Lehrangebot

Veranstaltungen im Wintersemester 2019/2020

Geschichte des Dramas vom 18. bis 21. Jahrhundert
Bachelor-Vorlesung, Mo 16-18, AUDIMAX, Beginn: 14.10.2019

Die Vorlesung richtet sich vor allem, aber nicht ausschließlich an Studierende im Aufbaumodul und hat die kritische Auseinandersetzung mit Kategorien und Konzepten der Theatertextanalyse zum Ziel. Der etwas sperrige Begriff „Theatertext“ weist darauf hin, dass Dramenanalyse ein ungemein komplexes und spannendes Forschungsfeld ist: Denn anders als beim Roman gilt es nicht nur den Text zu interpretieren, sondern den Text als Partitur einer mit ganz anderen Zeichen operierenden Aufführung zu lesen. Wie Literatur- und Theaterwissenschaften sich dieser Aufgabe annehmen, wird ebenso Thema sein wie die Frage beantwortet werden muss, in welcher Weise sich Dramentexte und Inszenierungen sowie das Verhältnis zwischen beiden im Verlauf der Geschichte verändern. Dabei liegt der analytische Schwerpunkt der Vorlesung auf der Konzeptualisierung und Darstellung der Figur, deren Psychologisierung im 18. Jahrhundert beginnt und deren Funktion im Drama sich parallel zu den um 1900 und um 2000 diskutierten Krisen von Subjekt und Gesellschaft existenziell verändert.

Zu Ihrer Vorbereitung finden Sie eine Lektüreliste vor Zimmer 105. Bitte erwerben Sie den Reader zur Vorlesung im Copyshop M&M, der vor Semesterbeginn ausliegen wird. Er enthält den Vorlesungsplan, Auszüge aus zentralen theoretischen Texten und aus den behandelten Dramen.

 

Kindheit. Literatur und Diskurs im Wechsel der Jahrhunderte
Bachelor- und Grundschulmaster-Seminar, Mi 10-12, VSH 118, Beginn: 16.10.2019

Wenn Kinder Protagonisten in literarischen Texten sind oder wenn sogar aus der Perspektive von Kindern erzählt wird, dann lassen sich aus diesem ästhetischen Arrangement Rückschlüsse auf den jeweils zeitgenössischen Diskurs über Kindheit ziehen. Vom 18. bis ins 21. Jahrhundert prägen Kunst und Literatur Kinderbilder aus, die verraten, welche Bedeutungen dem ‚Kind‘ in der Kultur zugeschrieben und welche Probleme der Kultur anhand des ‚Kindes‘ diskutiert werden. An Beispieltexten wird das Seminar untersuchen, in welcher Weise Gesellschaften und Künste das Kind zur Figur der Andersheit, der Kreativität, der Sprachlosigkeit oder der für jeden Erwachsenen uneinholbaren Erfahrung des Anfangs stilisieren, um auf diese Weise über sich selbst zu reflektieren. Das Seminar verbindet Einführungen in die Literaturgeschichte, Diskursanalyse und Erzähltextanalyse miteinander.

Zu Ihrer Vorbereitung finden Sie eine Lektüreliste vor Zimmer 105. Außerdem wird es einen Reader zum Seminar geben, den Sie bitte rechtzeitig vor Semesterbeginn im Copyshop M&M erwerben Er enthält den Seminarplan, Bibliographien zum Gesamtthema und zu einzelnen Texten sowie Auszüge aus zentralen theoretischen und literarischen Texten.

 

Kinder. Figuren der Alterität und Selbstreflexion in der Literatur vom 18. bis 21. Jahrhundert
Master-Seminar, Di 10-12, VSH 07, Beginn: 15.10.2019

Das Seminar wird sich mit Texten von Heinrich Jung-Stilling, E.T.A. Hoffmann, Ibsen, Benjamin, Bachmann, Jonathan Safran Foer u.a. unter drei analytischen Fragestellungen beschäftigen: Welche diskursiven Muster, die im Verlauf der Kulturgeschichte zur Konstruktion von „Kindheit“ genutzt werden, offenbaren die literarischen Texte, und wie wirken sie ihrerseits in den Diskurs zurück? In welcher Weise trägt Literatur dazu bei, dass Kinder als Figurationen von radikaler Andersheit – im Verhältnis zu den Erwachsenen, zur technischen Rationalität, zur Gesellschaft mit ihren Normen und Werten - stilisiert werden? Und warum hat Literatur selbst ein so großes Interesse an der Inszenierung von Kindheit? Reflektiert sie im Kind das Wunschbild ihrer eigenen Poetizität und Kreativität, oder lässt sie sich auf die Begegnung mit dem ihr Unverfügbaren vor der Sprache ein?

Zu Ihrer Vorbereitung finden Sie eine Lektüreliste vor Zimmer 105. Außerdem wird es einen Reader zum Seminar geben, den Sie bitte rechtzeitig vor Semesterbeginn im Copyshop M&M erwerben Er enthält den Seminarplan, Bibliographien zum Gesamtthema und zu einzelnen Texten sowie Auszüge aus zentralen theoretischen und literarischen Texten.

 

Transformationen der aktuellen Holocaust-Literatur
Master-Seminar, Do 12-14, VSH 17, Beginn: 17.10.2019

‚Holocaust-Literatur‘ ist in vielerlei Hinsicht ein problematischer Terminus, hat sich in der Forschung aber eingebürgert, um Texte zu beschreiben, die thematisch um den Zweiten Weltkrieg, um Nationalsozialismus und den Genozid an den Juden kreisen, Gedächtnis- und post memory-Konzepte diskutieren und formal mit dem Problem der Darstellbarkeit ringen. Seit Film und Literatur in Europa nicht mehr primär Informationsfunktion im Hinblick auf das historische Ereignis haben, können sie verstärkt selbstreflexiv werden und sich über ihre Form neu definieren. Dazu gehört, dass Imaginationsleistungen explizit gemacht werden, Verfremdungen erlaubt sind und Vermittlungsakteure immer wichtiger werden. Das Seminar wird unter den Aspekten Nicht-Verstehen, Delegieren, Historisieren und kulturell Transformieren Texte von Imre Kertesz, Ulrich Treichel, W.G. Sebald, Katharina Hacker, Katja Petrowskaja, Jonathan Safran Foer u.a. diskutieren.

Zu Ihrer Vorbereitung finden Sie eine Lektüreliste vor Zimmer 105. Außerdem wird es einen Reader zum Seminar geben, den Sie bitte rechtzeitig vor Semesterbeginn im Copyshop M&M erwerben Er enthält den Seminarplan, Bibliographien zum Gesamtthema und zu einzelnen Texten sowie Auszüge aus zentralen theoretischen und literarischen Texten.