Professur für Neueste Geschichte

© Isabel Heinemann

Prof. Dr. Isabel Heinemann

Westfälische Wilhelms-Universität
Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
Zimmer 13b
D-48143 Münster
Tel.: +49 251 83-25458
isabel.heinemann@uni-muenster.de

Sprechstunden im Wintersemester 2022/23: Mi. 14-15:00 Uhr u. nach Vereinbarung per E-mail.

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Zum 1.2.2023 übernehme ich den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth.

Sie erreichen mich künftig unter folgender Adresse:

Lehrstuhl für Neueste Geschichte
Universitätsstraße 30, GW II
Universität Bayreuth
95447 Bayreuth

isabel.heinemann@uni-bayreuth.de

 

  • Forschungsschwerpunkte

    Die Forschungen an der Professur für Neueste Geschichte adressieren gegenwärtig vor allem zwei Themenfelder:

    • Nationalsozialismus, Holocaust und die Folgen für die Geschichte der europäischen Gesellschaften
    • Reproduktionspolitiken, Geschlechterordnungen und Wissensregime in modernen westlichen Gesellschaften
  • Aktuelle Forschungsprojekte

    A) Nationalsozialismus, Holocaust und die Folgen für die Geschichte der europäischen Gesellschaften

    A1) European Families and National Socialism. Die Auswirkungen der national-sozialistischen Rassen- und Reproduktionspolitik auf Familien in den europäischen Regionen, 1920-2020

    Das Forschungsprojekt richtet einen neuen Blick auf gegenwärtige Familienpolitiken und die konfliktreichen Diskurse über Reproduktion in den europäischen Gesellschaften. Diese sind nur zu verstehen, wenn man eine historische Perspektive anlegt, welche von den internationalen Konjunkturen der Eugenik über die europäische Zwischenkriegszeit bis zu den Auswirkungen der nationalsozialistischen Rassenpolitik nach 1945 reicht.

    Unser Projekt fragt in interdisziplinärer und transnationaler Perspektive nach der Geschichte der Familien- und Reproduktionspolitiken im 20. und frühen 21. Jahrhundert und kann so die produktive Forschung zur NS-Besatzungspolitik durch eine Longue-Durée-Perspektive neu inspirieren. So wollen wir Antworten geben auf die Frage, nicht nur wie gegenwärtig die Rechte von Frauen, Individuen und Familien im Bereich der Reproduktion verhandelt werden, sondern auch warum dies so ist. Wir betrachten die ehemals nationalsozialistisch besetzten oder verbündeten Länder als einen von ethnischen Neuordnungsversuchen gekennzeichneten Raum mit charakteristischen regionalen Spezifika. Heuristisch unterscheiden wir in Regionen, die als Kernräume der deutschen (Besatzungs)Herrschaft firmierten (Polen, Deutsches Reich), als „germanisch“ galten (Niederlande, Norwegen) sowie solche, die befreundet / verbündet / abhängig waren (Spanien, Italien, Frankreich).

    Ein erstes DFG-gefördertes Projekt untersucht derzeit die Schicksale von Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa und ihren Kindern im Nationalsozialismus. Ein weiteres Teilprojekt fragt nach den Lebens- und Migrationswegen zwangsgermanisierter Kinder und kooperiert im Rahmen des Center for Digital Humanities der Universität Münster mit Prof. Dr. Lars Linsen aus der Informatik.


    A2) Lehrbuchmanuskript: Wissenschaft und Kultur im Nationalsozialismus

    Bd. 4 der Reihe: Die Nationalsozialistische Herrschaft, hrsg. von Stephan Lehnstaedt und Johannes Tuchel im Kohlhammer-Verlag Stuttgart

    Der Band bietet einen kompakten Einblick in Organisation, Inhalte und Praktiken von Wissenschaft und Kultur im Nationalsozialismus auf der Grundlage aktueller Forschungsliteratur und ausgewählter Quellen. Er untersucht Wissenschaft und Kultur im Nationalsozialismus unter den beiden Paradigmen Begriffe „Rasse“ und „Raum“ und fragt nach deren jeweiliger Bedeutung für die Herstellung der „Volksgemeinschaft“. Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum: Was machte das spezifisch „Nationalsozialistische“ aus in Wissenschaft und Kultur? Wie wurden Inklusion und Exklusion in Kultur und Wissenschaft durchgeführt, aber auch vermittelt und die Gewaltpolitik des Nationalsozialismus gestützt? Aber auch: Wie wurden moderne und innovative Methoden (Interdiziplinäre Großforschung, Ausbau der Humanwissenschaften) und neue Medien (flächendeckende Propaganda, Radio, Film) kombiniert, um den NS-Staat nach innen zu integrieren? Welche Wirkungen zeigten sich, welche Brüche taten sich auf? Warum war die auf diesen beiden Feldern wissenschaftlich und kulturell untermauerte „Biologisierung des Gesellschaftlichen“ über weite Strecken so effektiv? Schließlich: Welche personellen und inhaltlichen Kontinuitäten sind greifbar, auch über das Jahr 1945 hinaus?


    A3) Zwischen Arbeitseinsatz und Rassenpolitik. Die Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen und die Praxis der Zwangsabtreibungen im Nationalsozialismus

    Gefördert durch die DFG

    Mit der Untersuchung des Schicksals polnischer und sowjetischer Kinder von NS-Zwangsarbeiterinnen berührt das Forschungsprojekt einen neuralgischen Punkt im Spannungsfeld zwischen Arbeitseinsatz- und Rassenpolitik im Zweiten Weltkrieg. Die von SS-Rasseexperten als „schlechtrassig“ erachteten Kinder wurden durch die jeweiligen Arbeitgeber von ihren Eltern getrennt und in sogenannten „Ausländerkinder-Pflegestätten“ isoliert, wo viele von ihnen aufgrund umfassender Vernachlässigung starben. Darüber hinaus versuchten die zuständigen Behörden „rassisch unerwünschten Nachwuchs“ durch Zwangsabtreibungen zu unterbinden. „Wertvolle“ Neugeborene hingegen wurden nach dem Willen Himmlers in Heimen der NSV oder des „Lebensborn e.V.“ zwangsweise „eingedeutscht“.

