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Neu erschienen

"Wert der Familie" (Habilitationsschrift) von Isabel Heinemann

© Isabel Heinemann

Wie in anderen westlichen Industriegesellschaften galt auch in den USA des 20. Jahrhunderts die Familie als »Basis der Nation«. Politik, Medien und Experten inszenierten sie jedoch zumeist als Kernfamilie der weißen Mittelschicht. African Americans, Mexican Americans, Migranten oder Angehörige einer vermeintlichen »Underclass« fanden nicht ohne Weiteres ihren Platz im nationalen Familienideal. Während sich im Laufe des 20. Jahrhunderts durch Immigration, sinkende Geburtenraten und weibliche Erwerbsarbeit die Struktur der US-Familie deutlich änderte, entwickelten sich zugleich heftige Kontroversen um den »Wert« der Familie und ihre Werte. Besonders heftig fielen die Auseinandersetzungen auf den drei Feldern Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion aus, diese stehen daher im Zentrum der Studie. Zugleich stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sozialem und normativem Wandel: Ist es angesichts fortgesetzter sozialer, geschlechtsspezifischer und ethnischer Ungleichheiten überhaupt gerechtfertigt, ab Mitte der 1960er Jahre von einer nachhaltigen Pluralisierung der Familienwerte und Geschlechternormen zu sprechen? Gab es gar einen »Wertewandel« der Familie, wie die sozialwissenschaftliche Wertewandelsforschung nahegelegt hat?

In insgesamt sechs chronologisch geordneten Kapiteln untersucht Isabel Heinemann erstmals öffentliche Debatten und Expertendiskurse um Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA im Zeitraum von 1890 bis 1990. Durch ihr breites Quellenfundament und die dezidierte Langzeitperspektive gelingt es der Studie, das Verhältnis von sozialem zu normativem Wandel am Beispiel der Familie neu zu vermessen. Zugleich setzt sie neue Impulse für eine die Ungleichheitskategorien »Rasse, Klasse und Geschlecht« integrierende Gesellschaftsgeschichte der USA im 20. Jahrhundert.

Erschienen bei De Gruyter

CFP Konferenz

Gender and Ethnonationalism. A New Era of Reproductive Choices and Constraints?

Veranstalterinnen: Prof. Dr. Isabel Heinemann / Verena Limper, M.A. / Dr. des. Mrinal Pande, SFB 1150 - Kulturen des Entscheidens, WWU Münster; Prof. Dr. Alexandra Minna Stern, American Culture, University of Michigan

 Although in many “Western” and Central European States ultra-nationalist movements seem to be on the rise, there is limited historical research on their ideological and cultural appeal. Initial explorations suggest that their reliance on conceptions of traditional family, “homelands” and “human biodiversity” are key. To advance scholarly research as well as inform political understandings, we will host an international and interdisciplinary workshop at the University of Münster, Germany. Focusing on gender norms, women’s roles and concepts of reproductive decision-making es-poused by these movements on their websites, in their media ventures, and in their publications, we will explore the objectification of women in these otherwise predominantly male organizations, examine the complexities of women’s agency, and discuss the effects of rising ethnonationalism on gender policies at large. To contribute to understanding the implications of "alt-right," "ultra-nationalist" and "ethno-nationalist" movements across Europe and the US, we seek to bring together an interdisciplinary group of historians, cultural anthropologists, and social scientists for an international workshop.

Due to the international scope of the workshop, we strongly encourage presentations that focus on Scandinavia and Southern Europe as well as those dealing with countries commonly included in the “global south”. Also, we invite presentations from different academic disciplines such as contemporary history, sociology, gender theory, cultural anthropology, cultural studies.

Travel costs and accommodation will be covered by the University of Münster.

To publish our results and to spark scholarly discussions on the topic, we are currently applying to edit a special issue of the prestigious “Journal of Contemporary History” based on the outcome of the conference.

Please send a short abstract of your intended presentation (1 page, 300 words max) and a short biographical sketch to conference.ethnostate@uni-muenster.de until January 31, 2019. Successful applicants will be informed by Febuary 15, 2019.

Full Call for Papers:

CfP Gender And Ethnonationalism

Call for Papers HSozKult.de

CFP - Themenheft der Zeitschrift Body Politics

Die biologische Uhr

Hrsg. von Isabel Heinemann / Verena Limper

Die geschlechterhistorisch motivierte Untersuchung des Frauenkörpers, seiner Reproduktionsfähigkeit und seiner gesellschaftlichen Konstituierung und Kommentierung war zentral für die Etablierung des Feldes „Körpergeschichte“ in Deutschland. Ähnlich dem „Soldatenkörper“ war auch der weibliche „Reproduktionskörper“ stets mit politischer Bedeutung aufgeladen und wurde so zum Austragungsort offener und auch verdeckter Machtkämpfe. Zwei Blickrichtungen, die uns zentral bedeutsam für die Ausgestaltung eines breiten gesellschaftlichen Diskurses über Reproduktion sowie der Bedingungen und Vorstellungen von Prozessen reproduktiven Entscheidens erscheinen, standen bislang jedoch kaum im Fokus: Zeit und Visualisierung von (verstreichender) Zeit – kondensiert im Bild von der „biologischen Uhr“.

