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Wirtschaft
Wirtschaftliche Grundstrukturen und Entwicklungen
4. Wandel der Wirtschaftsethik
4.1. Die traditionelle Ethik

 

  Quelle: Martin Luther, An den christlichen Adel deutscher Nation, 1520  
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„Ich sehe nicht viel gute Sitten, die je durch den Handel in ein Land gekommen sind. [...] Aber das größte Unglück für die deutsche Nation ist gewiß das Kreditwesen. [...] Es besteht nicht viel länger als 100 Jahre und hat schon fast alle Fürsten, Stifte, Städte, Adel und Erben in Armut, Jammer und Verderben gebracht. Würde es noch hundert Jahre bestehen, so wäre es nicht möglich, daß Dtl. einen Pfennig behielte; wir müßten uns gewiß untereinander fressen. Der Teufel hat es erdacht, und der Papst hat aller Welt wehgetan, indem er es bestätigte. [...]

Hier müßte man wahrlich auch den Fuggern und dergleichen gesellschaften einen Zaum ins Maul legen. Wie ist's möglich, daß es göttlich und recht zugehen sollte, daß in einem Menschenleben so große, königliche Güter auf einen Haufen gebracht werden könnten? Ich kenne die Rechnung nicht. Aber das verstehe ich nicht, wie man mit 100 Gulden im Jahr zwanzig erwerben kann, ja, ein Gulden einen andern, und das alles nicht durch Ackerbau und Viehhaltung [...] Das weiß ich wohl, daß es viel gottgefälliger wäre, die Landwirtschaft zu mehren und den Handel zu mindern, und daß die viel besser tun, die nach der Schrift die Erde bearbeiten und ihre Nahrung darin suchen [...].“

Literatur aus: Martin Luther, An den christlichen Adel deutsche Nation. Versch. Ausgaben, u.a.: hg. von Ernst Kähler. Stuttgart (Reclam) 1993.

 

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