    Obwohl es sich bei den „Ausländerkinder-Pflegestätten“ in Verbindung mit Rasseprüfungen und Schwangerschaftsabbrüchen bei Zwangsarbeiterinnen um ein zentrales Projekt der NS-Vernichtungspolitik handelte, das tiefgreifend in Ideologie, Politik und Kriegswirtschaft des Regimes verwurzelt war, existieren zu diesem Themenkomplex nur wenige Regionalstudien. Das vorliegende Projekt hat das Ziel, unter Rückgriff auf die bislang marginalisierte Opfergruppe der polnischen und sowjetischen „Zwangsarbeiterkinder“, einen neuen Zugang zur Alltags- und Geschlechtergeschichte sowie zur Geschichte von Reproduktionsentscheidungen unter den Bedingungen von Diktatur, Zwang und Gewalt zu entwickeln. Eine wesentliche Grundlage bilden dabei neu zugängliche Quellen des International Tracing Services in Bad Arolsen sowie bislang unerfasste Prozess- und Ermittlungsakten zu deutschen Kriegsverbrechen aus Archiven in Polen und London. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf den Aushandlungsprozessen zwischen rassenpolitischen Zielsetzungen und wirtschaftlichen Interessen unter Berücksichtigung der Institutionen, Orte, Opfer und Täter.

    Projektleitung: Isabel Heinemann, Bearbeiter: Marcel Brüntrup


    A4) Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik, 1949-1965

    Gefördert durch die DFG

    Ziel des Projektes ist eine Wissens- und Rezeptionsgeschichte humangenetischen Wissens in der BRD. Am Beispiel von fünf humangenetischen Forschern und den von ihnen geleiteten Institutionen in der BRD frage ich nach dem Inhalt der in der frühen Bundesrepublik durchgeführten und geförderten Forschung, nach den Profilen der Forschungszentren sowie nach deren internationaler Vernetzung und Rezeption der internationalen Entwicklungen im Fach. Die ausgewählten Forscher zeichnen sich dadurch aus, dass sie einerseits die Rassenforschung des Nationalsozialismus verantwortlich gestalteten, andererseits bis Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre diejenigen fünf Institute leiteten, die in der frühen BRD überhaupt humangenetische Forschungen durchführten und Studierende ausbildeten. Damit konnten sie, so ist zu vermuten, entscheidenden Einfluss auch auf die Restrukturierung und inhaltliche Ausrichtung der Disziplin nach 1945 nehmen.

    Das Projekt versucht folglich, nicht nur die disziplinäre Entwicklung der Humangenetik in Westdeutschland besser zu verstehen, sondern diese auch in die Wissenschaftsgeschichte der empirischen Lebenswissenschaften der Zeit einzubetten. Damit betritt die Studie dezidiert Neuland, da wir bisher vor allem über personelle Kontinuitäten zum NS und institutionelle Reorganisationen ab den 1960er Jahren informiert sind, nicht aber über Forschungsinhalte und wissenschaftliche Ausrichtung des Faches in der frühen Bundesrepublik. Zugleich liefert es einen „missing link“ in der Erforschung der Geschichte von Eugenik, Rassenforschung und Humangenetik im 20. Jahrhundert. Eine erste Veröffentlichung über Kontinuitäten eugenischer Eheberatung in Westdeutschland und den USA im 20. Jahrhundert erscheint 2022 in den VfZ.

    Projektleitung: Isabel Heinemann, Bearbeiter: Lukas Alex



    B) Reproduktionspolitiken, Geschlechterordnungen und Wissensregime in modernen westlichen Gesellschaften

    B1) Geschlecht • Macht • Staat: Medialisierungen, normative Rahmungen und soziale Praktiken geschlechterbezogener Zuschreibungen

    Interdisziplinäres Forschungsnetzwerk

    Das Forschungsnetzwerk untersucht das Spannungsgefüge zwischen den Leitbegriffen „Geschlecht • Macht • Staat“, das sich in den Dynamiken der formellen und informellen Praxis von Macht und Herrschaft manifestiert. Erfasst werden Wechselwirkungen zwischen Medialisierungen, sozialen Praktiken und normativen Rahmungen in der Zuschreibung und Aushandlung vergeschlechtlichter (staatlicher) Macht im historischen Wandel von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart.

    Der interdisziplinäre Verbund aus Literatur-, Kultur-, Medien-, Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Kunstgeschichte und Psychologie ist federführend an der Universität Marburg angesiedelt und umfasst Wissenschaftler:innen des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

    Ein Antrag auf eine zweijährige Anschubfinanzierung durch Universität Marburg wird im März 2021 eingereicht. Langfristiges Ziel ist die Einrichtung einer DFG Forschungsgruppe.

    Seitens der WWU wirkt Prof. Dr. Isabel Heinemann an den Aktivitäten und Antragstellungen des Netzwerks mit.


    B2) Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte

    Die deutsche universitäre Zeitgeschichte unterschätzt bis heute die Bedeutung der Kategorie Geschlecht. Das ist ein eklatanter Unterschied zur Historiographie anderer westlicher Demokratien wie z.B. Großbritanniens oder der USA, wo die intersektionale Betrachtung der Zeitgeschichte inzwischen selbstverständlich ist.
    Besonders auffällig ist diese Lücke in der Geschichte der bundesrepublikanischen Demokratie: So ist die Kategorie Gender in der Geschichtsschreibung zur Weimarer Republik und zum NS-Regime präsenter als in der westdeutschen Geschichte nach 1945. Das hat historische Gründe, die im Kern des Selbstverständnisses der Bundesrepublik liegen. Zwar versteht sich das Modell der westlichen Demokratie als geschlechtsneutral. Doch beruht es auf einem patriarchalischen Verständnis der Demokratie. Zugleich entwickelte sich die neue Wissenschaft von der Demokratie als eine weithin männliche Domäne. Die Perspektivierung auf Männer als politische Akteure und Täter des Nationalsozialismus einerseits und Protagonisten der Demokratie nach 1945 andererseits zeitigte Folgen für Gesellschaft und Politik, die bis heute spürbar sind – und sie hinterließ ebenso ihre Spuren in der Zeitgeschichtsschreibung.

    Erster Ertrag dieser Überlegungen sind eine  für den Historikertag 2021 (gemeinsam mit Kirsten Heinsohn und Till van Rahden) eingeworbenen Sektion zum Thema „Geschlecht und Demokratie“ und ein Diskussionsforum zum Thema (gemeinsam mit Martina Steber) in den VfZ 4/2021 Download des Diskussionsforums.  Das Forum (mit Beiträgen von Kirsten Heinsohn, Martina Steber, Till van Rahden, Julia Paulus, Bernhard Gotto, Isabel Heinemann) fokussiert die Deutungskämpfe um die Kategorie Geschlecht in der Geschichte der frühen Bundesrepublik und schlägt neue Forschungsperspektiven für die bundesrepublikanische Zeitgeschichte vor. Ein neues Verbundforschungsprojekt zum Thema Demokratie und Geschlecht: Konflikte um die Ordnung der deutschen Gesellschaft im 20. Jahrhundert am Institut für Zeitgeschichte München, der Ruhr-Universität Bochum und der WWU Münster (gefördert von der Gerda Henkel Stiftung) wird ab 2022 die Interdependenz von Geschlechterordnungen und Partizipationschancen untersuchen, mit dem Ziel, eine gender-zentrierte, diachrone Konfliktgeschichte der Demokratie von der Weimarer Republik bis in die 1990er Jahre vorzulegen. Ein Postdoc- und zwei Dissertationsprojekte erforschen gegenderte Aneignungen der ländlichen Demokratie Weimars, Antifeminismus als Selbstbehauptungsversuch einer tradierten Geschlechterordnung in der Bundesrepublik und das Spannungsfeld von Migration, Geschlecht und Demokratie am Beispiel politischer Exilantinnen seit den 1960er Jahren.  An der WWU wird ab 2022 ein Teilprojekt zum Thema Antifeminismus in der BRD angesiedelt sein.

