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Aktuelles

  • Neu erschienen: Aufsatz in der "Historischen Zeitschrift"

    Isabel Heinemann: "Vom 'Kindersegen' zur 'Familienplanung'? Eine Wissensgeschichte reproduktiven Entscheidens in der Moderne 1890-1990"

    in: Historische Zeitschrift 320, Heft 1, (2020), S. 23-51.

    Zusammenfassung

    Ab wann galt biologische Reproduktion in modernen westlichen Gesellschaften als Gegenstand einer bewussten Entscheidung und nicht länger als „Schicksal“ oder „Fluch“? Ist die Entscheidbarkeit von Fortpflanzung vielleicht gerade ein Kennzeichen von modernen Gesellschaften? Der Artikel untersucht das Zusammenspiel dreier Faktoren, welche, so die Ausgangshypothese, die Entscheidbarkeit von Reproduktion überhaupt erst ermöglichen: Es sind dies erstens Wissen über Empfängnis und Familienplanung, zweites rechtliche Normen, die eine bewusste Steuerung der Fortpflanzung zulassen, und drittens familiale Werte/Geschlechternormen, die vor allem Frauen Handlungsräume für Fortpflanzungsentscheidungen eröffnen. Reproduktives Entscheiden selbst wird verstanden als bewusster Vorgang der Wahl zwischen zwei oder mehreren Alternativen nach einer Phase der Reflexion. Der Beitrag geht aus von der US-Gesellschaft der „Hochmoderne“ (1890–1990), diskutiert jedoch auch Querverbindungen zu anderen westlichen Gesellschaften. Als Quellen dienen Expertinnen- und Expertendiskurse, rechtliche Rahmensetzungen und individuelle Entscheidungsnarrative. Am Ende steht eine Periodisierung der sich verändernden Rahmenbedingungen, Praxen und Legitimationsdiskurse reproduktiven Entscheidens im 20. Jahrhundert. Es zeigt sich einerseits, dass die Optionen reproduktiven Entscheidens in der Moderne durch Wissen, Technologie und veränderte Normen und Werte erwartungsgemäß ansteigen. Zugleich erweist sich aber auch die Persistenz von Faktoren wie Expertenwissen, traditionellen Familienwerten und vor allem den Ungleichheitskategorien Race, Class und Gender, welche die Entscheidungsspielräume für Frauen, Paare und Familien gerade in der Moderne nachhaltig einschränken.

  • Geschichte im Ersten: "Kinderraub der Nazis" - MDR-Dokumentationsfilm

    Es ist ein Verbrechen, das heute kaum kannt ist: Während des Zweiten Weltkieges verschleppten die Nazis zehntausende Kinder aus ganz Europa und hinterließen damit mannigfache Traumata in deren Heimat und hierzulande. | 45 min. | Verfügbar bis 27.04.2021

    Es ist ein Verbrechen, das bis heute weitgehend unbekannt ist: Die Nationalsozialisten verschleppten während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Kinder und brachten sie in deutschen Familien unter. Die meisten der Kinder stammten aus Polen. Ihre Identität wurde verschleiert, um sie als "deutsche Kinder" in die Volksgemeinschaft einzufügen. Sie wurden illegal aus Waisenhäusern fortgebracht oder direkt aus ihren leiblichen Familien gerissen. Nach Kriegsende mussten viele der geraubten Kinder zurück in ihre Heimat, die ihnen oft fremd geworden war.

    Link zum Film

    Ein Film von Elisabeth Lehmann und Monika Sieradzka mit Kommentaren von Isabel Heinemann

    © Mitteldeutscher Rundfunk
  • Neu erschienen: Aufsatz in "Pädagogisierung des 'guten Lebens'"

    Isabel Heinemann: Geburtenkontrolle als Voraussetzung für die gesunde Familie. Margeret Sanger, Marie Stopes und die Pädagogisierung von Verhütungswissen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    in: Andrea De Vincenti, Norbert Grube, Michèle Hofmann, Lukas Boser (Hg.): Pädagogisierung des "guten Lebens". Bildungshistorische Perspektiven auf Ambitionen und Dynamiken im 20. Jahrhundert, Bern 2020, S. 45-70.

    PDF Download

  • © SFB 1150, Münster

    Tagungsbericht erschienen: Gender and Ethnonationalism: A New Era of Reproductive Choices and Constraints?

