Jan H. Wille, M. Ed.


Lebenslauf
Forschungsschwerpunkte
Forschungsprojekt
Stipendien
Publikationen

Lebenslauf

seit 09/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Velopa – Verwaltungslogik und kommunikative Praxis im und nach dem Nationalsozialismus 1930-1960“ – Teilbereich Religion
08/2018 Master of Education
2012-2018 Studium der Geschichte und katholischen Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
12/2017-08/2018 Wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt Velopa
05/2014 - 11/2017 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte II / Zeitgeschichte (Prof. Dr. Thomas Großbölting)
11/2014 - 11/2017 Studentische Hilfskraft am Institut für die Didaktik der Geschichte (Prof. Dr. Saskia Handro, Dr. Martin Schlutow, Dr. Oliver Näpel)
04/2016 - 09/2017 Volontariat unter der Trägerschaft des Deutschen Vereins vom Heiligen Land (DVHL) an der Benediktiner-Abtei Dormition Abbey in Jerusalem (Israel)

Forschungsschwerpunkte

  • Verwaltungsgeschichte des 20. Jahrhunderts
  • Deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts
  • Sound History

Aktuelles Forschungsprojekt

Das Reichskonkordat (1933-1957). Ein Abkommen im Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche (Dissertationsprojekt)

Kurzexposé:

Kaum ein Vertrag in der Beziehungsgeschichte von deutschem Staat und katholischer Kirche hat derartig viele Kontroversen ausgelöst, wie das am 20. Juli 1933 unterzeichnete Reichskonkordat. Die zweifelsfrei großen Beharrungskräfte des Konkordates, welches trotz aller Widerstände heute noch als rechtliche ›Klammer‹ subsidiäre Gültigkeit besitzt, lassen aufhorchen und ermutigen dazu, sich mit der Geschichte dieses Staatskirchenvertrages tiefergehend zu beschäftigen. Diese Studie will danach fragen, welchen Beitrag das Reichskonkordat zur Konstitution des Verhältnisses zwischen dem mehrfach transformierten deutschen Staat und der katholischen Kirche bzw. dem Vatikan von 1933 bis 1957 geleistet hat. Sie wird den Spuren nachgehen, inwiefern das Konkordat stabilisierend oder destabilisierend (möglicherweise sogar beides zugleich) auf die Beziehung zwischen Staat und Kirche gewirkt hat. Der zeitliche Rahmen ergibt sich aus den historischen Wegscheiden des Kontraktes, zum einen seiner Verhandlung im Frühjahr/Sommer 1933, zum anderen dem Karlsruher Bundesverfassungsgerichtsprozess mit dem Urteilsspruch zur Gültigkeit des Vertrages 1957. Darüber hinaus ist es dem system- und zäsurübergreifenden Längsschnitt ein Anliegen, nicht nur auf juristischer Ebene die Effekte des Konkordates auf das Staatskirchenrecht bemessen zu können, sondern in diesem dynamischen Beziehungsgefüge gerade nach (Dis-)Kontinuitäten im staatlich-kirchlichen Denken und Handeln zu suchen. Wie wurden die Reichweite und die Grenzen des Reichskonkordates im Untersuchungszeitraum wahrgenommen? Wurde es mit strategischem Kalkül zur Durchsetzung politischer Ziele eingesetzt? Für wen war es Druckmittel, für wen Pfand und für wen Fessel? Unter welchen Prämissen und Intentionen wurden die elastischen Maßstäbe der einzelnen Artikel (miss-)interpretiert? Und wurden mit dem Konkordat gar Ziele verfolgt, die gänzlich außerhalb des Wirkungskreises dieses Vertrages lagen? Auf diese und ähnliche Fragen versucht die geplante Studie Antworten zu finden. Sie geht dabei von der Prämisse aus, dass die Antworten sich nicht im Wortlaut der im Untersuchungszeitraum unveränderten Paragraphen finden lassen, sondern in deren Auslegung und Anwendung zu suchen sind. In diesem Sinne ist die im Reichskonkordatstext verbriefte vertragsrechtliche Ordnung zwischen Staat und Kirche nur als ein Ausschnitt der historischen Wirklichkeit dieses Verhältnisses zu verstehen. Wie sich die beiden Sphären auf der Grundlage des Reichskonkordates tatsächlich zu-, mit- und gegeneinander konstituierten, will die Studie offenlegen.

Stipendien/Auszeichnungen

  • Seit 12/2018 – Gerald D. Feldman Reisebeihilfen der Max-Weber-Stiftung, dabei geplante Aufenthalte in Washington D.C. (07-08/2019) und Rom (06/2020)
  • 10/2016-03/2018 – Stipendiat des Deutschlandstipendiums ProTalent der WWU

Publikationen (Stand 22.05.2019)

  • Tagungsbericht: Was glaubten die Deutschen 1933-1945? Eine neue Perspektive auf das Verhältnis von Religion und Politik im Nationalsozialismus, 06.12.2018 – 07.12.2018 Münster, in: H-Soz-Kult, 15.02.2019.