    In Weiterentwicklung dieser Überlegungen beschäftige ich mich derzeit mit den politischen Debatten der 1950er Jahre um die Verwirklichung des Gleichberechtigungsgrundsatzes des GG in der bundesrepublikanischen Rechtsordnung und das Gleichberechtigungsgesetz. Weitere Forschungen fokussieren auf die Bedeutung der frühen bundesrepublikanischen Familiensoziologie (Helmut Schelsky), die Forderungen der bundesrepublikanischen Frauenbewegung nach politischen, ökonomischen und reproduktiven Rechten sowie auf die Frauengesundheitsbewegungen in der BRD. Eine Dissertation untersucht schließlich die Stasi aus geschlechterhistorischer Perspektive und betritt damit für die DDR-Zeitgeschichtsforschung völliges Neuland.


    B3) Gender and Ethnonationalism in Europe and the United States (1990-2020)

    In Kooperation mit Prof. Dr. Alexandra M. Stern, University of Michigan erforscht dieses Projekt Auswirkungen der unterschiedlichen ethnonationalistischen Strömungen auf die Konzepte von Geschlecht und das Verhältnis der Geschlechterrollen in Europa und den USA. Es vergleicht Rhetorik, Politik und mediale Strategien der AfD mit denen der US-amerikanischen Alt-Right und diskutiert diese im Kontext ethnonationalistischer Bewegungen in europäischen Ländern. So soll geklärt werden, wie es der radikalen Rechten in beiden Ländern gelingt, durch Einspeisung rassistischer und sexistischer Argumente in den Mainstream-Diskurs nicht nur die „Grenzen des Sagbaren“ zu erweitern, sondern auch eine Neujustierung der Geschlechterordnungen und der Abwertung reproduktiven Entscheidungsrechte anzustoßen. So mobilisieren ethnonationalistische Bewegungen einerseits Vorstellungen vom drohenden Bevölkerungsaustausch („the great replacement“), suchen dazu aber auch den Schulterschluss mit AbtreibungsgegnerInnen und LebensschützerInnen. Mit Blick auf Rhetorik und Konzepte ist zudem der Blick auf transnationale Netzwerke und historische Bezüge (zum Nationalsozialismus, zur völkisches Rechten der Zwischenkriegszeit) sehr fruchtbar. Erste Ergebnisse der gemeinsam mit Alexandra M. Stern 2019 in Münster organisierten Konferenz zum Thema „Gender and Ethnonationalism: New Reproductive Choices and Constraints“ werden 2021 in einem Sonderband der Zeitschrift „Journal of Contemporary History“ zum Thema „Gender and Far Right Nationalism“ publiziert. Dieses Forschungsfeld schlägt die Brücke zur jüngsten Zeitgeschichte, fragt dabei jedoch auch gezielt nach Wandlungsdynamiken und Kontinuitäten ethnonationalistischer Theoriebildung.


    B4) Health Feminism and Civil Society

    Female Activism and Health Knowledge Across Europe since World War II

    (gemeinsam mit PD Dr. Heidi Hein-Kircher, Herder-Institut Marburg)

    In the course of the 20th century, the idea of women’s rights transformed both the gender order and the concept of civil society. “Health” proved an especially crucial issue, as it combined reproductive decision-making with bodily integrity and the access to medical knowledge. But does this rather Western narrative also apply to (post)Socialist countries? Did health feminism (a movement that linked women's physical health to individual rights) support the emergence of civil society structures in the countries of the Eastern Block? While we possess first accounts on transnational trajectories of health feminism throughout the West, we lack research on women’s health activism in Socialist regimes. Here, H_FEM sets in and offers four comparative case studies – Poland, Latvia, the German Democratic Republic and the Federal Republic of Germany. H_FEM traces different phases of women’s health activism from the emergence of medical knowledge to the end of state socialism. It asks how women acquired and communicated health knowledge and how they linked the idea of “women’s health” to civil rights and political agency. The transnational comparison will enable us (1) to trace over time how and under which conditions women succeeded to emerge from dependent clients to more or less self-conscious actors in the field of health activism, (2) to carve out important turning points in the (trans-)national discussions about women’s health, women’s rights and women’s agency as well as in the circulation of health knowledge, and (3) to analyze how women in different systems reacted to state-implemented social engineering in the field of health, family planning and reproduction. By this, the project partners strive to strengthen innovative research of gender, knowledge, culture and politics under different regimes. Moreover, H_FEM expands existing excellent academic cooperation networks, and promotes the study of gender relations in Eastern Europe.


    B5) Staat, Familie, Individuum: Reproduktives Entscheiden in Irland zwischen Religion und Politik 1922-2018

    Das Projekt untersucht Politiken, Debatten und Diskurse über reproduktives Entscheiden und seine Bedingungen zwischen Kirche, Staat und Individuum in der Republik Irland im langen 20. Jahrhundert. Ausgehend von einem dezidiert ganzheitlichen Verständnis von Reproduktionsentscheidungen fragt es nicht nur nach der Verhandlung von Verhütung und Abtreibung (also von „negativen Reproduktionsentscheidungen“), sondern auch nach der staatlichen Indienstnahme von Familien sowie nach dem Umgang mit unerfülltem Kinderwunsch („positive Reproduktionsentscheidungen“).

