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BILD UND RELIGION

Die Medialität von Offenbarung


Eng damit verknüpft erscheint die Frage nach der medialen Bedingtheit von Offenbarung. Religionsgeschichtliche Ausgangshypothese ist hierbei, dass alle Religionen einem Zwang zur medialen Selbstthematisierung und Stellungnahme unterliegen, durch die geklärt werden muss, wie das Heilige überhaupt in die Welt kommt. Die mediale Grundentscheidung des mittelalterlichen Christentums ging von der Inkarnation – der Gestalt und Bildwerdung Gottes in Jesus Christus – aus. 

Waren der Mensch als imago Dei und der Träger der Offenbarung, Christus, als Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15) konzipiert, so war schon in den anthropologischen und offenbarungstheologischen Grundentscheidungen Bildlichkeit immer mit eingebunden. Aufgabe der Forschergruppe ist es zu zeigen, wie sehr diese mediale Fassung der Offenbarung den Bilderdiskurs ebenso prägte wie den Gebrauch von Bildern, etwa als Instanzen der Begegnung mit dem Heiligen. 

Zudem gilt es zu fragen, inwieweit Bilder Grenzen und Chancen solcher medialer Leistungen noch einmal selbst reflektierten.