Mitwirkung der Professur für Neueste Geschichte

bei Medienproduktionen

MDR-Dokumentationsfilm: "Kinderraub der Nazis"

Geschichte im Ersten: "Kinderraub der Nazis" - MDR-Dokumentationsfilm

Es ist ein Verbrechen, das heute kaum kannt ist: Während des Zweiten Weltkrieges verschleppten die Nazis zehntausende Kinder aus ganz Europa und hinterließen damit mannigfache Traumata in deren Heimat und hierzulande. | 45 min. | Verfügbar bis 27.04.2021

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Es ist ein Verbrechen, das bis heute weitgehend unbekannt ist: Die Nationalsozialisten verschleppten während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Kinder und brachten sie in deutschen Familien unter. Die meisten der Kinder stammten aus Polen. Ihre Identität wurde verschleiert, um sie als "deutsche Kinder" in die Volksgemeinschaft einzufügen. Sie wurden illegal aus Waisenhäusern fortgebracht oder direkt aus ihren leiblichen Familien gerissen. Nach Kriegsende mussten viele der geraubten Kinder zurück in ihre Heimat, die ihnen oft fremd geworden war.

Noch heute fühlen sich die Menschen entwurzelt

Einige dieser Menschen leben noch heute, zerrissen und ohne Wurzeln. Noch immer treibt es Jozef Sowa Tränen in die Augen, wenn er von der Tragödie seines Lebens erzählt. Seine Eltern wurden 1943 in Polen von Wehrmachtssoldaten ermordet, er und seine Geschwister nach Deutschland verschleppt. Seine Schwester Janina wurde zur Adoption freigegeben und lebt bis heute dort. Dieser Kinderraub war kein Zufall. Heinrich Himmler wies 1941 an, "besonders gutrassige kleine Kinder polnischer Familien zusammen zu holen und von uns in besonderen Kinderheimen zu erziehen."

"Er wollte damit das deutsche Volk aufstocken", erklärt Professorin Isabel Heinemann. Seit Jahren forscht die Historikerin zu den geraubten Kindern, von denen es nach ihrer Schätzung europaweit etwa 50.000 gibt. Die größte Gruppe stammt aus Polen. Kinder ohne den Schutz leiblicher Eltern gerieten über das "Rasse- und Siedlungshauptamt der SS" in deutsche Familien, ihre wahre Identität wurde verschleiert.

Die Wiedereingliederung der "Hitler-Kinder" war oft problematisch

Nach dem Ende des Krieges kamen diejenigen, deren Herkunft rekonstruiert werden konnte, zurück in ihre Heimat. Ein oft fremd gewordenes Land, in dem die Identität als deutsches "Hitler-Kind" die Wiedereingliederung erschwerte. Die Verantwortlichen für die Verschleppungen wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Der Film begibt sich auf Spurensuche der polnischen Kinder, die ihr Leben lang Suchende zwischen zwei Welten blieben.

Ein Film von Elisabeth Lehmann und Monika Sieradzka

© MRD/Monika Sieradzka / Elisabeth Lehmann
zdf documentation: "Wir im Krieg"

"Wir im Krieg. Privatfilme aus der NS-Zeit" - ZDF-Dokumentationsfilm

Zum 80. Jahrestag des Kriegsausbruchs 1939 zeigt die Doku mithilfe von privatem und unveröffentlichtem Filmmaterial einen persönlichen Blick auf das Leben in NS-Diktatur und Krieg. | 43 min. | 08.08.2019 |

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Auf Dachböden, in Kellern und Archiven, in Sammlungen von Familien und Einzelpersonen schlummert ein nahezu vergessener Schatz: Es sind die privat gedrehten Filme unserer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern - eine Quelle von einmaligem Wert.Dem Autor Jörg Müllner ist es gelungen, bei umfangreichen Recherchen bemerkenswerte Funde zutage zu fördern, etwa aus der Stadt Lahr im Schwarzwald. Dort beauftragte einst die Stadtverwaltung ortsansässige Filmer und Fotografen, den Alltag in Lahr vom Tag der Machtübernahme Hitlers bis zum Kriegsende zu dokumentieren. Die Filmaufnahmen - viele davon in Farbe - zeigen, wie das Städtchen immer mehr vom Nationalsozialismus vereinnahmt wird: Zu sehen sind Paraden und Aufmärsche mit Volksfest-Charakter, aber auch der Juden-Boykott und die zunehmende Bedrohung für die jüdischen Bürger in Lahr. Wie in einem Mikrokosmos zeigen die Bilder aus Lahr das Leben in der NS-Diktatur: Was dort im Kleinen geschah, ist auch im Großen geschehen.Hobbyfilmer Hans Burscher aus Berlin-Schöneberg hält stolz den Besuch seines Sohnes vom Reichsarbeitsdienst fest, die Mutter bewundert die NS-Uniform.Privatfilme aus anderen Regionen Deutschlands zeigen die letzten friedlichen Tage vor Kriegsbeginn, etwa Aufnahmen des jungen Ehepaares Höse aus Leipzig von der Hochzeitsreise Ende August 1939 entlang der Oder. Während die jungen Leute ihre Flussfahrt in einem Faltboot genießen und in damals noch unzerstörten Städten wie Breslau und Stettin haltmachen, laufen die Kriegsvorbereitungen des NS-Regimes bereits auf Hochtouren.Aber auch Kriegsszenen wurden von Amateurfilmern festgehalten. Erschütternde Aufnahmen zeigen zerstörte Städte wie Düsseldorf oder Mainz nach Bombenangriffen und das Überleben der Menschen in den Trümmern. Ein anderer Hobbyfilmer dreht seinen Einsatz beim Reichsarbeitsdienst, richtet seine Kamera aber auch auf die Ruinen von Warschau, als er 1940 einen Lkw in das von Deutschen besetzte Polen bringen muss. Die Aufnahmen zeigen die Zerstörungen nach den erbitterten Kämpfen, es gab 40 000 Tote. Als der Filmer beim Angriff auf die Sowjetunion als Funkaufklärer der 20. Panzer-Division im Einsatz ist, hat er wieder seine Kamera dabei. Seine Farbfilmaufnahmen führen Etappen des erbarmungslosen Vormarschs der deutschen Wehrmacht vor Augen, mit brennenden Dörfern und der leidenden Zivilbevölkerung.Für die Dokumentation "Wir im Krieg" wurden die teils über 80 Jahre alten Aufnahmen eigens noch einmal neu in 2K-Auflösung abgetastet und aufwendig bearbeitet.