    Die historische Untersuchung von Kulturen reproduktiven Entscheidens als Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Leben ermöglicht neue Erkenntnisse über den Wandel der Konzepte von Nation, Familie und Individuum über einen längeren Zeitraum. In Reproduktionsdebatten und –politiken geht es nie nur um individuelle Entscheidungsrechte, sondern auch um den Fortbestand der Gesellschaft beziehungsweise um die Erwartung des Staates an seine Bürger. Individuelle Rechte, Religiöse Werte, wirtschaftliche Interessen, soziale Schichtung, Wissen, Familienwerten und Gendernomen sowie deren Veränderungen werden am Beispiel der Reproduktion besonders intensiv verhandelt. Konfliktlinien und Wendepunkte solcher Politiken und Debatten wiederum geben Aufschluss über gesellschaftlichen Wandel im Sinne einer Ausweitung von individuellen Entscheidungsrechten und –optionen – aber auch über die Einhegung von Entscheidungsspielräumen. Meine Münsteraner Emmy Noether Gruppe „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel“ und das von mir geleiteten Teilprojekt zu „Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert“ im Rahmen des SFB 1150 „Kulturen des Entscheidens“ haben dies am Beispiel Westdeutschlands und der USA bereits herausgearbeitet und auch international vergleichend diskutiert. Doch für Irland steht eine Untersuchung der Kulturen reproduktiven Entscheidens zwischen Kirche, Staat, Familie und Individuum noch aus. Diese Forschungslücke zu schließen und eine Erforschung eines zentralen Handlungsfeldes der irischen Gesellschaftsgeschichte – Reproduktion – voranzutreiben, ist das Ziel dieses Forschungsprojektes.

  • Abgeschlossene Forschungsprojekte

    „Die Zukunft wird der Frau gehören“. Flora Tristan und ihre Vision eines feministischen Sozialismus

    Kaum jemand weiß, dass es eine Frau war, welche 1844 die „Internationale der Arbeiterschaft“ erfand, fünf Jahre vor Erscheinen des „Kommunistischen Manifests“ 1849. Obgleich die französische Feministin und Sozialistin Flora Tristan (1803-1844) sich nicht nur als Reiseschriftstellerin und Sozialchronistin einen Namen machte, sondern in ihrer Schrift „Union Ouvrière“ nichts weniger anstrebte als die Organisation der französischen (und längerfristig internationalen) Arbeiterschaft, ist sie inzwischen weitgehend vergessen. Nicht nur fehlt ihr Name in den klassischen Darstellungen zur Geschichte des Frühsozialismus und der französischen Arbeiterbewegung oder der 1830er und 1840er Jahre in Frankreich. Vor allem erscheint der internationale Sozialismus Marxscher und Engelsscher Prägung ausschließlich als Produkt genialer Männer. Dabei „erfand“ Flora Tristan nicht nur die Arbeiterklasse als Akteur der Geschichte, sondern ihre besondere Leistung liegt in der Verknüpfung von Frauenrechten und Arbeiterrechten – als Voraussetzung gesellschaftlichen Fortschritts.

    Hier setzt meine Untersuchung an und fragt, was Tristans Leben und publizistisches Oeuvre zu einer modernen Geschichte des Feminismus und des Frühsozialismus beitragen können – zwischen Frankreich, England und Peru, zwischen alter und neuer Welt, zwischen der nach-Napoleonischen Restauration in Europa und den Unabhängigkeitsbestrebungen in Lateinamerika. Was bleibt an neuen Impulsen für eine Geschichte der Frauen und der Frauenbewegungen, der Internationalisierung der Arbeiterklasse, ja der Konstitution der Arbeiterklasse als soziale Formation überhaupt?

    Aus dem Forschungsprojekt erschient 2020 ein Überblicksaufsatz in der Francia:

    Isabel Heinemann: "La vraie fondatrice de l’Internationale". Flora Tristan und die vergessenen feministischen Wurzeln des internationalen Sozialismus, in: Francia 47 (2020), S. 267-294.


    Zwischen Privatheit und öffentlicher Debatte. Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

    Das Projekt fragt danach, wie Reproduktion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und in den USA zum Gegenstand des privaten wie politischen Entscheidens wurde. Es erscheint als Kennzeichen der modernen Industriegesellschaft, dass Reproduktion als solche überhaupt entschieden werden konnte. Das lag an der Popularisierung medizinischen Wissens, den Fortschritten der modernen Reproduktionsmedizin und gesellschaftlichen Individualisierungs- und Liberalisierungsprozessen. Aber Paare und Individuen entschieden über ihre Reproduktion auch nicht im luftleeren Raum: Ihre Entscheidung wurde ermöglicht, kommentiert und manchmal auch gelenkt durch öffentliche Debatten, politisch-rechtliche Normierungsversuche und Experteninterventionen. Diese beiden Achsen – erstens die Ermöglichung von Entscheidungen und die Schaffung von Entscheidungsspielräumen, zweitens die Kommentierung und Lenkung von Reproduktionsentscheidungen durch Experten und öffentliche Debatten – bilden die Fragerichtung des Projektes. Dabei werden Narrative und Beobachtungen des Entscheidens als Ausdruck unterschiedlicher Diskurse um Familie, Bevölkerung, Religion, Moral, Sexualität und allgemein Moderne-Wahrnehmungen über die Zäsuren des 20. Jahrhunderts hinweg analysiert.

    Projektleitung: Isabel Heinemann, Bearbeiterin: Verena Limper

    Mehr zum Teilprojekt


    Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel. Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert

    Was ist Familie, was soll sie idealerweise sein? Die moderne Kleinfamilie mit Vater, Mutter, Kind oder eine mehrere Generationen vereinende Großfamilie? Entsprechen die alleinerziehende Mutter und ihre Kinder noch diesem Ideal, der geschiedene Partner und seine neue Ehefrau, die Patchwork-Familie, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft? Im Zentrum dieser Frage, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts je nach Standpunkt des Betrachters durchaus unterschiedlich beantwortet werden konnte, steht das amerikanische Familienideal („family values, family ideal“). Grob gesagt existierte in der US-amerikanischen Gesellschaft im Untersuchungszeitraum ein dominantes Familienleitbild, dasjenige der „white middle class nuclear family“. Es zeigt sich jedoch, dass in Reaktion auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umbrüche (z.B. Bedeutungsverlust der Familie als ökonomischer Einheit und später des Mannes als Alleinernährer, Frauenemazipation und weibliche Berufstätigkeit, Abbau der Rassendiskriminierung bei gleichzeitiger Sozialpathologisierung der afro-amerikanischen Familien, Ausbreitung des religiösen Fundamentalismus und der radikalen Rechten, Erfolge der Lesben- und Schwulen­bewegung) immer wieder Modifikationen und Anpassungen der Norm ausgehandelt wurden. Dies geschah unter anderem in öffentlichen Debatten über Ehescheidung, Abtreibung, Frauenarbeit und die Struktur der afroamerikanischen Familie.

