Der Ausdruck grammatischer Funktionen kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Formal lassen sich synthetische und analytische Bildungsweisen unterscheiden, wobei erstere u.a. durch die Verwendung von Affixen oder durch phonologische Prozesse (z.B. Ablaut) charakterisiert sind, letztere durch den Gebrauch von Hilfswörtern (Hilfsverben, Adverbien). Im Deutschen kann z.B. der Konjunktiv sowohl synthetisch (durch Umlaut, <ich hätte>) oder analytisch (durch Hilfsverb, <ich würde haben>) ausgedrückt werden.

Sprachgeschichtlich lassen sich Tendenzen zum einen oder anderen Bildungsmuster erkennen. Ich welche Richtung sich Sprachen entwickeln, ist grundsätzlich sprachspezifisch. In den westgermanischen Sprachen (im Seminar betrachten wir neben dem Deutschen insbesondere das Englische, Niederländische und Niederdeutsche) zeig sich allgemein eine Tendenz zum Ausbau der analytischen Bauweise. Dies soll anhand von zahlreichen Beispielen gezeigt und erklärt werden.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2017