Prof. Dr. Isabel Heinemann

Sprechstunden

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Die Sprechstunde von Prof. Dr. Isabel Heinemann findet im Sommersemester 2021 donnerstags, von 13 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung per Email statt.

Prof. Dr. Isabel Heinemann

Spektrum der Lehrveranstaltungen

  • Nationalsozialismus und Holocaust
  • Geschichte der beiden Weltkriege
  • NS-Täterforschung und Familie im NS
  • Geschichte von Rassismus und Humangenetik
  • Geschichte der USA von den Anfängen bis heute
  • Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der USA im 20. Jahrhundert
  • Geschichte Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert
  • Vergleichende Geschichte moderner westlicher Gesellschaften
  • Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland und den USA
  • Geschichte des Frühsozialismus in Europa
  • Disability History
  • Gendergeschichte
  • Wissensgeschichte
  • Postcolonial Studies
Prof. Dr. Isabel Heinemann

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2021

Einführungsvorlesung Neuere und Neueste Geschichte: American Families - Familie als Zugang zur Sozial-, Kultur- und Geschlechtergeschichte der USA im 19. und 20. Jahrhundert, Do. 10-12 Uhr, digital via Zoom

Die Teilnahme ist über das Einschreiben in den Learnweb-Kurs möglich. Für den Einschreibeschlüssel zum Learnweb-Kurs wenden Sie sich bitte per E-Mail an Isabel.Heinemann@uni-muenster.de.

Das 20. Jahrhundert war in den USA dasjenige der Kernfamilie, der „nuclear family“, in der Regel bestehend aus zwei Generationen, Eltern und Kinder. Doch inwiefern wirkte sich diese sehr konstante äußere Form des Familienideal aus auf die Geschlechter- und Generationenordnungen in dieser „Basiseinheit“ der Gesellschaft. Zu welchen Zeiten und durch welche historischen Prozesse wurden Grundannahmen, wie das Prinzip des männlichen Ernährers, die heteronormative Ehe als Basis der Familie, oder auch die Vorstellung, dass die ideale Familie weiß und der Mittelschicht zugehörig sein sollte, in Frage gestellt? Wie wurden zentrale Konfliktfelder wie Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion verhandelt? Was lässt sich hieraus wiederum für die Geschichte der USA vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart lernen?

Die Vorlesung führt am Beispiel der US-amerikanischen Familie ein in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf gesellschafts-, kultur- und geschlechtergeschichtlichen Zugängen zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Vorlesung richtet sich einerseits an Studienanfänger, andererseits an Studierende, die sich intensiver mit der Gesellschafts- und Geschlechtergeschichte der USA befassen wollen. Die Bereitschaft, ausgewählte auch englischsprachige Texte zur Vertiefung der Vorlesungsinhalte zu lesen, wird vorausgesetzt.


Hauptseminar: Der lange Schatten des NS: Familien in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, Fr. 10-12 Uhr, ditigal via Zoom

Gegenwärtige Familienpolitiken und die konfliktreichen Diskurse über Reproduktion in den europäischen Gesellschaften sind nur zu verstehen, wenn man eine historische Perspektive anlegt, welche von den internationalen Konjunkturen der Eugenik über die europäische Zwischenkriegszeit bis zu den Auswirkungen der nationalsozialistischen Rassenpolitik nach 1945 reicht. Hier setzt das Hauptseminar an und fragt in interdisziplinärer und transnationaler Perspektive nach der Geschichte der Familien- und Reproduktionspolitiken im 20. und frühen 21. Jahrhundert. So wollen wir Antworten geben auf die Frage, nicht nur wie gegenwärtig die Rechte von Frauen, Individuen und Familien im Bereich der Reproduktion verhandelt werden, sondern auch warum dies so ist. Wir betrachten die ehemals nationalsozialistisch besetzten oder verbündeten Länder als einen von ethnischen Neuordnungsversuchen gekennzeichneten Raum mit charakteristischen regionalen Spezifika. Heuristisch unterscheiden wir in Regionen, die als Kernräume der deutschen (Besatzungs)Herrschaft firmierten (Polen, Deutsches Reich), als „germanisch“ galten (Niederlande, Norwegen) sowie solche, die befreundet / verbündet / abhängig waren (Spanien, Italien, Frankreich).


Übung: Frühsozialistische Gesellschaftsentwürfe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Do. 14-16 Uhr, digital via Zoom

