Dr. Daniel Gerster


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Lebenslauf

Forschungsschwerpunkte

Forschungsprojekte

Herausgeber- und Mitgliedschaften

Publikationen

 

 

Lebenslauf

seit 12/2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Mannwerdung "hinter Mauern". Internatserziehung und Männlichkeit(en) in Deutschland und England, 1870-1930" (DFG Eigene Stelle)
08/2012-11/2019
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centrum für Religion und Moderne der WWU Münster
09/2011 - 07/2012 Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte (Prof. Dr. Paul Nolte) der Freien Universität Berlin
09/ 2011 Promotion am European University Institute, Department of History and Civilization, Florenz
09/2007 - 08/2011 Forscher am European University Institute, Department of History and Civilzation, Florenz
04/2007 Erstes Staatsexamen für Gymnasiallehramt an der Freien Universität Berlin
11/2002-08/2007 Studentische Hilfskraft, unter anderem am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz
09/2005 - 03/2006 Studium der Geschichte an der Uniwersytet Warszawski in Warschau, Polen
10/2003 - 08/2007 Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Freien Universität Berlin
04/2002 - 09/2003 Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Religionslehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

 

Forschungsschwerpunkte

  • Männlichkeits- und Jugendgeschichte
  • Historische Bildungsforschung
  • Religionsgeschichte, insbesondere Katholizismusforschung
  • Historische Friedens- und Konfliktforschung

   

Herausgeber- und Mitgliedschaften

 

Forschungsprojekte

  • Mannwerdung "hinter Mauern". Internatserziehung und Männlichkeit(en) in Deutschland und England, 1870-1930

    Die Frage, was einen Jungen zum ‚Mann‘ werden ließ, war in den bürgerlichen Gesellschaften Europas im Ausgang des 19. Jahrhunderts heftig umstritten. Dazu trugen nicht nur divergierende politische, soziale und religiöse Weltsichten und deren unterschiedliche Männlichkeitsvorstellungen bei, sondern auch die (Neu-)Entdeckung der ‚Jugend‘ als eigenständige Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein.

    Vor dem Hintergrund der geschilderten Konfliktlage wird im Rahmen des Forschungsvorhabens untersucht, wie in den Jahrzehnten zwischen 1870 und 1930 ‚Männlichkeit(en)‘ in der Internatserziehung konzipiert und Mannwerdung in ausgewählten Anstalten im Deutschen Reich und in England praktiziert worden ist. Internate sind im Wesentlichen durch die Zusammenlegung von schulischer und außerschulischer Erziehung am selben Ort, eine hohe Zugangsbeschränkung sowie eine eigene Gemeinschaftsidentität gekennzeichnet. Sie bilden folglich in der Sozialisation von Jugendlichen eine einzigartige Schnittstelle zwischen Schule, Peergroup und Familien. Internate eignen sich daher besonders, um beispielhaft den Wandel von Vorstellungen und Praktiken der Mannwerdung in Relation zu sozialen Kategorien wie Klasse, Religion oder Nation sowie in Rückbindung an gesellschaftliche Entwicklungen wie Liberalisierung oder Industrialisierung herauszuarbeiten.

    Die Untersuchung erfolgt anhand von ausgewählten Internaten wie dem traditionellen Jungeninternat Harrow in England, der Landesschule Pforta bei Naumburg und dem katholischen Jungeninternat Metten in Niederbayern. Sie kombiniert im Wesentlichen drei methodische Herangehensweisen: eine Erhebung von sozialen Strukturdaten der einzelnen Internate, eine semantische Analyse von Beiträgen verschiedener Akteure der Internats-erziehung zu den Themen ‚Mann‘ und ‚Mannwerdung‘ sowie eine Untersuchung der Praktiken der Mannwerdung in den ausgewählten Internaten. Je nach Methode greift die Studie auf unterschiedliche Quellen wie Schülerlisten, Rektorenreden und Schulzeitschriften, Hausregeln und Schulordnungen, Strafvermerke und Tagebucheinträge zurück.