In diesem Heft möchten wir die Möglichkeit bieten, das Verhältnis von Zeit und Reproduktionskörpern auf vielfältige Weise zu untersuchen. Beiträge zu allen hier angesprochenen Themenkomplexen sind erwünscht. Unser bevorzugter Untersuchungszeitraum ist die Phase von der Mitte des 20. bis ins 21. Jahrhundert, doch auch Untersuchungen von Konzepten reproduktiven Entscheidens bis zum 19. Jahrhundert sind von großem Interesse. Wir freuen uns auch über Beiträge, die aktuelle Probleme in den Blick nehmen wie die Diskussion um “Regretting Motherhood” oder die Debatten um „Abtreibungswerbung“ (§219a) in Deutschland. Besonders willkommen sind zudem Beiträge, die über den bereits recht gut erforschten Bereich der „westlichen Gesellschaften“, d.h. Nord- und Westeuropa sowie USA, hinausgehen. Beiträge können sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch verfasst werden.

Wir bitten um Abstracts (1 Seite) und Arbeitstitel sowie eine kurze biografische Skizze bis zum 31. Oktober 2018 an verena.limper@uni-muenster.de. Bis spätestens Mitte November werden die Zusagen verschickt. Die finalisierten Beiträge sind bis Ende Januar 2019 einzureichen. Es folgt ein double-blind peer-review Prozess. Das Heft soll 2019 erscheinen.

Vollständiger Call for Paper unter folgendem Link:

Body Politics - Die biologische Uhr

Gastwissenschaftlerin

Wir begrüßen herzlich Alexandra Minna Stern, Professorin am Department of American Culture der University of Michigan, Ann Arbor. Professor Stern ist Spezialistin für die Erforschung der Geschichte der Eugenik, von (Zwangs)Sterilisationspolitik sowie der Geschichte der genetischen Beratung in den USA. Sie leitet unter anderem das Sterilization and Social Justice Lab an der University of Michigan, welches die Lebensgeschichten kalifornischer Sterilisationsopfer aufzeichnet.

Mit Frau Stern forschen wir im Rahmen unseres SFB-Teilprojektes "Reproduktionsentscheidungen in Deutschland und den USA" über Familien- und Geschlechtervorstellungen in ultra-nationalistischen Bewegungen der Gegenwart und über Zusammenhänge zwischen Eugenikbewegungen und staatlicher Gesundheitsfürsorge in internationalem Kontext.

Jun.- Prof. Dr. Isabel Heinemann

Aktuelles

Isabel Heinemann
© IH

Im Juni 2018 wurde Isabel Heinemann in den internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors berufen.

Anlässlich des Abtreibungsreferendums in Irland führte Isabel Heinemann ein Gespräch mit dem WDR 5 zum Thema Wertewandel in Irland.

Im Oktober 2018 forscht Isabel Heinemann als Karl Ferdinand Werner Fellow am Deutschen Historischen Institut Paris zum Thema „Die Zukunft wird der Frau gehören!“ Flora Tristan (1801-1844) und ihre Version eines feministischen Sozialismus zwischen alter und neuer Welt“.

Aufsätze

Keimzelle des Rassenstaates” oder „privater Rückzugsort“? Die Bedeutung der Familie in der nationalsozialistischen Germanisierungs- und Vernichtungspolitik, in Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, Bd. 34: Geschlechterbeziehungen und Volksgemeinschaft, Hrsg. v. Klaus Latzel, Elissa Mailänder, Franka Maubach, Göttingen 2018, S. 133-153.

Publikationen

Gerade erschienen: Wert der Familie. Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA des 20. Jahrhunderts (Habilitationsschrift, Band 3 der Reihe „Family Values and Social Change“), Frankfurt a. M./New York: DeGruyter-Oldenbourg 2018. Link

Children by Choice? Changing Values, Reproduction, and Family Planning in the 20th Century, hrsg. gemeinsam mit Ann-Kathrin Gembries und Theresia Theuke, Berlin/Boston 2018.  Link

Vorträge

„In the Name of the Nuclear Family”? Reproductive Decision-Making and Human Rights Discourse in the Second Half of the 20th Century, Konferenz „The Family, Human Rights, and Internationalism. Global Historical-Sociological Perspectives”, Max-Planck-Institut für die Erforschung religiös und ethnisch diverser Gesellschaften, Göttingen, 3.11.2018.

