Der ägyptische Skarabäus im 1. Jahrtausend v. Chr. Eine Untersuchung zu Chorologie und Chronologie eines transkulturellen Mediums

Angelika Lohwasser
Laura Sanhueza-Pino


 Der Skarabäus, in Ägypten ab dem Mittleren Reich in Massenproduktion gefertigt, wurde im 1. Jts. v. Chr. in der Alten Welt geradezu inflationär. Zusätzlich zur Produktion in und für Ägypten beginnen Werkstätten, insbesondere in Naukratis, diese kleinen Objekte für die Mittelmeerwelt herzustellen. Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer Chorologie und Chronologie für diese ägyptischen Amulette des 1. Jts. v. Chr. Es wird erstmals ein Corpus dieser Objektgattung der ägyptischen 3. Zwischenzeit und Spätzeit zusammengestellt. Notwendig ist die Anfertigung einer Typologie, die ebenfalls für diese Zeit noch ausständig ist. Eine Chorologie der Produktionsgebiete soll die regionalen Entwicklungen der ägyptischen Kultur, wie sie sich in Form, Motivik und Stilistik von Siegelamuletten widerspiegelt, Rechnung tragen. Die Chronologie, die auf der Chorologie fußend für Produktionsgebiete getrennt erstellt wird, versucht die diachrone Entwicklung, Wiederaufnahme und Neuschöpfung neuer Typen nachzuzeichnen. Damit kann zu dem durch die Keramik bereits erstelltem chronologischen Gerüst noch eine weitere Objektgruppe als Datierungshilfe im archäologischen Kontext geliefert werden. Ziel ist vor allem die Veranschaulichung von kulturellem Wandel in diachroner und regionaler Perspektive.
(Förderung: 2008-2009 an der Freien Universität Berlin (Angelika Lohwasser), ab 1.4. 2010 bis 2012 an der WWU Münster (Laura Sanhueza-Pino), Fritz-Thyssen-Stiftung).

Griffith, in: LAAA 10 (1923), pl. XLII.11
Griffith, in: LAAA 10 (1923), pl. XLII.11
© Nabu Press
Buchcover OBO 269
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© Vandenhoeck & Ruprecht