Lukas Alex, M. Ed.

© Lukas Alex

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand
im DFG-Projekt "Bevölkerung, Familie, Individuum"
an der Professur für Neueste Geschichte,
Prof. Dr. Isabel Heinemann

Westfälische Wilhelms-Universität
Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
Zimmer 13c
D-48143 Münster

Tel.: +49 251 83-29857
Lukas.Alex@uni-muenster.de

 


 

Mitglied im Netzwerk Geschichte der Bio- und Medizinethik [GBME]

Mitglied in der Online-Redaktion des Arbeitskreis NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V.

Mitglied im Netzwerk der Doktorand:innen zur westfälischen Landesgeschichte der Historischen Kommission Westfalen

  • © Archiv der Max-Planck-Gesellschaft

    Forschungsprojekt

    Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik 1949–1965

    DFG-Projekt 2022-2024
     

    Das Anliegen der hier vorgeschlagenen Studie ist eine Geschichte der Produktion, Zirkulation und Rezeption humangenetischen Wissens an der Scharnierstelle zwischen Diktatur und Demokratie. Sie untersucht die Geschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik mit Blick auf ihre Akteur*innen, die Systematisierung und Ordnung von Wissenschaft und Wissensbeständen, sowie die Repräsentation und Medialität humangenetischen Wissens. Den Ausgangspunkt der Analyse bildet die Frage nach dem Wandel der Begriffe „Bevölkerung“, „Familie“ und „Individuum“ als Leitkategorien humangenetischer Forschung und Beratung. So lassen sich Kontinuitäten und Transformationen humangenetischer Wissensbestände in einer Phase institutioneller und forschungspraktischer Reorganisation präzise bestimmen – ohne vorschnellen Kontinuitätshypothesen oder euphemistischer Neuanfangserzählungen aufzusitzen.

    Im Blickfeld der Untersuchung stehen fünf humangenetische Forscher und die von ihnen geleiteten Institutionen: Otmar Freiherr von Verschuer (Münster), Hans Nachtsheim (Berlin), Fritz Lenz (Göttingen), Wolfgang Lehmann (Kiel), Karl Saller (München). Sie haben an entscheidender Stelle die Rassenforschung des Nationalsozialismus geprägt und konnten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Karrieren fortsetzen. Diese fünf Protagonisten standen in den 1950er Jahren den einzigen humangenetischen Forschungsstätten in der BRD vor und konnten damit, so ist zu vermuten, entscheidenden Einfluss auch auf die Restrukturierung und inhaltliche Ausrichtung der Disziplin nach 1945 nehmen.

    Unter welchen Bedingungen wurde die NS-Leitwissenschaft der Rassenforschung nach 1945 zur gesellschaftlich akzeptierten Humangenetik? Woran wurde geforscht und vor allem: Inwiefern strebten die Akteur*innen eine Kontinuität oder Neuerung zu den Forschungspraktiken der „Rassenhygiene“ an? Wie gestaltete sich die Beziehung zu Politik und Gesellschaft und welche internationalen Kooperationen konnten nach 1945 aufrechterhalten werden?
    Als thematischer Zugang wählen wir eine an Philipp Sarasin angelehnte Untersuchung der Akteure*innen, Systematisierung und Ordnung sowie Repräsentationsformen und Medialität humangenetischen Wissens. In den einzelnen Perspektiven verschränken sich ausgewählte Methoden der Zeitgeschichte, STS, Historischen Epistemologie, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, um der inhaltlichen Breite der Nachkriegs-Humangenetik analytisch gerecht zu werden. Zentrale Quellenbestände sind Nachlässe, Publikationen, Vorträge, (internationalen) Korrespondenzen und Instituts- sowie Forschungsakten der Protagonisten.

     

  •  Curriculum Vitae

    Seit 1/2022 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt "Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik 1949-1965" an der Professur für Neueste Geschichte, Prof. Dr. Isabel Heinemann
    Seit 4/2021

    Promotionsstudium der Neueren und Neuesten Geschichte an der WWU Münster unter dem Arbeitstitel: "Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik 1949-1965"

    7/2019 bis 12/2020

    Studentische Hilfskraft an der Professur für Neueste Geschichte, Prof. Dr. Isabel Heinemann an der WWU Münster

    10/2018 bis 4/2021

    Masterstudium für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und Mathematik an der WWU Münster

    5/2018 bis 6/2019 Studentische Hilfskraft im Teilprojekt A4 „Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert“ (Leitung: Prof. Dr. Isabel Heinemann) des Sonderforschungsbereichs 1150 „Kulturen des Entscheidens“ an der WWU Münster
    10/2014 bis 9/2018 Bachelorstudium der Geschichte und der Mathematik an der WWU Münster

     

  • Publikationen

    Sammelbandbeiträge

    • Scheitern problematisieren - Otmar von Verschuer und das Münsteraner "Genetik-Register", in: Sebastian Schuol und Michael Jungert (Hrsg.): Scheitern in der Wissenschaft. Perspektiven der Wissenschaftsforschung, Paderborn 2022, S. 79-105. Mentis/Brill
    • Mutation oder Vererbung? Das Münsteraner „Genetik-Register“, das Atomministerium und die Frage nach Kontinuitäten in der humangenetischen Forschung, in: Daniela Hettstedt, Thomas Raithel und Niels Weise (Hrsg.): Im Spielfeld der Interessen. Das bundesdeutsche Atom- und Forschungsministerium zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, 1955-1972, München 2023 [im Erscheinen].