    Die Grundannahme der Untersuchung ist, dass Kontinuität und Wandel der Familien­vorstellungen Rückschlüsse auf tiefergehende Wandlungsprozesse innerhalb der modernen Gesellschaft erlauben. Erstens ist die Familie noch immer als wichtigste Mikroeinheit der Gesellschaft nach dem Individuum akzeptiert. Zweitens entfaltete das Familienideal der weißen Middle Class im 20. Jahrhundert eine prägende Wirkung für alle US-Amerikaner und diente als Projektionsfläche von Integrations- und Aufstiegs­hoffnungen, inspirierte aber auch Diversifizierungs- und Abgrenzungsstrategien. Diese Ambivalenz und die Tatsache, dass jedermann sich zum vorherrschenden Familienideal verhalten muss, prädestinieren die diachrone Analyse von Familienvorstellungen als geeigneten Weg einer Sondierung gesellschaftlichen Wandels in einer modernen Gesellschaft. Zentrale Untersuchungsachsen bilden hierbei die Begriffe Gender, Race/Ethnie, Religion und Wertewandel. Eingebettet wird die Untersuchung in sozial-, kultur- und diskursgeschichtliche Einzelanalysen.

    Teilprojekte

    Isabel Heinemann (Habilitation): Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Öffentliche Debatten über Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA des 20. Jahrhunderts ... weitere Infos

    Anne Overbeck (Dissertation): Eugenics and the Discourse on the Reproductive Rights of African American Women in the 20th Century ...

    Claudia Roesch (Dissertation): Mexican Immigrant Families, Social Experts, Social Work and Changing Family Values in the 20th Century United States ... weitere Infos

    Andre Dechert (Dissertation): "Dad on Tv": Public Debates on Representations of Fatherhood in US-American TV-Sitcoms of the 1980s ...


    Reproductive Decision Making in Comparative Context

    The workshop will explore reproductive decision making in five different countries [US, West Germany, Sweden, lreland, and the Soviet Union] in the 1970s and onward. The conditions of women's reproductive autonomy underwent a significant shift in the early 1970s. As a result of the second wave feminist movement, a number of countries decriminalized abortion. In addition, the introduction of modern contraceptives such as the IUD and the birth control pill significantly changed women's ability to control reproduction and space childbearing. But these changes were highly contested. Liberal reform did not occur uniformly across different countries. And even in the most liberal settings the relaxation of laws governing birth control and abortion precipitated powerful conservative backlashes.

    This conference will explore how - in this period of significant social change - women were perceived as moral decision
    makers. We are asking: Under what conditions were women considered able to make moral decisions regarding reproduction? When and under what pretense did women gain or were denied reproductive decision-making? How did others [family members, health care providers, clergy, the state etc.] claim the right to decide on behalf of women? What role did moral arguments play in relation to abortion, adoption, and contraception?

    This volume is the first to  compare the conditions of women's reproductive decision making in different political and religious contexts. Case studies in this volume analyze communist and post-communist Soviet Union, catholic lreland, and democratic countries with varying legacies of state control of reproduction [Sweden with a long history of state control in reproduction, the US with strong pro-life challenges to legal abortion, West Germany as a welfare state struggling with its Nazi legacy]. This comparative approach allows us to draw on the differences and continuities as political and religious contexts influence understanding of women's reproductive decision making during the 1970s and 80s. Papers discussed at the conference will be published in a special issue of the Journal of Modem European History in early 2018 (after peer review).

  • Curriculum Vitae

    1971

    Geboren in Simmern/Hunsrück.

    1991 bis 1996 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, mittelalterlichen Geschichte und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Université de Bourgogne, Dijon/Frankreich und der Albert Ludwigs-Universität Freiburg i. Br, Abschluss: Magister Artium.
    1998 bis 2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg, Prof. Dr. Ulrich Herbert.
    2001

    Promotion an der Universität Freiburg: „Rasse, Siedlung, deutsches Blut“: Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die nationalsozialistische Rassenpolitik im besetzten Europa, 1939-1945.

    2002 bis 2009

    Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg.

    2009 bis 2016 Leitung der Nachwuchsgruppe „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel. Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert“ im Emmy Noether-Programm der DFG an der Universität Münster.
    2009 bis 2019

    Juniorprofessorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

    2015 bis 2019 Leitung des Teilprojekts A 05: Zwischen Privatheit und öffentlicher Debatte: Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im SFB 1150: Kulturen des Entscheidens
    2017 bis 2018 Sommersemester 2017 bis Wintersemester 2017/18: Vertretung des Lehrstuhls für Nordamerikanische Geschichte an der Universität zu Köln.
    2018

    Habilitation an der Universität Trier. Venia Legendi für Neuere und Neueste Geschichte.
    Habilitationsschrift: „Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Debatten über Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA des 20. Jahrhunderts“.
    Habilitationsvortrag: „’Die Zukunft wird der Frau gehören!’ Flora Tristan und ihre Version eines feministischen Sozialismus zwischen alter und neuer Welt“.

    Seit 2019 Professur für Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

     

  • Publikationen

    Publikationsliste Heinemann August 2022

    Monographien

    Rationalität und Rausch. Wissenschaft und Kultur im Nationalsozialismus (Bd. 4 der Reihe: Die Nationalsozialistische Herrschaft, hrsg. von Stephan Lehnstaedt und Johannes Tuchel), erscheint 2023 beim Kohlhammer-Verlag Stuttgart.

    Wert der Familie. Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA des 20. Jahrhunderts (Habil., Band 3 der Reihe „Family Values and Social Change“), Berlin/Boston: DeGruyter-Oldenbourg 2018.  DeGruyter

    • 2020 auch als Taschenbuch erschienen.
    • 2021 Auszeichnung durch den Börsenverein des deutschen Buchhandels, Geisteswissenschaften International, zur Förderung der Übersetzung ins Englische
    • Erscheint 2023 in englischer Übersetzung
    • Rezension von Barbara Holland-Cunz in der FAZ
    • Rezension von Jens Elberfeld bei H-Soz-Kult
    • Rezension von Martin Geyer in der VSWG

    „Rasse, Siedlung, deutsches Blut”: Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas, Göttingen: Wallstein 22003. Link

    Rasa, ziemia, niemiecka krew. Główny Urząd Rasy i Osadnictwa SS i nowy porządek rasowy Europy. Gdansk 2014. (Polnische Übersetzung) Link


    Sammelbände

    Special Issue: Gender and Right-Wing Nationalism, hrsg. gemeinsam mit Alexandra Minna Stern, Journal of Modern European History (JMEH) 3/2022. Introduction

    Special Issue: The Biological Clock / Die biologische Uhr, Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte, hrsg. gemeinsam mit Verena Limper, Heft 12, Jahrgang 8 (2020), erschienen 5/2022. Zum Heft

