Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen waren mehr als eine besonders blutige Form römischer Unterhaltungskultur: Sie standen im Mittelpunkt des Gesellschaftslebens nicht nur der Metropolis Rom, sondern ebenso in italischen und provinzialen Städten der Kaiserzeit, wo sie der Bevölkerung grundlegende römische, mithin imperiale Wertvorstellungen wie Ordnung, Todesverachtung und Naturbeherrschung vor Augen führten. Hier boten sie eine privilegierte politische Bühne und waren zugleich wirtschaftliche Unternehmungen, die hohe Investitionen und aufwendige Technik und Logistik erforderten. Das Seminar versucht, im besonderen die Inschriften als erstrangige Zeugnisse für ludi und ihre Bedeutung für Gesellschaft und Politik der Kaiserzeit zum Sprechen zu bringen und den vielschichtigen Bedeutungszusammenhängen des Phänomens nachzugehen.

Teilnahmevoraussetzung: Grundkenntnisse des Lateinischen

Kurs im HIS-LSF