Mit dem Aufschwung der Digital Humanities werden geoinformatische Techniken und Methoden für geschichtswissenschaftliche Projekte immer häufiger hinzugezogen. Insbesondere in der Städteforschung werden geolokalisierte Datensätze zunehmend publiziert. Diese Daten stehen zwar allen frei zur Verfügung, werden allerdings meist nur von den Projektteilnehmern für Analysen benutzt. Dabei könnten sie auch für vergleichende Analysen genutzt werden: In welchen Städten war die soziale Segregation am stärksten ausgeprägt? Wo war das berufliche Clustering sichtbarer? In der Summerschool wollen wir uns insbesondere auf die Geodaten der Projekten ALPAGE über mittelalterliches Paris und DECIMA über das Florenz der Renaissance fokussieren. ALPAGE beinhaltet neben Rekonstruktionen des historischen Grundrisses und Straßennetzes auch Geodaten zu den Steuerregistern (tailles) aus den Jahren 1299 und 1300. DECIMA enthält Geodaten zum Steuerregister (decima) vom Florenz aus dem Jahr 1561. Diese Daten wurden bereits für sozialtopografische Fragestellungen herangezogen, ihr Potenzial wurde jedoch bei Weitem nicht erschöpft. Während der Summerschool wollen wir die Daten vergleichen und für unsere eigenen Fragestellungen nutzen. In Kleingruppen werden wir eigene Fragestellungen und methodische Ansätze erarbeiten. Auf diese Weise werden Sie in den Umgang mit der freien Geoinformationssoftware QGIS und mit Fragestellungen der vormodernen Sozialtopografie eingeführt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No