Markus Goldbeck, M. a.


M. Goldbeck
© M. Goldbeck

Lebenslauf
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Lehrveranstaltungen

 
 
 

 

 
 

Lebenslauf:

2004-2009 Studium der Geschichte und Wirtschaftswissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
2007-2009 Studentische Hilfskraft am Institut für Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
2009 M.A.
2010-2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Münster
Seit 2017 Geschäftsführer des 52. Deutschen Historikertages in Münster

Forschungsschwerpunkte:

  • Deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts
  • Geschichte der DDR und ihre Rezeption nach 1990
  • Geschichte der SED und des MfS
  • Geschichte der „Geschichtsaufarbeitung“
  • Geschichte der Verwaltungen und Behörden

Forschungsprojekte:

Abgeschlossenes Projekt: ‚Aufarbeitung‘ in Deutschland. Eine Ideengeschichte am Beispiel von ‚Stasi‘-Debatte und ‚Stasi-Unterlagen-Behörde‘ zwischen 1989 und 2005

Das Projekt untersuchte Entstehung und Arbeit der Stasiunterlagenbehörde im wiedervereinigten Deutschland. Die Behörde erscheint in ihrer Entstehung und Entwicklung bemerkenswert: Zunächst gegen vielfältige Widerstände gegründet, trotzte sie auch in den Folgejahren den vielfältigen Schließungswünschen und erhielt, trotz oft schwieriger Haushaltslage, nicht unerhebliche finanzielle Mittel. Zudem entwickelte sich die Behörde zu einer der zentralen Akteure der bundesdeutschen Auseinandersetzung mit der DDR. Daraus ergibt sich eine Reihe grundlegender und interessanter Fragen: Was waren die zentralen Motive bei der Gründung der BStU und warum geschah dies ausgerechnet als Behörde? Welche Faktoren sorgten für Stabilität in einem durchaus nicht stabilen Umfeld von Unterstützern und was bewegte die politischen Entscheider dazu, die Behörde regelmäßig wieder finanziell zu unterstützen? Wie gelang es der BStU so wirkmächtig zu werden, wie legitimiert sie sich und wie arbeitete sie?
Die Untersuchung möchte diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven nachgehen. Dazu betrachtet sie die Geschichte der BStU kombiniert als Behörden-, Ideen- sowie Wahrnehmungs- und Debattengeschichte. Die Annäherung an die „Aufarbeitungsbehörde“ erfolgt dabei – erstens – bewusst nicht als „Aufarbeitungsgeschichte“ sondern im Kontext einer Geschichte der Bundesrepublik, mithin als Behördengeschichte in einer Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung. Hier gilt es vor allem die Behörde in die Geschichte der Bundesrepublik und zwar in die Kontinuitätslinien der „alten“ wie auch der entstehenden „neuen“ Bundesrepublik einzuordnen und ihrer gesellschaftlichen „Funktion“ auf die Spur zu kommen. Zweitens verfolgt die Arbeit die Nutzung von „Aufarbeitung“ als Legitimationsressource. In ideengeschichtlicher Perspektive wird die Frage verfolgt, was die Akteure eigentlich jeweils mit „Aufarbeitung“ meinten und wie sie ihre jeweiligen Vorstellungen in die geschichtspolitische Debatte einbrachten. Ziel ist es hier auch, die Historisierung der „Aufarbeitungsidee“ zu befördern, indem den historischen Wurzeln des Konzepts nachgegangen wird. Daran schließt sich drittens, auch und gerade in Verbindung mit der Arbeit der Behörde, die Untersuchung der Verbindung von „Geschichtsaufarbeitung“ und öffentlicher Geschichtsthematisierung zwischen politischen und medialen Mechanismen an. Einerseits war die Beschäftigung mit Themen der DDR-Vergangenheit oft die intendierte kritische Auseinandersetzung mit schweren Menschenrechtsverletzungen. Andererseits wurde diese aber auch durch Legitimierungs- und Profilierungsstrategien unterschiedlicher Akteure begleitet und oft auch überlagert. Mitunter wurde die Auseinandersetzung mit dem Erbe der DDR gar zu einer Art ausgelagertem Konfliktfeld in dem sowohl (alt)bundesrepublikanische Konflikte, etwa diverse Staatsaffären, ausgetragen, wie auch das sich herausbildende politische Gleichgewicht im Osten Deutschlands ausgehandelt wurde. Die Rolle der Behörde soll hier im Kontext einer Wahrnehmungs- und Debattengeschichte ausgelotet werden. Interessant ist dabei besonders inwiefern die BStU zu einem eigenständigen Akteur wurde und welche Folgen dies sowohl in der „Arena der Aufarbeitung“, als auch im politischen Raum zeitigte.
Dieser kombinierende Zugriff auf die Geschichte der BStU macht deutlich, wie Ideen durch institutionelle Arrangements ge- und überformt werden. Zugleich lotet er den „praktischen“ Nutzen von „Aufarbeitung“ jenseits des originären Anspruchs aus: Es kann gezeigt werden, wie Vergangenheitsthematisierung als integrierendes aber auch delegitimierendes Moment funktioniert. Die Geschichte der BStU spiegelt zugleich auch ein Panorama bundesrepublikanischer Geschichte nach aber auch vor 1990.

