Nachrichten Dezember 2004



MONARCHIE: Prinz Bernhard hat zwei uneheliche Töchter gestanden

Den Haag. KA/FAZ. 14. Dezember 2004.

Der verstorbene Prinz Bernhard hatte zwei uneheliche Töchter. In einem Interview mit der Zeitung „De Volkskrant“, welches in 2001 geführt und heute veröffentlicht wurde, sagte er: „Ich habe sechs Töchter“. Die unehelichen Töchter von Prinz Bernhard heißen Alexia und Alicia. Vor allem die Jüngere von beiden, Alexia (37), habe er mehrmals im Jahr gesehen. Ihre Existenz war in den Niederlanden schon seit längerem ein offenes Geheimnis. Von Alicia war bis dato jedoch nichts bekannt. Die etwa 50-Jährige lebe in den Vereinigten Staaten. Ihre Nationalität wollte der Prinz jedoch nicht bekannt geben. „Sie soll in Ruhe gelassen werden“, sagte Prinz Bernhard in dem Interview. Mit seiner im März verstorbenen Frau, Prinzessin Juliana, hatte Prinz Bernhard vier Töchter. Die derzeitige Königin Beatrix sowie die drei Prinzessinnen Irene, Margriet und Christina. In seinem Testament habe der Prinz veranlasst, dass das Erbe durch sechs geteilt wird. Am Samstag fand unter großer Anteilnahme die Beerdigung des in den Niederlanden sehr beliebten Prinzen statt. Prinz Bernhard war am 1. Dezember im Alter von 93 Jahren gestorben.

Die Interview-Serie in "De Volkskrant" sorgte für Überraschung in den politischen Kreisen. Weder der Informationsdienst des Königshauses noch Königin Beatrix und der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende wussten von den Gesprächen. Der Volskrant-Chefredakteur Pieter Broertjes und der Journalist Jan Tromp hatten insgesamt neun Mal mit Prinz Bernhard gesprochen und vereinbart, die Interviereihe nach dem Tod des Prinzen zu veröffentlichen. Balkenende sagte heute morgen in der Nachrichtensendung NOS Journaal: "Jeder Mensch hat Geheimnisse. Und jeder darf selbst entscheiden, wann diese Geheimnisse öffentlich werden." Inzwischen wird in Den Haag heftig über die so genannte "ministerielle Verantwortung" diskutiert. Denn die Minister tragen auch die politische Verantwortlichkeit für die Mitglieder des niederländischen Königshauses. Das verantwortliche Informationsamt, der Rijksvoorlichtingsdienst (RVD), kontrolliert sehr streng die öffentlichen Aussagen der Mitglieder des Königshauses. Und so wurde auch Prinz Bernhard untersagt über verschiedene Affären zu sprechen. Vor allem die kleineren Parteien wie SP, GroenLinks und D66 kritisieren die Beschneidung der freien Meinungsäußerung für Mitglieder des Königshauses. Balkenende hingegen verdeutlicht: "Die Regeln bezüglich der ministeriellen Verantwortung sind eindeutig. Je näher die Beziehung zum Staatsoberhaupt desto größer sind die Einschränkungen."