rbb documentation: "Geheimnisvolle Orte: Das Messegelände am Funkturm"

"Geheimnisvolle Orte: Das Messegelände am Funkturm" - ZDF-Dokumentationsfilm

43 min. | 10.09.2019

Seit fast 100 Jahren ist das Berliner Messegelände das Schaufenster zur Welt - glamourös, innovativ und populär. Ob Grüne Woche oder Internationale Tourismusbörse, die Verleihung des Deutschen Filmpreises oder die legendäre Funkausstellung, wenn die jeweilige Branche ruft, dann pilgern deren Jünger nach Berlin in die Hallen am Funkturm.

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mdr documentation: "Die Spur der Ahnen"

"Die Spur der Ahnen: Anastasia B. - der rätselhafte Tod meiner Großmutter" - MDR-Dokumentationsfilm

Film von Galina Breitkreuz | 29 min | 12.09.2018

Im Jahre 2006 kommt Anastasia Blinkowa nach Leipzig, als au pair. Die ausgebildete Lehrerin aus dem fernen Krasnojarsk trägt den gleichen Vornamen wie ihre Großmutter. Auch sie hieß Anastasia und auch sie hat das Schicksal nach Deutschland verschlagen. Beide haben sich aber nie kennenlernen können. Beide sind sich nie begegnet.

Als Anastasia 2006 nach Leipzig kommt, ist sie ihrer Großmutter aber so nahe wie nie zuvor, denn die Großmutter starb 1944 in Deutschland. Hierher war sie als Zwangsarbeiterin aus Weißrussland verschleppt worden. Zusammen mit ihren zwei Söhnen. Der eine war 10 Jahre alt, der jüngere Wladimir war erst 6 Jahre, als die Mutter starb und die beiden Kinder in den Wirren des Krieges selbst zusehen mussten, wie sie über die Runden kommen.

Irgendwie gelingt das Überleben. Bald verlieren sich beide aber wieder aus den Augen. Das Heimatdorf in Weißrussland existiert nicht mehr, verbrannte Erde. Der sechsjährige Wladimir muss sich alleine durchs Leben schlagen, ohne Angehörige und ohne Genaueres darüber zu erfahren, was mit der Mutter eigentlich damals in Deutschland passiert ist. Eine offene Wunde. Bis heute werfen die rätselhaften Umstände des Todes viele Fragen auf.

Nun macht er sich zusammen mit seiner Tochter Anastasia, die inzwischen in Deutschland eine eigene Familie gegründet hat, auf die Spurensuche.

Quelle

further comments or expert statments in tv or radio productions

  • „Countdown zum Zweiten Weltkrieg“, Spiegel TV, Erstausstrahlung 8.12.2018.
  • „1968 in der BRD“, Radio Q, Hochschulradio Münster, Q History, 27.6.2018.
  • „Wertewandel? Das Abtreibungsreferendum in Irland“, WDR 5, Politikum, 24.5.2018.
  • „Ahnenerbe: Les terribles savants de Hitler“, réalisé par Quentin Domart, Erstausstrahlung 23.6.2017 RMC Découverte, Paris Premiere 9/2017, TV5 Monde 12/2017. Englische Version: Hitler’s Evil Scientists, Erstausstrahlung 12/2017.
  • „Geheimnisvolle Orte – Der Kyffhäuser“, ARD, Erstausstrahlung, 7.3.2016.
  • „Heimatlos – Menschen auf der Flucht“, Spiegel TV / Sky, Erstausstrahlung 21.1.2016.
  • „1945 - 12 Städte, 12 Schicksale“, Spiegel TV / VOX, Erstausstrahlung 25.4.2015, Folge „Pilsen – Die Flucht“.
  • „Töten auf Tschechisch“, ZDF-History, Erstausstrahlung 12.09.2010.
  • „Eine blonde Provinz. Polen und der deutsche Rassenwahn“, Dokumentarfilm von Klaus Salge und Jacek Kubiak, Erstausstrahlung ARTE/RBB 2008.