    Konferenz: 27. - 29. Juni 2019 in Münster

    Gender and Ethnonationalism. A New Era of Reproductive Choices and Constraints?

    Veranstalterinnen: Prof. Dr. Isabel Heinemann / Dr. des. Mrinal Pande, SFB 1150 - Kulturen des Entscheidens, WWU Münster; Prof. Dr. Alexandra Minna Stern, American Culture, University of Michigan

    Der von Lukas Alex verfasste Tagungsbericht ist nun bei HSozKult erschienen: Link

  • © Herder-Verlag

    Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse 2020: Kinderraub der Nazis – Die vergessenen Opfer

    zur Publikation "Als wäre ich allein auf der Welt" von Monika Sieradzka und Elisabeth Lehmann mit einem Vorwort von Isabel Heinemann

    Die Geschichte der von den Nazis verschleppten polnischen Kinder

    Die Nationalsozialisten verschleppten während des Zweiten Weltkriegs zehntausende polnische Kinder und brachten sie in deutschen Familien unter. Ihr Schicksal ist bis heute weitgehend unbekannt. Einige dieser Menschen leben noch heute, zerrissen und ohne Wurzeln. Autorinnen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und der Deutschen Welle (DW) haben mit Zeitzeugen und Historiker gesprochen und das erschütternde Thema in den Mittelpunkt ihres Films gestellt. Dazu ist ein Buch entstanden, das zur Leipziger Buchmesse unter dem Titel „Als wäre ich allein auf der Welt“ im Herder-Verlag erscheint.

    Im Anschluss an den Film diskutieren die Autorinnen Monika Sieradzka und Elisabeth Lehmann gemeinsam mit dem Zeitzeugen und Protagonisten des Films Hermann Lüdeking sowie der Historikerin Prof. Dr. Isabel Heinemann.

    Datum: 11. März 2020 | 19:00

    Ort: Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Str. 50, 04229, Leipzig (West)

    Zur Publikation auf der Seite des  Herder-Verlags

    Zur Veranstaltung auf der Seite der Leipziger Buchmesse

  • Forschungsfreisemester Prof. Dr. Isabel Heinemann

    Wegen eines Forschungsfreisemesters von Prof. Isabel Heinemann findet im Sommersemester 2020 keine Lehre statt

    Sprechstunden im Sommersemester 2020:

    • Montag, 15. Juni 2020 von 11 bis 12 Uhr (Entfällt!)
    • Ersatztermin: Montag, 22. Juni 2020 von 11 bis 12 Uhr
    • und nach Vereinbarung per Email.

  • © sagepublishing

    Aktuelle erschienen: Reproductive Decision-Making in Comparative Perspective hrsg. von Isabel Heinemann und Johanna Schoen

    Special Issue: Reproductive Decision-Making in Comparative Perspective, hrsg. von Isabel Heinemann und Johanna Schoen, Journal of Modern European History (JMEH) 17 (2019), Heft 3.

    Abstrakt:

    Reproductive decision-making has been highly contested in Western countries and can thus serve as an illustration through which to trace changing norms, values, family concepts and gender roles. This special issue investigates public debates regarding legal abortion and women’s changing options for decision-making in the US, Germany, Sweden and Ireland as well as transnational abortion travels since the 1960s. After gaining the right to abortion, women have had to contend with a political and legislative backlash that has threatened to undermine access to abortion care. While women have not been perceived as responsible decision-makers, they have vigorously claimed the right to make their own reproductive decisions. The introduction to this special issue proposes a comparative approach to analyse the impact that political shifts since the 1960s have had on reproductive policies and women’s access to abortion. We follow the similarities and differences in national policies, legal frameworks, moral codes, and individual agency in different Western countries.

    Link zur Publikation bei Sage

  • © De Gruyter

    Aktuelle erschienen: "Lady Astronauts, Lady Engineers, and Naked Ladies" von Karin Hilke

    Lady Astronauts, Lady Engineers, and Naked Ladies. Women and the American Space Community during the Cold War, 1960s-1980s

