Annika Hartmann, M. A.


Annika Hartmann

 

Lebenslauf
Forschungsschwerpunkte
Forschungsprojekte
Lehrveranstaltungen

 

 

 

Lebenslauf

seit 2014 Doktorandin im Forschungsprojekt Die Rolle der Stadtverwaltung Münster im Nationalsozialismus (Betreuer: Prof. Dr. Thomas Großbölting)
2014 Master of Arts in Geschichte
2012 - 2013 Studentische Hilfskraft im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ (Projekt A 2-9, Dr. Dr. Massimiliano Livi)
2011 - 2012 Auslandsstudium am University College Dublin
2009 - 2011 Studentische Hilfskraft im Exzellenzcluster „Religion und Politik“ (Projekt B 6, Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer) sowie am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte II/Zeitgeschichte
2007 - 2014 Studium der Geschichte und Anglistik/Amerikanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Forschungsschwerpunkte

  • Gesellschafts- und Verwaltungsgeschichte der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus
  • Deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts
  • Geschlechter- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Forschungsprojekte

Dissertationsprojekt – Kurzexposé

Die Rolle der Stadtverwaltung Münster im Nationalsozialismus
Teilprojekt 1: Von der Weimarer Republik bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges

Die Untersuchung hat zum Ziel, den Weg der Stadtverwaltung Münster in den Nationalsozialismus nachzuzeichnen und die inhaltlichen, strukturellen und personellen Brüche und Kontinuitäten von der Weimarer Republik bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs herauszustellen. In diesem Kontext soll überdies in den Blick genommen werden, inwiefern die nationalsozialistische Machtübernahme Aufgaben, Ziele und Verwaltungshandeln der Stadtverwaltung veränderte. Außerdem stellt sich die Frage, wie der weitgehend reibungslose Übergang der Stadtverwaltung Münster in den Nationalsozialismus gelang, obwohl das Verwaltungspersonal nach der Machtübernahme keine ‚parasitäre Durchdringung’ durch Nationalsozialisten erlebte.

Die Stadtverwaltung wird dabei als ein zentraler Akteur in Münster angesehen, der zur Stabilisierung des NS-Systems beitrug. Die Interaktionen der Stadtverwaltung Münster mit Parteistellen, staatlichen Behörden, der Kirche und der Bevölkerung werden als besonders wichtig erachtet, da sie Handlungsräume, Inhalte und Arbeit der Verwaltung beeinflussten. Die Handlungsräume sowie Formen von Kooperation und Konkurrenz zwischen der Stadtverwaltung und anderen Akteuren vor Ort sollen aufgezeigt werden.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Projekts ist es, die Rolle der Stadtverwaltung bei Entrechtungs- und Verfolgungsmaßnahmen gegen jüdische Mitbürger und andere marginalisierte Gruppen festzustellen und sich der Frage zu widmen, inwiefern sich die Stadtverwaltung eigeninitiativ und mit welchen Interessen an Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus beteiligt hat.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2014/2015

Übung : „Volksgemeinschaft“ im Nationalsozialismus: Utopie oder soziale Praxis? (gemeinsam mit Philipp Erdmann)
Do 14-16 Uhr

Das aus dem Deutschen Kaiserreich stammende Konzept der "Volksgemeinschaft" war ein Kern des nationalsozialistischen Denkens. Mit dem Begriff wurde die Utopie der nationalen Einheit und gesellschaftlichen Gerechtigkeit im erneuerten, wieder erstarkten Reich propagiert. Als soziale Praxis meinte die Durchsetzung der Volksgemeinschaft aber vor allem auch die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen, so genannter „Gemeinschaftsfremder“.
Die historische Forschung und einige ihrer führenden Vertreter wie Ian Kershaw haben in den letzten 10 Jahren durch die „Volksgemeinschaft“- Debatte die Auseinandersetzung mit dem Begriff wiederbelebt. Deutlich wurde so, dass er mehr ist als nur eine propagandistische Phrase. Gleichzeitig müssen Historiker aufpassen, sich von eben diesen Propagandaformeln nicht fehlleiten zu lassen.
Im Rahmen der Übung sollen anhand ausgewählter Quellen unterschiedliche Perspektiven und Zusammenhänge beispielsweise zwischen "Volksgemeinschaft" und Judenverfolgung oder Gesundheitspolitik erarbeitet werden. Damit erlaubt die Veranstaltung einerseits die Auseinandersetzung mit Potenzialen und Grenzen des Volksgemeinschaftsbegriffs für die historische Forschung, andererseits wird ein detaillierter Blick auf die NS-Gesellschaft insgesamt und ihre Ideologien möglich.
Zur Einführung: Kershaw, Ian, „Volksgemeinschaft“. Potenzial und Grenzen eines neuen Forschungskonzepts, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 59, Heft 1, München 2011, S. 1-17. Wildt, Michael, „Volksgemeinschaft”, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 03.06.2014. Hier zu finden.