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> Prof. Dr. Klaus Tolksdorf am 27.04.2009

BGH-Präsident Prof. Tolksdorf hielt Rede in Münster

Am Montag, den 27. April 2009, folgte der Präsident des Bundesgerichtshofs, Prof. Dr. Klaus Tolksdorf einer Einladung der Juristischen Studiengesellschaft nach Münster. Im Rahmen der Abendveranstaltung in der Bezirksregierung am Domplatz, folgte ein ebenso gemischtes wie auch hochkarätiges Publikum dem Vortrag zum Thema „Strafrechtspflege unter Druck“. Unter den über 120 Zuhörern, die den Saal bis auf den letzten Stuhl komplett füllten, fand sich unter anderem auch die Rektorin der Universität Münster, Prof. Dr. Ursula Nelles. Besonders erfreulich war auch, dass nicht nur viele Münsteraner Richter, Staatsanwälte oder Vertreter der Anwaltschaft sondern auch zahlreiche Studenten der Einladung der Studiengesellschaft gefolgt waren.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort von Prof. Dr. Thomas Hoeren, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) in seiner Funktion als Vorsitzender der juristischen Studiengesellschaft Münster. Prof. Hoeren zeigte sich überaus erfreut, dass Prof. Tolksdorf den weiten Weg aus Karlsruhe bis nach Münster auf sich genommen hatte.
Inhaltlich befasste sich der darauf folgende Vortrag mit den neusten Entwicklungen der deutschen Strafrechtspflege, so unter anderem mit der umstrittenen Einführung einer Verständigungsmöglichkeit der Parteien im Strafprozess (sog. „Deal“). Prof. Tolksdorf verstand es dabei vortrefflich durch seinen pointierten Vortragsstil das Publikum zu unterhalten. In einer anschließenden Diskussionsrunde unter der Leitung des Münsteraner Verwaltungsgerichtspräsidenten Manfred Koopmann wurden einige Aspekte der Rede aufgegriffen und lebhaft diskutiert.
Zum Abschluss der Veranstaltung hatte die Juristische Studiengesellschaft Münster für alle Beteiligten einen Sektempfang im Foyer des Veranstaltungsraumes organisiert. So fand die Veranstaltung einen schönen Abschluss in geselliger Atmosphäre.
Für Prof. Dr. Klaus Tolksdorf, der 1948 in Gelsenkirchen geboren wurde, stellte der Besuch in Münster eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte dar. Nach seinem Abitur war er zunächst Polizeibeamter in Nordrhein-Westfalen, bevor er 1969 sein Studium in Bonn begann. Nach dem zweiten Staatsexamen war Tolksdorf Richter am LG Bonn, bevor er 1979 in den Hochschuldienst an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster wechselte. Anschließend war er von 1982 – 1985 Richter am LG Münster. In Münster wurde er 1988 zum Dr. jur. promoviert. Im gleichen Jahr erfolgte die Ernennung zum Richter am OLG Hamm. Seit 1992 ist er beim Bundesgerichtshof tätig, dessen Präsident er seit dem 1.2.2008 ist. Tolksdorf war an spektakulären Verfahren wie dem Mannesmann-Prozess oder dem Verfahren gegen angebliche Terrorhelfer beteiligt. Seit April 1994 hält er Vorlesungen zum Straf- und Strafprozessrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Münster. Für seine wissenschaftlichen Verdienste und sein großes Engagement in der akademischen Lehre wurde
er 1999 zum Honorarprofessor ernannt.