    Diskussionsforum "Geschlecht und Demokratie", in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 69 (2021), Heft 4, S. 669-741, hrsg. gemeinsam mit Martina Steber. Darin u.a.: Isabel Heinemann: Die patriarchale Familie als 'Keimzelle der Demokratie' oder deren größte Bedrohung?, S. 701-711

    • Über das Diskussionsforum "Geschlecht und Demokratie" sprachen Martina Steber und Isabel Heinemann mit dem Redakteur der VfZ, Thomas Schlemmer. Ins Heft gezoomt 10/2021

    Special Issue: Reproductive Decision-Making in Comparative Perspective, gemeinsam herausgegeben mit Johanna Schoen im Journal of Modern European History (JMEH) 17 (2019), Heft 3. Link

    Children by Choice? Changing Values, Reproduction, and Family Planning in the 20th Century, hrsg. gemeinsam mit Ann-Kathrin Gembries und Theresia Theuke, Berlin/Boston: DeGruyter-Oldenbourg 2018.  Link

    Inventing the "Modern American Family": Family Values and Social Change in 20th Century United States. Frankfurt a. M./New York: campus  2012. Link

    Wissenschaft, Planung, Vertreibung: Neuordnungskonzepte und Umsiedlungspolitik im 20. Jahrhundert. Stuttgart 2006. Hrsg. gemeinsam mit Patrick Wagner.  Link


     Aktuelle Aufsätze (Auswahl, 2018-2022)

    Das Paar als Reproduktionsinstanz? Paare im Fokus erbbiologischer Ehe- und Familienberatung in Ost- und Westdeutschland während der 1960er und 1970er Jahre, erscheint in: Neumaier, Christopher / Homberg, Michael (Hg.): Paarbeziehungen in Deutschland nach 1945, Geschichte und Gesellschaft 48 (2022), Heft 3.

    Eugenische Eheberatung als transatlantische Verflechtungsgeschichte: Paul B. Popenoe, Otmar Freiherr von Verschuer und die moderne Familie, 1920 – 1970 (angenommen, erscheint in VfZ 2023, Heft 2, April).

    Volk and Family: National Socialist Legacies and Gender Concepts in the Rhetoric of the Alternative for Germany, in: Special Issue: Gender and Far Right Nationalism, hrsg. gemeinsam mit Alexandra Minna Stern, Journal of Modern European History (JMEH), Heft 3, 20 (2022). Online first

    Gender and Far Right Nationalism: Historical and International Dimensions, gemeinsam mit Alexandra Minna Stern, in: Special Issue: Gender and Far Right Nationalism, hrsg. gemeinsam mit Alexandra Minna Stern (Journal of Modern European History (JMEH), Heft 3, 20 (2022). Online first

    Adoptionswillige Paare, Geburtseltern und die Nation: Konflikte um Elternschaft und Familie in den USA der 1960er bis 1980er Jahre, in: Hitzer, Bettina / Stuchtey, Benedikt (Hg.): In unsere Mitte genommen. Adoption im 20. Jahrhundert, Göttingen 2022, S. 211-232.

    Fundament der Volksgemeinschaft? Familientrennungen und -gründungen in der nationalsozialistischen Expansionspolitik, in: Hürter, Johannes / Lisner, Wiebke / Rauh, Cornelia / Seegers, Lu (Hg.): Familientrennungen im nationalsozialistischen Krieg, erscheint im Wallstein-Verlag, Göttingen 2022, S. 57-81.

    Die patriarchale Familie als „Keimzelle“ der Demokratie – oder deren größte Bedrohung? Konflikte um den Wert der Familie in der Bundesrepublik, in: Diskussion: Geschlecht und Demokratie (angenommen, in: VfZ 69 (2021), Heft 4, S. 701-711. Link

    Geschlecht und Demokratie: Deutungskämpfe um die Ordnung der bundesrepublikanischen Gesellschaft, gemeinsam mit Martina Steber, in: Diskussion: Geschlecht und Demokratie (an-genommen, erscheint in: VfZ 69 (2021), Heft 4, S. 669-678.  Link

    Raumordnung im Nationalsozialismus. Der „Generalplan Ost“, in: History Matters, Nachichten der ARL 51 (2021), Heft 1, S. 25-29. Download

    Die doppelte Wahrnehmungsstörung: Abtreibende Frauen, die neue Frauenbewegung, und der patriarchale Gründungskonsens der Bundesrepublik, in: Ariadne: Forum für Frauen- und Ge-schlechtergeschichte 77 (2021), Themenheft: Unfruchtbare Debatten? 150 Jahre gesellschafts-politische Kämpfe um den Schwangerschaftsabbruch, S. 102-121.

    Frauen und ihre Körper: Reproduktives Entscheiden in den Ratgebern der US-amerikanischen und westdeutschen Frauengesundheitsbewegungen, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG) 69 (2021), Heft 2: Aufbrüche: Geschichte der Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert, hrsg. von Kirsten Heinsohn und Angelika Schaser, S. 125-137.

    Von „Birth Control “ zu „Human Rights“: Semantiken reproduktiven Entscheidens in der Moderne, in: Narrative und Semantiken des Entscheidens, hrsg. von Philip Hoffmann-Rehnitz, Matthias Pohlig, Tim Rojek und Susanne Spreckelmeier, Göttingen 2021, S. 448-465.

    La vraie fondatrice de l’internationale? Flora Tristan und die vergessenen feministischen Wurzeln des internationalen Sozialismus, in: Francia 47 (2020), S. 267-294.

    Vom „Kindersegen“ zur „Familienplanung“? Eine Wissensgeschichte reproduktiven Ent-scheidens in der Moderne, 1890-1990, in: Historische Zeitschrift (HZ) 310 (2020), Heft 1, S. 23-51, peer reviewed.

    „Enttäuschung unvermeidlich“? Die Debatten über Ehescheidung, Abtreibung und das Dispositiv der Kernfamilie in der BRD, Gotto, Bernhard / Ulrich, Anna (Hg.): Hoffen - Scheitern - Weiterleben. Enttäuschung als historische Erfahrung im 20. Jahrhundert , Reihe „Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte“ des Instituts für Zeitgeschichte, Berlin / Boston 2020, S. 55-85.

    Doppelgläubigkeit, hybride Gläubigkeit, multiple Gläubigkeiten? Glauben in der nationalso-zialistischen Volksgemeinschaft – ein Kommentar, in: Olaf Blaschke / Thomas Großbölting (Hg.): Was glaubten die Deutschen, 1933-1945? Religion und Politik im Nationalsozialismus, Frankfurt a.M 2020, S. 515-534.