Die Übung untersucht die Gesellschaftsentwürfe der europäischen Frühsozialisten in geschlechterhistorischer, wissensgeschichtlicher und transnational vergleichender Perspektive. Hierbei werden die Reformprojekte Charles Fouriers und der Ecole Societaire ebenso betrachtet wie die transatlantischen Reformanstrengungen des britischen Textilunternehmers und Sozialexperten Robert Owen oder die Union ouvrière der Französin Flora Tristan. Interessant an diesen Entwürfen ist nicht nur ihr Pioniercharakter Zeugnisse früher sozial(wissenschaftlicher) Expertise, sondern auch ihre transnational vergleichende Argumentation und auch die Tatsache, dass Frauen und Arbeiter*innen als bislang sozial diskriminierte Gruppen identifiziert und ins Zentrum der Überlegungen gestellt wurden. Die Übung zielt dabei nicht nur auf eine Neuperspektivierung der transnationalen Geschichte des Frühsozialismus, sondern möchte neue Einblicke bieten in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts: So werden Genese und Zielsetzung der Gesellschaftsanalysen des Frühsozialisten mit denen des wissenschaftlichen Sozialismus von Karl Marx und Friedrich Engels verglichen im Hinblick auf den Platz, den sie Frauen in Wirtschaft (Frauenarbeit), Gesellschaft (traditionelle Familie) und rechtlich-politischer Sphäre zubilligten bzw. verweigerte.


Übung: Cold War Feminism. Frauenbewegungen und politischer Aktivismus von Frauen in einer geteilten Welt, Fr. 12-14 Uhr, digital via Zoom

Im Kalten Krieg war auch der Umgang mit politischen Frauenrechten und sozialen Handlungsräumen von Frauen ein Schauplatz des Systemkonflikts: Während die Länder der sowjetischen Einflusssphäre die politische Gleichstellung von Frauen und damit auch die massenhafte Erwerbstätigkeit von Frauen zur Basis ihres Gesellschaftsentwurfs machten, nahmen die Länder des Westens die patriarchale Geschlechterordnung der bürgerlichen Familie als Ausgangspunkt ihrer Gesellschaftsordnung und zementierten so bis weit in das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts hinein die eklatante Ungleichbehandlung der Frauen durch Trennung der öffentlichen und privaten Sphären. Dabei versuchten Sowjetunion und USA und ihre Verbündeten jeweils auch ihre Geschlechterordnungen auf dem Wege invasiver Entwicklungspolitiken in die Länder des globalen Südens zu exportieren, die wiederum vor Ort auf eigene Aneignungs- und Gegenbewegungen von Frauen trafen. Erst das Ende des Kalten Krieges brachte Bewegung in die Geschlechterordnungen in Ost und West zugunsten einer erneuten Thematisierung von Frauenrechten und einer Ausweitung bzw. Neubegründung globaler feministischer Bewegungen. Hier setzt die Übung an und vergleicht Gleichstellungspolitiken und vor allem weiblichen Aktivismus in Ost und West in der Zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Insgesamt wissen wir noch viel zu wenig darüber, wie sich Frauen in den beiden politischen Einflusssphären seit Mitte des 20. Jahrhunderts organisierten, wie sie den vielfältigen Einhegungen ihrer Rechte begegneten, wo sie im Systemkonflikt Potentiale zu nutzen verstanden und neue Freiräume erstritten (und wie diese jeweils definierten), wo Austausch- und Verständigungsprozesse lagen, wo Konfrontationen entstanden (mit Männern, Experten, Regierungen, (ehemaligen) Kolonialmächten oder patriarchal strukturieren sozialen Bewegungen (Studentenbewegungen, aber auch antikoloniale Befreiungsbewegungen), politischen oder ideologischen Gegner*innen, Konzernen). Kurz: die Geschichte der Globalisierung im Kalten Krieg und der Herausbildung einer neuen globalen Ordnung ab 1989/91 bietet immens viel ungeschöpfte Potentiale für neue Forschungen, wenn man sie auch als eine Geschichte weiblichen Aktivismus und des Feminismus begreift und analysiert.


Examenskolloquium für Doktorand*innen, MA und BA, 18. und 19. Juni 2021, digital via Zoom, gemeinsam mit PD Dr. Christoph Lorke

Das Kolloquium richtet sich an Studierende im BA/MA, die im Sommersemester ihre Abschlussarbeit verfassen und an Doktorand*innen. Gemeinsam wollen wir Themenideen und erste Ergebnisse diskutieren. Alle Teilnehmer*innen präsentieren ihre Arbeiten in einem 20-minütigen Kurzvortrag, der dann ausgiebig im Plenum besprochen wird. Es können vorab auch Kapitel und Exposés zur gemeinsamen Lektüre zur Verfügung gestellt werden.

Anmeldung bitte per Mail bei den beiden Veranstaltern. Am 23.4.2021 treffen wir uns 14 Uhr zu einer ersten Zoom-Sitzung, um die Block-Sitzungen am 18. und 19.6.2021 zu planen.


Kolloquium: Familie und Verwandtschaft. Historische und aktuelle Zugänge, Do. 18-20 Uhr  (Einzeltermine), digital via Zoom, gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Hecht und Prof. Dr. Elisabeth Timm

Das interdisziplinäre Forschungskolloquium richtet sich v.a. an Studierende der Geschichtswissenschaft und der Kulturanthropologie, steht aber auch Interessierten aus weiteren Disziplinen offen. Es bringt Forscher*innen und Studierende, die zu den Themen "Familie und Verwandtschaft" arbeiten, im interdisziplinären Austausch zusammen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Das Programm zum Download und die Anmeldemodalitäten finden Sie hier.