In der Politikfeldanalyse wird der Fokus auf politische Inhalte (Policies) gelegt – beispielsweise die Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung im Feld der Netzpolitik, die Einführung der PKW-Maut in der Verkehrspolitik oder das Verbot von Fracking im Bereich der Umweltpolitik. Die Theorien der Politikfeldanalyse stellen Erklärungsansätze dar, die das Zustandekommen solcher Inhalte verständlich machen. Dabei werden jeweils sehr unterschiedliche Aspekte politischer Prozesse betont. So wird deren Verlauf beispielsweise zurück geführt auf die Dominanz von Akteurs-Koalitionen (Advocacy Coalition Framework), die geschickte Verknüpfung etablierter Problemdefinitionen mit existierenden Lösungsansätzen (Multiple Streams Framework) oder die Überzeugungskraft politischer Erzählungen (Narrative Policy Framework). Der Lektürekurs wird einen Überblick über verschiedene Ansätze der Politikfeldanalyse bieten. Gleichzeitig soll der Kurs zu einer aktiven Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen befähigen. Dafür ist es notwendig den etablierten Theorien nicht mit ehrfürchtiger Distanz zu begegnen, sondern kritisch ihre Stärken und Schwächen zu beleuchten. Im Kurs erfolgt eine solche kritische Auseinandersetzung sowohl mit klassischen Theorien des Policy-Prozess, als auch mit neueren Ansätzen zur Dynamik von Politikfeldern. Die oftmals in englischer Sprache verfassten Texte werden über das Learnweb zugänglich gemacht.

 

Studienleistung: Referat mit Handout

Prüfungsleistung: Hausarbeit nach Maßgabe der Prüfungsordnung

 

Literatur zur Vorbereitung (nicht verpflichtend):

Weible, Christopher M. und Sabatier, Paul A. (2017): Theories of the Policy Process. 4. Aufl. Boulder: Westview Press.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2017/18