Hauptseminar: "Glaube, Theologie und Sprache "

Die vom II. Vatikanum eingeleitete Wende ist bedeutend tiefer als gedacht. Es findet ein Auszug aus einem rund 1.700 Jahre währenden „Projekt Kirche“ statt und dieser Exodus betrifft die Sprache des Glaubens, aber auch die Sprache des Lehramtes und die Sprache der Theologie. Worin bestehen aber die Eigentümlichkeiten des theologischen Sprechens?

Der Glaube spricht von Gott und der Welt ja sogar von der Macht Gottes und vom absoluten Geheimnis des Mensch-in-Welt-seins. Auch die Philosophie spricht von den Dingen (in Welt und im Bewusstsein) und dem Mensch-in-Welt-sein. Der Glaube aber spricht in einer besonderen Weise davon. Um das Spezifische theologischen Sprechens in den Blick zu bekommen, bedarf es einer Orientierung an philosophischen Ansätzen einer allgemeinen Sprachcharakteristik geschichtlich-religiösen Sprechens.

Daher und um der Frage nachzugehen, wie der überlieferte Glaube nicht irgendwie in ein zeitgenössisches Sprachgewand gegossen werden kann, sondern der geschichtliche Glaube in einer pastoralen Weise zur Sprache gebracht werden kann, setzen wir uns in diesem Seminar sowohl mit Ansätzen moderner Sprachphilosophien auseinander, als auch mit Ansätzen einer Theologie der Glaubenssprache etwa nach Bernhard Welte, Ingolf Dalferth und Peter Hünermann, dessen Schrift Sprache des Glaubens - Sprache des Lehramts Sprache der Theologie (Freiburg i.Br. 2016) eine Lektüregrundlage dieses Seminars darstellen wird.