Kommuniongesang_4a

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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Opfermesse
1: Offertorium
2: Hochgebet
3: Kommunion
- 3.1: Pater noster
- 3.2: Brechung / Mischung
- 3.3: Pax domini / Agnus Dei
- 3.4: Kommuniongesang
- 3.5: Aufbewahrung und Ablution
4: Schluss

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KOMMUNION(GESANG)

GENESE

2. Kommunionempfang der Laien: Vorbereitende Gebete

Da in der römischen Messe Gläubige und Zelebranten kommunizierten, sprachen sie auch alle die hier überschaubaren Kommuniongebete gemeinsam. Die fränkischen Liturgen veränderten und überformten den Kommunionkreis durch zahlreiche neue Gebete (s. Sign Link Kommuniongebete des Zelebranten). Auch diese waren - zumindest bei jenen wenigen Gläubigen, die des Lateins mächtig waren - gemeinsame Gebete von Klerus und Laien oder doch zumindest von Zelebrant und assistierenden Klerikern. Als Kommuniongebet wurde den Laien seit dem 11. Jh. das Domine non sum dignus empfohlen. Eine bedeutsame Quelle ist eine Kommunionandacht aus dem Kloster Montecassino. Der Ordo ad accipiendum corpus Domini beginnt mit den Psalmen 50, 15 und 38. Es schließen sich an: Kyrie, Pater noster und Credo, dann folgen in freier Fassung eine Confiteor- und Misereatur-Formel. Mehrere Versikel leiten zu den eigentlichen Kommuniongebeten über, die sich an Vater, Sohn und Hl. Geist wenden. Es folgt das dreimalige Domine non sum dignus. Nach dem Empfang spricht der Kommunikant drei Mal Verbum caro factum est et habitavit in nobis und die Doxologie Tibi laus, tibi gloria, tibi gratiarum actio in saecula saeculorum, o beata Trinitas. Weiter Gebete schließen sich an, darunter das Domine Jesu Christi Fili und das Corpus tuum Domine quod sumpsi.

Ab dem 11. Jh. verschoben sich in der Kommunionandacht der Laien erneut die Akzente: Höhepunkt war jetzt die Erhebung der Hostie nach der Wandlung. Das Altarsakrament wurde nicht mehr nur als Fleisch und Blut Christi angesehen, sondern Christus schlechthin wurde darin angesprochen, begrüßt und als Seelengast geladen (vgl. Joh 6,58: Wer mich isst vs. Joh 6,53ff: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt.)
Für den Fall, dass Gläubige den Leib Christi einmal real zu empfangen wünschten, schob man einen eigenen Gebetskreis ein, der normalerweise üblich war, wenn die Kommunion im Fall von Krankheit außerhalb der Messe gespendet wurde. Hier wird also eine eigene Kommunionliturgie innerhalb der Liturgie installiert. Sie bestand aus Pater noster mit Embolismus und Pax Domini. In dem Maße, wie auch die Krankenkommunion als Vorbild an Bedeutung verlor, etablierten sich an dieser Stelle ein Sündenbekenntnis (Confiteor) und Glaubensbekenntnis in Kombination mit dem Spruch Ecce Agnus Dei, ecce qui tollit peccata mundi und dem Domine non sum dignus. Da die Gläubigen des Lateins häufig nicht mächtig waren, wurden die Gebete stellvertretend von Priester und Messdienern für sie gesprochen.
Dass sich an dieser Stelle eine solche Vielzahl neuer Gebete und Bekenntnisse etablieren konnten, hing nicht zuletzt mit der ausgezeichneten Heiligkeit des Moments zusammen. Dies war der rechte Ort, um Eide oder Gelübde abzulegen, z.B. die Ordensprofess, oder um ein Ordal vorzubereiten.

Vor dem Empfang der Kommunion

Confiteor Deo omnipotenti, beatae Mariae semper Virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistae, sanctis Apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis et tibi Pater: quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

Ideo precor beatam Mariam semper Virginem, beatum Michaelem Archangelum, beatum Joannem Baptistam, sanctos Apostolos Petrum et Paulum, omnes sanctos, et te, Pater orare pro me ad Dominum, Deum nostrum.
Misereatur vestri omnipotens Deus, et dimissis peccatis vestris, preducat vos ad vitam aeternam.
Amen.


+ Indulgentiam, absolutionem et remissionem peccatorum nostrum tribuat nobis omnipotens et misericors Dominus.
Amen.

Ich bekenne Gott dem Allmächtigen, der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, dem hl. Erzengel Michael, dem hl. Johannes dem Täufer, den hll. Aposteln Petrus und Paulus, allen Heiligen, und dir, Vater, dass ich viel gesündigt habe in Gedanken, Worten und Werken: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine übergroße Schuld.
Darum bitte ich die selige, allzeit reine Jungfrau Maria, den hl. Erzengel Michael, den hl. Johannes den Täufer, die hll. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und dich, Vater, für mich zu beten bei Gott, unserm Herrn.
Der Allmächtige Gott erbarme sich euer! Er lasse euch die Sünden nach und führe euch zum ewigen Leben. Amen.

Nachlass, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden schenke uns der allmächtige Herr.
Amen.

Ecce Agnus Dei, ecce qui tollit peccata mundi.

Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.

Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea.

Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea.

Domine, non sum dignus, ut intres sub tectum meum: sed tantum dic verbo, et sanabitur anima mea.

Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach; aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

Zum Kommunionempfang

Mögl. Grund-Fromel (8./9. Jh.) für die Spendung beider Gestalten :
Corpus et Sanguis D.N.J.C. custodiat te in vitam aeternam.

Verbreitung mit vielfältigen Variationen, z.B. Missale von Troyes (Martène 1736/38 I, 534D):
- Corpus D.N.J.C. maneat ad salutem et conservet animam tuam in vitam aeternam. Amen.
- Sanguis D.N.J.C. sanctificet corpus et animam tuam in vitam aeternam.
- kombinierte Spendung: Perceptio Corporis et Sanguinis D.N.J.C. prosit animae tuae in vitam aeternam. Amen.

Corpus D.N.J.C. custodiat animam tuam in vitam aeternam.

Amen.










Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre deine Seele zum ewigen Leben.
Amen.




Literatur: Jungmann 1967 II, 455-463.


 
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