    Reihe: Family Values and Social Change, 5

    The book Lady Astronauts, Lady Engineers, and Naked Ladies is a gender history of the American space community and by extension a social history of American society in the twentieth century during the Cold War. In order to expand and differentiate the prevalent postwar narrative about gender relations and cultural structures in the United States, the book analyzes several different groups of women interacting in different social spaces within the space community. It therewith grants insight into the several layers of female participation and agency in the community and the gender and race based obstacles and hurdles the female (prospective) astronauts, scientists, engineers, artists, administrators, writers, hostesses, secretaries, and wives were faced with at NASA and in the space industry. In each chapter a different social space within the space community is analyzed. The spaces where the women lived and worked are researched from a media, individual, and institutional angle, ultimately revealing the differing gender philosophies communicated in the public sphere and the space community workplaces by government and space community officials. While women were publicly encouraged to participate in the American space effort to beat the Soviet Union in the race to the moon, women had to deal with gender based barriers which were integral to the structures of the space community; just as they were an intrinsic component of all societal structures in the United States in the 1960s. The female space workers, who were often perceived as disrupters of the prevalent social order in the space community and discriminated by some of their male colleagues and bosses on a personal basis, still managed to assert themselves. They molded pockets of agency in the space community workspaces without the facilitation of regulations on the part of NASA that might have provided them with easier access or more agency. Thus, the space community, a place of technological innovation, was not necessarily also a place of social innovation, but a community with a government agency at its center that mainly mirrored the current (changing) social order, conventions, and policies in the 1960s as well as in the 1970s and 1980s. Nevertheless, the women presented in this book were instrumental in advancing and consolidating the social transformation that happened within the space community and the United States and therefore make intriguing subjects of research. Thus, this systematic analysis of the connection between gender, space, and the Cold War adds a new dimension to space history as well as expands the discourse in American history about gender relations and the opportunities of women in the twentieth century.

    Erschienen bei De Gruyter

  • © De Gruyter

    Neu erschienen: "At the Heart of It All?" von Anne Overbeck

    The structure of the African American family has been a recurring theme in American discourse on the African American community. The role of African American mothers especially has been the cause of heated debates since the time of Reconstruction in the 19th century. The discourse, which often saw the African American family as something that needed fixing, also put the issue of women’s reproductive rights on the political agenda. Taking a long-term perspective from the 1920s to the early 1990s, Anne Overbeck aims to show how normative notions of the American family infl uenced the perspective on the African American family, especially African American women. The book follows the negotiations on African American women’s reproductive rights within the context of eugenics, modernization theory, overpopulation, and the War on Drugs. Thereby it sets out to trace both continuities and changes in the discourse on the reproductive rights of African American women that still infl uence our perspective on the African American family today.

    Erschienen bei De Gruyter

  • © DE GRUYTER

    Neu erschienen: "Wert der Familie" (Habilitationsschrift) von Isabel Heinemann

    Wie in anderen westlichen Industriegesellschaften galt auch in den USA des 20. Jahrhunderts die Familie als »Basis der Nation«. Politik, Medien und Experten inszenierten sie jedoch zumeist als Kernfamilie der weißen Mittelschicht. African Americans, Mexican Americans, Migranten oder Angehörige einer vermeintlichen »Underclass« fanden nicht ohne Weiteres ihren Platz im nationalen Familienideal. Während sich im Laufe des 20. Jahrhunderts durch Immigration, sinkende Geburtenraten und weibliche Erwerbsarbeit die Struktur der US-Familie deutlich änderte, entwickelten sich zugleich heftige Kontroversen um den »Wert« der Familie und ihre Werte. Besonders heftig fielen die Auseinandersetzungen auf den drei Feldern Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion aus, diese stehen daher im Zentrum der Studie. Zugleich stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sozialem und normativem Wandel: Ist es angesichts fortgesetzter sozialer, geschlechtsspezifischer und ethnischer Ungleichheiten überhaupt gerechtfertigt, ab Mitte der 1960er Jahre von einer nachhaltigen Pluralisierung der Familienwerte und Geschlechternormen zu sprechen? Gab es gar einen »Wertewandel« der Familie, wie die sozialwissenschaftliche Wertewandelsforschung nahegelegt hat?

    In insgesamt sechs chronologisch geordneten Kapiteln untersucht Isabel Heinemann erstmals öffentliche Debatten und Expertendiskurse um Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA im Zeitraum von 1890 bis 1990. Durch ihr breites Quellenfundament und die dezidierte Langzeitperspektive gelingt es der Studie, das Verhältnis von sozialem zu normativem Wandel am Beispiel der Familie neu zu vermessen. Zugleich setzt sie neue Impulse für eine die Ungleichheitskategorien »Rasse, Klasse und Geschlecht« integrierende Gesellschaftsgeschichte der USA im 20. Jahrhundert.

