Nachrichten Dezember 2004



GESUNDHEIT: Sterbehilfe bei Lebensmüdigkeit

Den Haag. KA/VK. 17. Dezember 2004.

Ärzte in den Niederlanden sollten auch Sterbehilfe leisten können, wenn Menschen lebensmüde seien. So die knappe Zusammenfassung des gestern veröffentlichten Berichtes der Kommission Dijkhuis. Nicht nur bei körperlichem und psychischem Leid soll demnach ein Leben auf Wunsch des Patienten durch einen Arzt beendet werden können, sondern auch wenn der Patient lebensmüde sei. Lebensmüdigkeit liege laut dem Bericht dann vor, wenn ein Mensch ohne Zukunftsperspektive sich sozial ausgeschlossen und einsam fühlt und dadurch starken, geistigen Schmerz erleide. Die Kommission Dijkhuis widerspricht damit einem Urteil des höchsten niederländischen Gerichtes und dem Standpunkt der Regierung. Gleichzeitig fordert der Bericht eine breite politische und gesellschaftliche Diskussion über die Frage der Sterbehilfe bei Lebensmüdigkeit. Das Thema sei sehr komplex und Ärzte würden immer häufiger mit dieser Frage konfrontiert. Anlass für die Einstellung der Untersuchungskommission war der Fall eines ehemaligen Politikers, der wie die Berliner Morgenpost berichtet, durch aktive Sterbehilfe seines Hausarztes gestorben war. Als Grund hatte der Politiker angegeben, lebensmüde zu sein. Das höchste Gericht entschied damals, dass sich der Arzt strafbar gemacht hatte.