    Durch das Forschungsprojekt soll in dreifacher Hinsicht ein Beitrag zur historischen Debatte geleistet werden:
    1. zur historischen Bedingtheit von Männlichkeitsvorstellungen und -praktiken gerade auch im Kontext der Sozialisation von Jugendlichen gehobener sozialer Schichten, die im Wesentlichen Adressaten und Klienten der untersuchten Internate waren.
    2. zum wandelhaften Charakter der Epoche zwischen 1870 und 1930, der im relationalen Verhältnis von ‚Männlichkeit(en)‘ zu anderen Entwicklungen der Zeit wie sozialen Umbrüchen, technischen Neuerungen, Kriegen und Krisen beschrieben werden soll.
    3. zur Diskussion um nationale Differenzen und Verflechtungen von europäischen Gesellschaften in der Epoche durch einen transnationalen Vergleich von ‚Männlichkeit(en)‘ im Deutschen Reich und England.

Publikationen

Monografien

  • Friedensdialoge im Kalten Krieg. Eine Geschichte der Katholiken in der Bundesrepublik Deutschland, 1957-1983, Frankfurt/New York: Campus Verlag 2012 (Historische Studien 65).

Herausgeberschaften

Aufsätze

Rezensionen (Auswahl)

  • Mark Edward Ruff, The Battle for the Catholic Past in Germany, 1945-1980, Cambridge: Cambridge University Press 2017, in: sehepunkte, 15.06.2018.
  • Pollard, John, The Papacy in the Age of Totalitarianism, 1914-1958, Oxford: Oxford University Press 2014, in: sehepunkte, 18.11.2016.
  • Hinz, Felix (Hrsg.): Kreuzzüge des Mittelalters und der Neuzeit. Realhistorie − Geschichtskultur − Didaktik. Hildesheim 2015 , in: H-Soz-Kult, 11.08.2016.
  • Gorry, Jonathan, Cold War Christians and the Spectre of Nuclear Deterrence, 1945-1959, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2013, in: sehepunkte, 24.11.2015.
  • Sammelrezension 'Christliche Religion und Erster Weltkrieg', in: H-Soz-Kult, 05.02.2015.
  • Buro, Andreas, Gewaltlos gegen Krieg. Erinnerungen eines streitbaren Pazifisten. Frankfurt am Main 2011, in: H-Soz-Kult, 07.01.2014.
  • Martin Klimke/Winfried Mausbach/Marianne Zepp (Hg.), „Entrüstet Euch!“. Nuklearkrise, NATO-Doppelbeschluss und Friedensbewegung, Paderborn 2012, in: H-Soz-Kult, 17.01.2013.
  • Mittmann, Thomas, Kirchliche Akademien in der Bundesrepublik. Gesellschaftliche, politische und religiöse Selbstverortung, Göttingen 2011, in: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kirchengeschichte 105 (2011), S. 579/580.
  • Karlheinz Lipp/Reinhold Lütgemeier-Davin/Holger Nehring, Frieden und Friedensbewegungen in Deutschland 1892-1992. Ein Lesebuch, Klartext, Essen 2010, in: Archiv für Sozialgeschichte (online) 52 (2012), 22.09.2011.
  • Hannig, Nicolai, Die Religion der Öffentlichkeit. Kirche, Religion und Medien in der Bundesrepublik 1945-1980, Göttingen 2010, in: H-Soz-Kult, 22.12.2010.
  • Holzem, Andreas (Hg.), Krieg und Christentum. Religiöse Gewalttheorien in der Kriegserfahrung des Westens, Paderborn 2009, in: H-Soz-u-Kult, 15.01.2010.
  • Stadtland, Helke (Hg.), Friede auf Erden. Religiöse Semantiken und Konzepte des Friedens im 20. Jahrhundert, Essen 2009, in: H-Soz-u-Kult, 30.06.2009.

Blogs, Rundfunk- und Fernsehbeiträge