Nachrichten Mai 2004



GEDENKEN: Pim Fortuyn verstarb vor zwei Jahren

Hilversum. KA/JK. 06. Mai 2004.

Zum zweiten Mal jährt sich der Todestag des rechtspopulisten Pim Fortuyn. Ein radikaler Tierschützer hatte ihn am 6. Mai 2002 im Medienpark in Hilversum erschossen. Der politische Mord sorgte für Entsetzen und Aufruhr in den sonst politisch eher ruhigen Niederlanden. Die niederländische Politik sei seitdem härter und direkter geworden, berichtet die niederländische Tageszeitung De Volkskrant. Fortuyn war ein Dandy, ein Lebemann, der gerne seinen Luxus in der Öffentlichkeit zeigte. Er war homosexuell und provozierte damit. Er brauchte den Konflikt, um Leben zu können. Fortuyn war studierter Soziologe, lehrte am Institut Nijenrode und der Universität Groningen. In den 80-er Jahren arbeitete er für den sozialwirtschaftlichen Rat der Niederlande. Am 26. November 2001 wurde der damals 53-Jährige zum Spitzenkandidat der neuen Partei Leefbaar Nederland (Lebenswerte Niederlande) gewählt. Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen gründete er im April 2002 seine Liste "Lijst Pim Fortuyn". Schließlich trafen Anfang 2002 zwei extreme Positionen aufeinander. Hier der radikale Tierschützer, dort der bekennende Freund des Luxus Pim Fortuyn. Als der während eines Fernsehauftrittes noch bekannte: „Wählt mich, dann wisst ihr, das ihr Pelzmäntel tragen dürft“; fühlte sich van der Graaf vermutlich über seine – ohnehin gegen null gehende – Toleranzgrenze hinaus provoziert. Im Prozess sagte er aus, dass er bereits ein halbes Jahr lang überlegt habe, Fortuyn „zum Schweigen zu bringen“.