Publikationen:

  • Zwischen Moral- und Realpolitik: Die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) als Gegenstand und Akteur in der Auseinandersetzung um die DDR-Vergangenheit, in: Böick, Marcus/Schmeer, Marcel (Hg.): Wahrnehmungen im Widerstreit. Umstrittene Organisationen in der Geschichte des 20. Jahrhunderts [in Vorbereitung].
  • Vergangenheit als politische Ressource. Das Beispiel der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) im Kontext der 'Stasi-Debatte', in Großbölting, Thomas; Lorke, Christoph (Hg.): Deutschland seit 1990. Wege in die Vereinigungsgesellschaft, Stuttgart 2017, S. 213-224.
  • zusammen mit Thomas Großbölting: Religion, in: Rahlf, Thomas (Hg.): Deutschland in Daten. Zeitreihen zur Historischen Statistik, Bonn 2015, S. 172 - 185. Zum Volltext des Sammelbandes geht es hier.
  • Freiheit oder Sicherheit? Die Debatte um den Zugang zu den Stasi-Unterlagen im Kontext von Sicherheits- und Informationspolitik, in: Deutschland Archiv, 21.11.2014, Link: http://www.bpb.de/194807
  • Die Ambivalenz staatlicher Förderung: Eine Chance für die DDR-Forschung oder „gefährliche Abhängigkeit“?, in: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2014, Berlin 2014, S. 1–16.

Lehrveranstaltungen:

  • Frühere Lehrveranstaltungen:

    Wintersemester 2017/18:

    Proseminar: Möglichkeiten und Grenzen von Diktaturforschung und Diktaturvergleich: Nationalsozialistisches Deutschland und DDR als Beispiel

    Sommersemester 2016:

    Proseminar: Von der rechtlichen Einhegung des Krieges zu den Menschenrechten als „Moralpolitik“: Ideen und Praktiken internationaler Politik im 19. und 20. Jahrhundert

    Wintersemester 2015/16:

    Übung: Schlüsseltexte zur Neueren und Neuesten Geschichte

    Sommersemester 2015:

    Proseminar: Einführung in das Studium der neueren Geschichte: „Erdrutsch“, „Nach dem Boom“ und vom „Kollektiv zum Individuum“? Deutsche Geschichte seit 1970 – Entwicklung und Deutung

    Wintersemester 2014/2015:

    Übung: Schlüsseltexte zur Neueren und Neuesten Geschichte

    Sommersemester 2014:

    Proseminar: Zwischenzeit - Die sowjetische Besatzungszone 1945–1949

    Wintersemester 2013/2014:

    Übung: Die „Aufarbeitung der Vergangenheit“ und die Suche nach Identität in Deutschland nach 1945: Schlüsseltexte in der Debatte um die deutsche Vergangenheit
    Übung: Schlüsseltexte zur Neueren und Neuesten Geschichte

    Sommersemester 2013:

    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte
    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte

    Wintersemester 2012/2013:

    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte
    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte

    Sommersemester 2012:

    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte
    Übung zur Vorlesung: Einführung in die neuere und neueste Geschichte

    Sommersemester 2011:

    Proseminar: Erinnerungen an die DDR: Motive, Akteure, Perspektiven