    Erschienen bei De Gruyter

  • CFP - Themenheft der Zeitschrift Body Politics: Die biologische Uhr

    Hrsg. von Isabel Heinemann / Verena Limper

    Die geschlechterhistorisch motivierte Untersuchung des Frauenkörpers, seiner Reproduktionsfähigkeit und seiner gesellschaftlichen Konstituierung und Kommentierung war zentral für die Etablierung des Feldes „Körpergeschichte“ in Deutschland. Ähnlich dem „Soldatenkörper“ war auch der weibliche „Reproduktionskörper“ stets mit politischer Bedeutung aufgeladen und wurde so zum Austragungsort offener und auch verdeckter Machtkämpfe. Zwei Blickrichtungen, die uns zentral bedeutsam für die Ausgestaltung eines breiten gesellschaftlichen Diskurses über Reproduktion sowie der Bedingungen und Vorstellungen von Prozessen reproduktiven Entscheidens erscheinen, standen bislang jedoch kaum im Fokus: Zeit und Visualisierung von (verstreichender) Zeit – kondensiert im Bild von der „biologischen Uhr“.

    In diesem Heft möchten wir die Möglichkeit bieten, das Verhältnis von Zeit und Reproduktionskörpern auf vielfältige Weise zu untersuchen. Beiträge zu allen hier angesprochenen Themenkomplexen sind erwünscht. Unser bevorzugter Untersuchungszeitraum ist die Phase von der Mitte des 20. bis ins 21. Jahrhundert, doch auch Untersuchungen von Konzepten reproduktiven Entscheidens bis zum 19. Jahrhundert sind von großem Interesse. Wir freuen uns auch über Beiträge, die aktuelle Probleme in den Blick nehmen wie die Diskussion um “Regretting Motherhood” oder die Debatten um „Abtreibungswerbung“ (§219a) in Deutschland. Besonders willkommen sind zudem Beiträge, die über den bereits recht gut erforschten Bereich der „westlichen Gesellschaften“, d.h. Nord- und Westeuropa sowie USA, hinausgehen. Beiträge können sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch verfasst werden.

    Wir bitten um Abstracts (1 Seite) und Arbeitstitel sowie eine kurze biografische Skizze bis zum 31. Oktober 2018 an verena.limper@uni-muenster.de. Bis spätestens Mitte November werden die Zusagen verschickt. Die finalisierten Beiträge sind bis Ende Januar 2019 einzureichen. Es folgt ein double-blind peer-review Prozess. Das Heft soll 2019 erscheinen.

    Vollständiger Call for Paper unter folgendem Link:

    Body Politics - Die biologische Uhr

  • Gastwissenschaftlerin in Münster: Alexandra Minna Stern

    Wir begrüßen herzlich Alexandra Minna Stern, Professorin am Department of American Culture der University of Michigan, Ann Arbor. Professor Stern ist Spezialistin für die Erforschung der Geschichte der Eugenik, von (Zwangs)Sterilisationspolitik sowie der Geschichte der genetischen Beratung in den USA. Sie leitet unter anderem das Sterilization and Social Justice Lab an der University of Michigan, welches die Lebensgeschichten kalifornischer Sterilisationsopfer aufzeichnet.

    Mit Frau Stern forschen wir im Rahmen unseres SFB-Teilprojektes "Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA" über Familien- und Geschlechtervorstellungen in ultra-nationalistischen Bewegungen der Gegenwart und über Zusammenhänge zwischen Eugenikbewegungen und staatlicher Gesundheitsfürsorge in internationalem Kontext.

  • © DE GRUYTER

    Neu erschienen: "Children by Choice?" - Sammelband

    Der Band untersucht in acht Beiträgen, wie sich im 20. Jahrhundert das Denken, Reden und Handeln im Hinblick auf Kinder und Familienplanung veränderte. In einer international vergleichenden Perspektive wird dabei insbesondere der diesen Entwicklungen zugrunde liegende Wertewandel in den Blick genommen.

    Children by Choice? Changing Values, Reproduction, and Family Planning in the 20th Century, hrsg. gemeinsam mit Ann-Kathrin Gembries und Theresia Theuke, Berlin/Boston 2018.

    Erschienen bei De Gruyter