    Reproductive Decision-Making in Comparative Perspective (with Johanna Schoen), in: Spe-cial Issue “Reproductive Decision-Making in Comparative Perspective”, hrsg. gemeinsam mit Johanna Schoen, Journal of Modern European History (JMEH) 17 (2019), Heft 3, S. 255-261, online: https://doi.org/10.1177/1611894419854299 . Link

    Abortion and Adoption as two Poles of Reproductive Decision-Making in the United States during the 1980s, in: Special Issue “Reproductive Decision-Making in Comparative Context”, hrsg. mit Johanna Schoen, Journal of Modern European History (JMEH) 17 (2019), Heft 3, S. 280-296, peer reviewed, online: https://doi.org/10.1177/1611894419854622 . Link

    Geburtenkontrolle als Voraussetzung für die gesunde Familie: Margaret Sanger, Marie Stopes und die Pädagogisierung von Verhütungswissen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, in: De Vincenti, Andrea (Hg.): Pädagogisierung des „guten Lebens“, Bern 2020 (Schriftenreihe der Bibliothek am Guisanplatz, 78), S. 41-63. PDF

    Vorwort zur deutschen Ausgabe, in: Ewelina Karpińska-Morek et al. (Hg.): Als wäre ich allein auf der Welt. Der nationalsozialistische Kinderraub im Polen, Freiburg i. Br. 2020, S. 9-23.

    Margaret Sanger und die Geburt der Geburtenkontrolle, in: Später, Jörg / Zimmerer, Thomas (Hg.): Lebensläufe im 20. Jahrhundert, Göttingen 2019, S. 77-96.

    Rassische Bestandsaufnahme, Umsiedlung, Eindeutschung“. Grundlinien der NS-Germanisierungspolitik für Südosteuropa, in: Beer, Mathias (Hg.): Krieg und Zwangsmigratio-nen in Südosteuropa, 1940-1950, Stuttgart 2019, S. 21-37.

    Defending the white middle class nuclear family? Bürgerlichkeit und Familienwerte in Deutschland und den USA, in: Hettling, Manfred / Pohle, Richard (Hg.): Bürgertum. Bilanzen, Perspektiven, Begriffe, Göttingen 2019, S. 323-346.

    “Keimzelle des Rassenstaates” oder „privater Rückzugsort“? Die Bedeutung der Familie in der nationalsozialistischen Germanisierungs- und Vernichtungspolitik, in Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Bd. 34: Geschlechterbeziehungen und Volksgemeinschaft, Hrsg. v. Klaus Latzel, Elissa Mailänder, Franka Maubach, Göttingen 2018, S. 133-153.

    Selling the Nuclear Family: Social Order, Gender and Consumption in Magazine Advertising in the US since World War II, in Cosmo. Comparative Studies in Modernism (12) 2018, Focus: Family Matters: 2.0 Literary and Cultural Representations of the American Family in Transition, S. 25-41.Link

    Heirat, Hausbau, Kinder: Narrationen von Familienentscheidungen, gemeinsam mit Sarah Nienhaus, Mrinal Pande und Katherin Wagenknecht, in: Pfister, Ulrich (Hg.): Ressourcen des Entscheidens, Göttingen 2018, S. 90-115.

    From „Children by Choice” to „Families by Choice”? 20th Century Reproductive Decision-Making between Social Change and Normative Transitions in Comparative Perspective, in: Gembries, Ann-Kathrin / Theuke, Theresia / Heinemann, Isabel (Hg.): Children by Choice? Changing Values, Reproduction, and Family Planning in the 20th Century, Berlin / Boston 2018, S. 215-236.

    Race, in: Baranowski, Shelley / Nolzen, Armin / Szejnmann, Claus-Christian (Hg.): A Com-pa¬nion to Nazi Germany. Oxford 2018, S. 499-514.

  • Vorträge

    Aktuelle Vorträge (Auswahl, 2020-22)

    Vollständige Liste der Vorträge

    Reproducing Democracy? Women’s Rights, Reproductive Decision-Making and Gendered Violence as Fields of Research for a Gendered History of the Federal Republic, Summer School “Gender and Democracy in Modern History”, University of Cambridge, 15.9.2022.

    Demokratie als männliches Projekt? Konflikte um die Geschlechterordnung der Bundesrepublik von den 1950er bis in die 1990er Jahre, Vortrag im Panel: „Macht und Geschlecht. Retraditionalisierung der Geschlechterordnung in Umbruchssituationen“. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Fribourg, Schweiz, 09.09.2022.

    Back to the Future? Anti-Genderism and Nazi Nostalgia in the Rhetoric of the Alternative for Germany, Vortrag im Panel “From Gender as an Useful Category to Anti-Genderism”, International Congress of the Historical Scieces (ICHS) 2022, Poznan, Polen, 24.8.2022.

    Gemeinsam mit Helga Krüger-Kirn (Marburg): Psychoanalytische und zeithistorische Perspektiven auf Familie, Ringvorlesung Geschlecht • Macht • Staat, Universität Marburg und Livestream, 23.06.2022.

    Eröffnungsvortrag zur Veranstaltung „Wissenschaft plant Kriegsverbrechen. Der Umgang der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem nationalsozialistischen Generalplan Ost“, ) 15.6.2022, Humboldt-Universität zu Berlin.

    Women’s Reproductive Rights across the Iron Curtain? Health Feminism in the two German States, 1970s to 1990s, Whose Choice, whose rights? Global-historical and intersectional approaches to the emergence of reproductive rights after 1945, University of Glasgow, 10.6.2022.

    Gemeinsam mit Annette Henninger (Marburg): Geschlechterordnungen und Ehereformen: Vergleich Deutschland – USA, Ringvorlesung Geschlecht • Macht • Staat, Universität Marburg und Livestream, 5.5.2022.

    Keynote: Family Planning, Reproductive Decision-Making, Health Feminism: Changing Norms and Social Practices of Reproduction in the 20th Century, International Conference: Challenging Norms and Narrations: Family Planning and Social Change in Europe, Herder Institute for Historical Research on East Central Europe, 27.1.2022 (virtual).

    Accidental Feminists? Negotiating Women’s Rights in the Mainline Media during the 1950s and 1960s in the Federal Republic of Germany, International Conference: The History of Medialization and Empowerment: The Intersection of Women’s Rights Activism and the Media, Final Meeting of the ISWG on Medialization and Empowerment, German Historical Institute London, 21.1.2022.

    From Birth Control to Human Rights? Reproductive Decision-Making in Historical Perspective, Lecture Series ‘Standards of Decision-Making Accross Cultures’, FAU Erlangen-Nürnberg, 8.12.2021 (virtual).