    Blogbeiträge

    • Human Genetics with(out) Eugenic Knowledge? Towards a History of Knowledge about Human Heredity in West Germany, im Blog "History of Knowledge" des Deutschen Historischen Instituts in Washington, 9.9.2022. Link
    • Mutanten im Münsterland? Das „Genetik-Register“ des Instituts für Humangenetik Münster als regionale Quelle der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, im Blog "Westfalen/Lippe - historisch" der Historischen Kommission für Westfalen (LWL), 9.9.2022. Link

    Tagungsberichte

    • mit Daniel R. Bonenkamp: Tagungsbericht HT 2021: Geschlecht und Demokratie: Deutungskämpfe um die Ordnung der bundesrepublikanischen Gesellschaft, 05.10.2021 – 08.10.2021, hybrid (München), in: H-Soz-Kult, 12.1.2022, Link
    • Tagungsbericht: Gender and Ethnonationalism: A New Era of Reproductive Choices and Constraints?, 27.07.2019 – 29.07.2019 Münster, in: H-Soz-Kult, 06.03.2020. Link
  • Vorträge

    Gehaltene Vorträge

    • "Scientific community als Schicksalsgemeinschaft: Die Wissensnetzwerke der Rassenhygiene zwischen institutionellen Zusammenbruch und Wiedereingliederung in das westdeutschen Wissenschaftssystem (1945–1965)", im Rahmen des DoktorandInnenkolloquiums Forschung for Future am Historischen Seminar der WWU Münster, 10.01.2023.
    • "'Modellversuch'? Diskussionen um die Gründung der Genetischen Beratungsstellen" auf dem Symposium "50 Jahre Genetische Beratungsstelle Marburg" in Marburg, 28.9.2022. Tagungsbericht
    • "Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik", Projektvorstellung im Forschungskolloquium für Doktorandinnen und Doktoranden zum Themenkomplex der NS-"Euthanasie", Zwangssterilisation und Eugenik an der Gedenkstätte Hadamar, 6.-8.10.2022.
    • "Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik", Projektvorstellung im Kolloquium des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Düsseldorf, 15.2.2022.
    • "Bestand des Instituts für Humangenetik im Universitätsarchiv Münster", im Rahmen der LWL-Vortragsreihe zu Archiven und Beständen der Regionalsgeschichte im Kontext der Wanderausstellung "Geschichte und Erinnerung" des Bundesarchivs und der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) im LWL-Landeshaus Münster, 24.2.2022.
    • "Vom langen Schatten in ein neues Licht? Dimensionen der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik" auf dem Arbeitstreffen "Leben machen" des interdiziplinären Forschungsnetzwerks Geschichte der Bio- und Medizinethik, 24.2.2022. (Digital) Link zum Programm
    • "Zweckentfremdet? Die "Genetik-Register" in der frühen Bundesrepublik und deren Bedeutung für eine Wissensgeschichte der Humangenetik, Medizinhistorische Kaffeerunde am Institut am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen, 10.9.2021. (Digital)
    • Projektvorstellung: "Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik, 1949-1965", Leopoldina-Symposium Geschichte, Theorie und Ethik der Humangenetik, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 7.10.2021.
    • „Scheitern - Eine Frage des Standpunktes? Otmar Freiherr von Verschuer und das Münsteraner Genetik-Register“, Tagung Scheitern in der Wissenschaft - Perspektiven der Wissenschaftsforschung, Zentralinstitut für Wissenschaftsrefletion und Schlüsselquaifikation an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen, 17.9.2021. (Digital) Link zur Tagungsseite
    • „Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik 1949–1965“, Arbeitstreffen: Geschichte der Bio- und Medizinethik, Forschungsnetzwerk Geschichte der Bio- und Medizinethik, Jena 18.02.2021. (Digital) Link zum Netzwerk
    Graphic Record des Vortrags: "Scheitern - Eine Frage des Standpunkts?" 17.9.2021
    © Wolfgang Irber
  • Preise und Auszeichnungen

    • Oktober 2022: Lukas Alex wurde für seine Masterarbeit Den kranken Genen auf der Spur? Populationsgenetische Forschungspraktiken und das „Genetik-Register“ des Instituts für Humangenetik in Münster, 1956–1986 mit dem "Dr. Victor Otthöfer-Förderpreis" in der Kategorie Geisteswissenschaften ausgezeichnet.
    • September 2021: Lukas Alex erhielt für seine Masterarbeit Den kranken Genen auf der Spur? Populationsgenetische Forschungspraktiken und das „Genetik-Register“ des Instituts für Humangenetik in Münster, 1956–1986 eine lobende Erwähnung im Rahmen der Verleihung des Förderpreises der GWMT.