© Foto DBG/Lavinia Meier-Ewert/Deutsche Bunsen-Gesellschaft

Ewald-Wicke-Preis 2019

Der Preis für Physikalische Chemie der Ewald Wicke-Stiftung für Nachwuchsforscher

Dr. Fabian Holzmeier erhält den Ewald-Wicke-Preis 2019 in Anerkennung seiner Beiträge zur Valenz- und Innerschalen-Photoionisation und Photoelektronenspektroskopie reaktiver Moleküle.

Dr. Fabian Holzmeier studierte Chemie an der Universität Würzburg und bearbeitete in seiner Masterarbeit und Promotion in meiner Arbeitsgruppe die Photoionisation und Photoelektronenspektroskopie reaktiver stickstoffhaltiger Moleküle mit Synchrotronstrahlung. Er wies nicht nur eine Reihe bislang unbekannter reaktiver Moleküle nach, wie Picolyl, Pyrrolyl und Azaborinine, sondern bestimmte den absoluten Photoionisationsquerschnitt von Cyclo-propenyliden und etablierte auch die Auger-Spektroskopie (an HNCO) als neue Methode in meiner Gruppe. Seine Daten sind von Bedeutung für die Verbrennungsforschung und die Astro-chemie, aber er bearbeitete auch Moleküle von grundlegendem Interesse z.B. für die Anorganische Chemie.
Er schloss seine Promotion in nur drei Jahren ab. Im Anschluss an seine Promotion ging er daher zunächst nach Paris und arbeitete dort am Synchrotron SOLEIL sowie am ISMO (Attolab), war am Aufbau eines Spektrometers für eine Attosekunden-Strahllinie beteiligt und studierte die Winkelabhängigkeit der Photoionisation als Funktion der Zeitverzögerung. In dieser Zeit führte er auch Experimente am Freien Elektronen Laser FERMI durch. Diese Arbeiten, in denen er eine Kontrolle der dissoziativen Photoionisation von H2 demonstrierte, wurden letztes Jahr in Phys. Rev. Lett. publiziert. Im Jahr 2018 erhielt er ein Marie Curie Stipendium und schloss sich der Gruppe von Mauro Nisoli am Polytecnico in Milano an. Hier widmet er sich verstärkt der Spektroskopie mit weicher Röntgenstrahlung und der Attosekundenspektrosko-pie. Für die Zukunft plant Herr Holzmeier, diese Techniken auf aktuelle physikalisch-chemische Probleme anzuwenden.

Prof. Dr. Ingo Fischer