    Gemeinsam mit Kirsten Heinsohn und Till van Rahden: Leitung der Sektion „Geschlecht und Demokratie: Deutungskämpfe um die Ordnung der bundesrepublikanischen Gesellschaft“ auf dem 52. Deutschen Historiker*innentag in München, 5.10.2021, 16.00-18.30 (digital). Programm Historikertag

    Die Familie als „Keimzelle“ der Demokratie – oder deren größte Bedrohung? Konflikte um den Wert der Familie in der Bundesrepublik, 5.10.2021, Sektion „Geschlecht und Demokratie“, Historiker*innentag in München, 5.10.2021, 16.00-18.30 (digital). Programm Historikertag

    Marriage Counselling as a Transatlantic Project? Expert Knowledge, Client’s Agency and Eugenic Legacies in the Course of the 20th Century, International Conference “Modern Marriages. European Perspectives on Policies, Discourses, Economies and Emotions in the long 20th century”, Universität Augsburg, 16.9.2021.

    Creating and Preventing Transnational Families: Dimensions of Reproductive Decision-Making the 20th Century, International Conference “Transnational Families and Childhood in Modern History: Perspectives and Challenges”, Ruhr-Universität Bochum, 2./3.9.2021.

    "From 'Children by Choice' to 'Families by Choice'? 20th-Century Reproductive Decision-Making between Social Change and Normative Transitions", Keynote, Conference "Family and Women in Eastern Europe: Current Research on Family and Women since the Middle Ages until present times" (virtual), Vilnius, 13.10.2020. Conference Programm

    "Unlearning fascism through patriarchy? The “intact nuclear family” and the gender order in West German democratization narratives, 1945-1970s", Panel "Women's Bodies, Reproductive Politics and Feminism in Postwar German Politics", German Studies Association, Washington D.C. (virtual), 3.10.2020.

    "Umsiedlung und Vertreibung im Warthegau 1939/40: Geschichte und Erinnerung", Stiftung Topographie des Terrors, Berlin, 21.1.2020 (gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas).

    "'La vraie fondatrice de l’internationale': Flora Tristan und die vergessenen feministischen Wurzeln des internationalen Sozialismus", Colloquium Modern History, Universität Konstanz, 7.1.2020.

  • Auszeichnungen und Stipendien

    • 2021: Börsenverein des deutschen Buchhandels, Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke für die Monographie "Wert der Familie"
    • 2018: Berufung in den Internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors
    • 2018: Karl Ferdinand Werner Fellowship, Deutsches Historisches Institut, Paris.
    • 2016: Zweite Stufe ERC Consolidator Grant (Interview in Brüssel 12.10.2016).
    • 2010: Mitgliedschaft in AcademiaNet (auf Vorschlag der DFG).
    • 2009: Leiterin einer Nachwuchsgruppe im Emmy-Noether Programm der DFG.
    • 2003: Postdoktorandenstipendium, Deutsches Historisches Institut, Washington D.C.
    • 2002: Reisestipendium der European Science Foundation, Sonderarchiv Moskau.
    • 1999: Konferenzstipendium, Italienisch-Deutsches Historisches Institut, Trento.
    • 1999: Forschungsstipendium, Center for Advanced Holocaust Studies, United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C.
    • 1992-1993: Erasmus-Stipendium, Studienjahr an der Université de Bourgogne, Dijon.
  • Akademische Mitgliedschaften

    • AcademiaNet
    • Arbeitskreis Demokratie und Geschlecht des Instituts für Zeitgeschicht
    • Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (AKHFG)
    • Deutsche Gesellschaft für Amerikaforschung (DGfA)
    • Deutscher Hochschulverband (DHV)
    • Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD)
  • Betreute Doktorarbeiten

    Laufende Dissertationen

    9) Benedikt Breisacher, Münster: "Antifeminismus in der Bundesrepublik von den 1950er bis in die 1990er Jahre" (seit 10/2022)

    8) Lukas Alex, Münster: Bevölkerung, Familie, Individuum: Wissensgeschichte der Humangenetik in der frühen Bundesrepublik 1949–1965 (seit 2/2021)

    7) Daniel R. Bonenkamp, Münster: „Die Genossen muß man auch erziehen, daß sie die Gleichberechtigung der Frau begreifen“. Eine geschlechterhistorische Untersuchung zum Ministerium für Staatssicherheit (seit 10/2020, gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung).

    6) Marcel Brüntrup, Münster: Zwischen Arbeitseinsatz und Rassenpolitik: Die Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen und die Praxis der Zwangsabtreibungen im Nationalsozialismus (seit 1/2017, gefördert durch DFG-Sachbeihilfe).

    5) Florian Steinfals, Münster: Die Genese deutscher Kriegsverbrechen an der polnischen Zivilbe-völkerung 1939. Eine Referenzrahmenanalyse (seit 11/2016).


    Abgeschlossene Dissertationen

    4) Jana Hoffmann, Münster: Sexing Religion: Sexualität, Familie und Geschlecht im amerikani-schen Mainline-Protestantismus am Beispiel der United Methodist Church, 1950-1990 (Seit 11/2011 Erstbetreuung, ab 2014 Betreuung fortgesetzt als Zweitgutachterin, abgeschlossen 9/2019 an der Graduate School of History, Bielefeld, ausgezeichnet mit dem Dissertationspreis des Arbeitskreises Historische Frauen und Geschlechterforschung 10/2020).

    3) Anne Overbeck, Münster: Mothering the Race: Eugenics and the Discourse on Reproductive Rights of African American Women in the 20th Century (abgeschlossen 4/2017, erschienen beim Oldenbourg-DeGruyter Verlag unter dem Titel “At the heart of it all: Discourses on the Reproductive Rights of African American Women, Berlin / Boston 2019).

    2) Andre Dechert, Münster: “The good father in every way except…“: Sitcoms, Vaterschaft und das Ideal der Kernfamilie in den USA 1981-1999 (abgeschlossen 8/2016, erschienen beim Oldenbourg-DeGruyter Verlag unter dem Titel „Dad on TV: Sitcoms, Vaterschaft und das Ideal der Kernfamilie in den USA, 181-1992, Berlin / Boston 2018, ausgezeichnet mit dem Nach-wuchsföderpreis der Deutschen Gesellschaft für Kommunikationsgeschichte).

    1) Claudia Roesch, Münster: Mexican Immigrant Families, Social Experts, and Changing Family Values in the 20th Century USA (abgeschlossen 8/2014, erschienen beim Oldenbourg-DeGruyter Verlag unter dem Titel “Macho Men and Modern Women: Mexican Immigration, Social Experts and Changing Family Values in the 20th Century United States”, Berlin / Boston 2015).