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Sprechstunden:

Prof. Dr. Isabel Heinemann

Sprechstunden im Wintersemester 2019/20

Mittwochs von 14 bis 15 Uhr

und nach Vereinbarung per Email.

Zimmer 13c, Fürstenberghaus, Domplatz 20-22.

Lehrveranstaltungen
Isabel Heinemann

WINTERSEMESTER 2019/2020

Vorlesung : Der Nationalsozialismus. Aktuelle Forschungskontroversen

Mittwoch, 10.00-12.00 Uhr, Schloss S2

Die nationale wie internationale Forschung zum Nationalsozialismus scheint unüberschaubar. Gleichzeitig sind präzises Wissen und eine klare Einordnung dieser für die deutsche und europäische Geschichte so zentralen Epoche auch zukünftig unabdingbar. Die Vorlesung versteht sich folglich als eine Expedition in den Literaturdschungel und will einen Überblick bieten über historische und aktuelle Forschungen. Dabei sollen aktuelle Themen und Trends ebenso diskutiert werden wie historiographische Kontroversen. Methodisch geht es v.a. um Zugänge der Gesellschaftsgeschichte des NS, wobei auch Geschlechter-, Kultur-, Wissens-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte betrachtet werden. Zweiter Weltkrieg, Massenvernichtung und Holocaust, aber auch NS-Besatzungs- und Sozialpolitik werden hierbei als transnationale Phänomene verstanden, die ausgehend von Deutschland weite Teile Europas und der Welt betrafen. Neben dem „Deutschen Reich“ richtet sich der Fokus daher auf annektierte, besetzte, kollaborierende und sympathisierende Staaten. Folglich wird gerade auch die internationale Historiographie von Bedeutung sein, aber auch die Frage der Vermittlung einzelner Segmente der NS-Geschichte im Museum, im Fernsehen und in Digital Humanities-Formaten. Vor allem will die Vorlesung dazu einladen, eigene Fragen an die NS-Zeit zu entwickeln und zu eigener Lektüre anregen.

Einführung:

Dietmar Süß: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“. Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich, München 2017.


Hauptseminar mit Dr. Julia Paulus: Krieg und Geschlecht

Dienstag, 10.00-12.00, Fürstenberghaus - F 033

Das Seminar möchte ausgehend von neuen Forschungen zu Handlungsspielräumen und Geschlechterrollen im Zweiten Weltkrieg der Frage nachgehen, wie die Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland und international Handlungsräume für Frauen und Männer eröffneten und schlossen und welche Folgen dies zeitigte. Auch bleibt zu klären, was Krieg für Konzepte von Männlichkeit(en) und Weiblichkeit(en), Heteronormativität und überhaupt von „Geschlecht“ bedeutete. Wie veränderten sich Selbst- und Fremdwahrnehmung von Soldatinnen und Soldaten, aber auch durch Versehrtheit, Ethnizität oder Religionszugehörigkeit marginalisierten Männern und Frauen im Kontext von Krieg und Gewalt? Der dritte Fragenkomplex betrifft Zusammenhang zwischen Krieg, Geschlecht und Rechten (Frauenrechten, politischen Gleichheitsrechten, aus rassisch und ethnischen Gründen verwehrten Rechten), ein vierter die Frage nach dem Zusammenhang von militärischen Auseinandersetzungen und sexueller Gewalt.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zu eingehender Lektüre in deutscher und englischer Sprache voraus, ebenso zur eigenständigen Auseinandersetzung mit historischen Quellen.

Zur Einführung:

Gewalt und Geschlecht: Männlicher Krieg – Weiblicher Frieden?, Hg. v. Gorch Pieken / Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden 2018.


Übung: Keimzelle des Rassenstaates? Die Familie im Nationalsozialismus

Mittwoch, 12.00-14.00, Fürstenberghaus F  030

Im Nationalsozialismus wurde die „erbgesunde, arische Familie“ als Basis der neuen „Volksgemeinschaft“ glorifiziert und kam in den Genuss zahlreicher finanzieller Förderungen wie Ehestandsdarlehen, Steuererleichterungen, manchmal sogar staatlich finanzierte Ferienfahrten. Zudem profitierten deutsche Familien von den Waren und Gütern, welche die Bevölkerung der besetzten Gebiete, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, und schließlich die ermordeten Juden erwirtschaftet hatten. Aus rassischen oder sozialen Gründen „unerwünschte Familien“ hingegen wurden zu Opfern der deutschen Rassen-, Expansions- und Vernichtungspolitik: durch Euthanasie, Vertreibungen und schließlich Massenmord. Die Übung will – gestützt auf intensive Lektüre von internationaler Forschungsliteratur und die Beschäftigung mit verschiedensten Quellengattungen – ausloten, wie Familien lebten im Nationalsozialismus zwischen Inklusion und Exklusion, wie sich Geschlechterrollen und intergenerationelle Beziehungen im Krieg änderten und inwiefern die Familie Verfolgten wie auch NutznießerInnen des Regimes Spielräume bot für Resilienz.

Zur Einführung:

Lisa Pine: Family and Private Life, in: Baranowski, Shelley / Nolzen, Armin / Szejnmann, Claus-Christian (Hg.): A Companion to Nazi Germany. Oxford 2018, S. 351-366.