Mobiles Lernen und Web 2.0 im Geographieunterricht

Web2

Der zunehmende Stellenwert von Social Media bildet sich u.a. in einer neuen digitalen Sozialisation der Schülerinnen und Schüler ab, dem schülergerechte Lehr- und Lernformen Rechnung tragen müssen. Gerade im Sinne einer Inklusion und Binnendifferenzierung, aber auch im Bereich des Globalen Lernens, bieten Tablets in Verbindung mit dem Web 2.0 vielfältige Möglichkeiten, neue Lernkulturen zu entwickeln. Unterricht wird dabei mehr zu einem eigenverantwortlichen und personalisierten Lernprozess, der den Schüler/-innen auch kreative und schülernahe Ausdrucksmöglichkeiten bietet, die über den Adressatenkreis des Klassenverbandes hinauswirken.

Teilprojekte

MEIG- Der Mehrwert von mobilen Endgeräten im Geographieunterricht (seit 2015)
Projektleitung: Gabriele Schrüfer, Karsten Lenk
Mitarbeit: Nina Brendel, Sonja Schwarze, Alexander Braun

In den vergangenen Jahren haben bereits viele Lehrkräfte mobile Endgeräte im Geographieunterricht verwendet oder deren Einsatz geplant und damit Pionierarbeit geleistet. Obwohl einige Geographielehrkräfte im Rahmen verschiedener Plattformen von spannenden und innovativen Konzepten berichten, gab es bislang keine empirisch gesicherten Befunde zu den Möglichkeiten und Grenzen von mobilen Endgeräten im Erdkundeunterricht.
Aus diesem Antrieb wurde diese Studie durchgeführt, welche anhand der persönlichen Erfahrungswerte von Geographielehrern die Potentiale des Einsatzes von Tablets, Smartphones und anderen mobilen Endgeräten im Erdkundeunterricht analysiert und interpretiert.
Mit dieser Studie soll außerdem der Grundstein für eine wissenschaftlich fundierte Evaluation verschiedener Einsatzkonzepte gelegt werden, deren Ergebnisse Geographielehrkräften den Einstieg in die Arbeit mit mobilen Endgeräten erleichtern und darüber hinaus in der Lehrerbildung Anklang finden sollen.

Einführung von Tablets im Geographieunterricht – eine Studie am Beispiel der Türkei (2014-1015)
Gabriele Schrüfer, Selahattin Aksit (Pamukkale Universität Denizli, Türkei)

In einem landesweit angelegten Schulprojekt (FATIH) stattet das Ministerium alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte in der Türkei ab der fünften Jahrgangsstufe mit je einem Tablet aus. Bereits zum ersten Schultag des Schuljahres 2011/2012 wurden die ersten Tablets an die Schüler/-innen verteilt. Gleichzeitig wird die technische Ausstattung der Schulen erneuert und die Klassenzimmer werden mit interaktiven Whiteboards ausgestattet. Für die Schulen bringt diese Bildungsoffensive große Herausforderungen und Chancen mit sich. Innerhalb dieser Arbeit werden Möglichkeiten der Nutzung der Tablets und Web 2.0 unter Berücksichtigung des türkischen Lehrplans am Beispiel des Geographieunterrichts evaluiert. Dabei wurden konkrete Konzepte entwickelt, im Unterricht durchgeführt und evaluiert und somit mögliche Herausforderungen, Chancen und Konsequenzen am Beispiel des Faches Geographie aufgezeigt.

Ausgewählte Literatur:
Aksit, S. & Schrüfer, G. (2016): TABLETLERİN OKULLARDAKİ KULLANIMININ TEORİK ESASLARI VE COĞRAFYA DERSİNDE UYGULANABİLECEK PRATİK OLANAKLAR (Application of tablets at school: theoretical principles and practical possibilities on the example of geography teaching. In: Pamukkale Üniversitesi Yayínlari (Ed.). Bildiriler kitabi (proceedings, international symposium on social studies education). pp 706-713.
Akşit, S. & Schrüfer, G. (eingereicht): Einführung von Tablets im Geographieunterricht – eine Studie am Beispiel der Türkei.


Mauritz-Studie: Evaluierung einer Tablet-Klasse (2013-2015)
Projektleitung: Gabriele Schrüfer
Mitarbeit: Nina Brendel, Karsten Lenk, Alexander Braun, Michael Weichbrodt, Marc Gottwald-Kobras)


In dieser Studie werden Tablet-Klassen in der Pilotisierungsphase am St.-Mauritz-Gymnasium in Münster evaluiert. Im Zentrum des methodischen Vorgehens stehen leitfragengestützte Befragungen sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte. Es handelt sich um eine offene Herangehensweise, um die Einschätzung aus allen Perspektiven erfassen zu können.

Ausgewählte Literatur:
Lenk, K., Braun, A., Weichbrodt, M., Gottwald-Kobras, M, Schrüfer, G. & Brendel N. (eingereicht): Zwischenbericht zur Evaluation der iPad-Klasse.


Mobiles Lernen und Web 2.0 in der Ausbildung von Geographielehrer/-innen. (seit 2012)
Gabriele Schrüfer, Nina Brendel

Obwohl die Landesregierung NRW 2015 eine digitale Offensive in allen Schularten ausgerufen hat, herrscht unter Lehramtsstudierenden noch viel Verunsicherung gegenüber mobilen Endgeräten und web 2.0 im Geographieunterricht. Um die vielfältigen didaktischen Einsatzfelder von Mobilen Endgeräten und Web 2.0 im GU zu diskutieren, werden seit 2012 entsprechende fachdidaktische Seminare angeboten und in einer qualitativen Studie evaluiert. Ziel ist es, auf der Basis der Einschätzungen der Lehramtsstudierenden der Geographie zu digitalen Medien und web 2.0 im Geographieunterricht hochschuldidaktische Konzepte zu erarbeiten, die eine Medienkompetenz bzw. digital literacy bei angehenden Geographielehrer/-innen fördern.

Ausgewählte Literatur:
Brendel, N. & Schrüfer, G. (2014). Vernetzung, Bewertung und Reflexion. Einsatzmöglichkeiten mobiler Endgeräte im Geographieunterricht. Lernchancen, 101, 40-43.
Brendel, N. & Schrüfer, G. (2013). Mobiles Lernen und Web 2.0 in der Ausbildung von Geographielehrer/-innen. Von der Chance zur Förderung einer neuen Lernkultur in der universitären Lehrerbildung. In: Neeb, K., Ohl, U. & Schockemöhle J. (Hrsg.), Hochschullehre in der Geographiedidaktik. Wie kann die Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer optimiert werden? (pp. 97-104). Gießener Geographische Manuskripte.


Weblogs als digitale Reflexionstagebücher über Inhalte physischer Geographie (seit 2014)
Nina Brendel

In jüngerer Zeit haben sich besonders Weblogs als adäquates Medium bewiesen, um Schüler/-innen über Unterrichtsinhalte reflektieren zu lassen. Nicht nur die ubiquitäre Verfügbarkeit über mobile Endgeräte, sondern auch die Verknüpfung mit informellem Lernen und die Vernetzung innerhalb der Klasse sowie in einer Community of Practice zeichnen diese digitalen Lerntagebücher aus.
Um langfristige Effekte dieser Methode zu untersuchen, wurde der Einsatz von Weblogs als Reflexionstagebücher in einer Oberstufenklasse in NRW über ein halbes Schuljahr evaluiert. Dabei steht im Fokus, wie Schüler/-innen speziell über physisch-geographische Inhalte reflektieren und die Vernetzung mit der Community of Practice wahrnehmen.