Internationale Flaggen Rainer Sturm
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Sprachsensibler Geographieunterricht

Die Schülerschaft in der Bundesrepublik Deutschland zeichnet sich durch einen hohen Migrationsanteil aus. Bei vielen Schülern stellt Deutsch entsprechend die zweite Sprache dar, die sie zum Teil erst mit Eintritt in den Kindergarten oder gar in die Grundschule erwerben. Insbesondere die Überführung von der Alltagssprache in die Bildungs- sowie Fachsprache(n), bei denen es sich um eine konzeptionell schriftsprachliche Kommunikationsverwendung handelt, bereitet vielen große Mühen.  Um die damit assoziierten, konstatierten ungleichen Bildungschancen zu reduzieren, muss die Rolle der Sprache und Kommunikation als Voraussetzung für Lernprozesse im institutionellen Kontext neu evaluiert und geeignete Handlungsoptionen im fächerübergreifenden sowie fachspezifischen Unterricht entwickelt werden. Damit geht im Geographieunterricht eine Sensibilisierung der Sprache als konstitutives Element der Konstruktion von Räumen einher.
Mit Blick auf die Anbahnung bildungssprachlicher Kompetenzen werden im Seminar Charakteristika der geographischen Fachsprache auf lexikalischer und morpho-syntaktischer Ebene beleuchtet, die Deutsch-als-Zweitsprache-Schülern sowie sprachschwachen Erstsprachenschülern den Zugang zu fachlichen Inhalten erschweren bzw. verstellen. Dies bezüglich werden im Kurs Leitlinien, didaktische Modelle (im Sinne des Scaffoldings), produktives und rezeptives Strategietraining im Bereich des Lesen, Schreibens und der Darstellungsweisen, Methodenwerkzeuge sowie Handlungs- und Interaktionsformen eines sprachsensiblen Unterrichts in Bezug auf die Geographie theoretisch sowie praktisch erarbeitet und kritisch diskutiert.