzte gibt, die Sterbehilfefälle nicht melden würden. Diese Fragestellung sei bisher noch nicht berücksichtigt worden. In mehr als Dreiviertel aller Fälle bitten Krebspatienten um Sterbehilfe.

Sterbehilfe: Brief der Staatssekretärin an das niederländische Parlament (NL)
Pressebericht der Kontrollkommissionen: Jahresbericht 2003 (NL)