„Die Zukunft wird der Frau gehören“: Flora Tristan und ihre Version eines feministischen Sozialismus zwischen alter und neuer Welt, Seminaire de Recherche en Histoire Contemporaine, Deutsches Historisches Institut Paris, 16.10.2018.

 Die Familie als Relais der nationalsozialistischen In- und Exklusionspolitik, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Wien, 21.6.2018.

 „At the Heart of the Culture Wars“: Adoption und Abtreibung in den USA der 1980er Jahre, Fakultät für Geschichtswissenschaften, Universität Bielefeld, 18.6.2018.

„(How) Does Reproductive Decision-Making Change in Times of Crisis?", International Conference “Family in Crisis? Crossing Borders, Crossing Narratives”, 8.-11.3.2018, Palma de Mallorca.

1.-2.3.2018, Universität Münster: Von der „bürgerlichen Kernfamilie“ zu „families by choice“? Entscheidungen zur Elternschaft in der Moderne am Beispiel des Umgangs mit ungewollter Kinderlosigkeit, Workshop „Lebensentscheidungen“.

9.2.2018, Akademie für Politische Bildung Tutzing: „Unheroic Mothers“? Women as Murderers, Victims and Heroines in the National Abortion Debate, Jahrestagung der Historikerinnen und Historiker in der Deutschen Gesellschaft für Amerikaforshcung (DGfA): Heroism and the Heroic in American History.

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Verena Limper

Aktuelles

Verena Limper
Publikationen

Die Säuglingsflasche. Dinghistorische Perspektiven auf Familienbeziehungen in der Bundesrepublik Deutschland und in Schweden (1950–1980), in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 13 (2016), S. 442-465.

Vorträge

"Das demokratische Baby? Säuglingserziehung in bundesdeutschen und schwedischen Ratgebern 1940er bis 1950er Jahre"
25.-26. Oktober 2018: Pädagogisierung des "guten Lebens", Bibliothek am Guisanplatz/PH Zürich/Fachhochschule Nordwestschweiz, Bern.

"Zwischen Surrogacy und Embryonenschutzgesetz. Wege in die Elternschaft für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland und den USA"
22. Oktober 2018: Kolloquium Neuere und Neueste Geschichte, Historisches Institut, Universität zu Köln.

„Becoming Queer Parents – Reproductive Choice and Family Assemblages in the USA and Germany since the 1980s“
30.-31. August 2018: National STS Conference 2018, Uppsala, Schweden.

„‚Can you replace my mummy?‘ Animals and infant feeding decisions in Germany during the ‚long‘ 20thcentury”
07. Juni 2018: International Conference on Food History and Cultures, Tours, Frankreich.

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Marcel Brüntrup

Aktuelles


Publikationen

Verbrechen und Erinnerung. Das „Ausländerkinderpflegeheim“ des Volkswagenwerks, erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2019.

„‚Wilful Neglect‘. Der Kriegsverbrecherprozess in Helmstedt gegen die Verantwortlichen der ‚Ausländerkinder-­Pflegestätte‘ des Volkswagenwerks“, in: Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte 4 (02/2017), S. 6–7. Online.

Vorträge

„Die ‚unerwünschten‘ Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen“, Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Ringvorlesung „Zwangsarbeit in der Völklinger Hütte – deutsche und europäische Bezüge“, 28. November 2017, Völklingen.

„‚Wilful Neglect‘. Der Kriegsverbrecherprozess in Helmstedt gegen die Hauptverantwortlichen der ‚Ausländerkinder-­Pflegestätte‘ des Volkswagenwerks“, KZ-Gedenkstätte Neuengamme; International Research and Documentation Centre for War Crimes Trials, Marburg: Britische Militärjustiz und NS-Verbrechen 1945–1949. Aktuelle Forschungen und Debatten, 09. - 11. Februar 2017, Hamburg.

Neu erschienen

Aktuelles

© DE GRUYTER

Der Band untersucht in acht Beiträgen, wie sich im 20. Jahrhundert das Denken, Reden und Handeln im Hinblick auf Kinder und Familienplanung veränderte. In einer international vergleichenden Perspektive wird dabei insbesondere der diesen Entwicklungen zugrunde liegende Wertewandel in den Blick genommen.

Children by Choice? Changing Values, Reproduction, and Family Planning in the 20th Century, hrsg. gemeinsam mit Ann-Kathrin Gembries und Theresia Theuke, Berlin/Boston 2018.

Erschienen bei De Gruyter

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