Einführung in die Frühe Neuzeit  
 
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Theorien der Frühen Neuzeit
Modernisierung - Zivilisierung - Disziplinierung
5. Habitustheorie und Kapitalbegriff (Pierre Bourdieu)

5.5. KAPITAL

von Reemda Tieben

B. unterscheidet hauptsächlich vier Formen von Kapital (weitere Kapitalarten können hinzukommen, wenn die entsprechenden Felder betrachtet werden):

  1. Ökonomisches Kapital: materieller Reichtum (im Gegensatz zu Marx, der als ökonomisches Kapital nur den Besitz von Produktionsmitteln definiert);
  2. Kulturelles Kapital: Drei Zustände von kulturellem Kapital sind zu nennen:
    1. in objektiviertem Zustand, z.B. in Form von Büchern, Gemälden usw.;
    2. in inkorporiertem Zustand: kulturelle Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensformen, die körpergebunden sind;
    3. in institutionalisierter Form: z.B. Bildungstitel.
  3. Soziales Kapital: Ausnutzung eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen zu anderen Akteuren, also Ressource, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruht;
  4. Symbolisches Kapital: kommt zustande mittels gesellschaftlicher Anerkennungsakte, d.h. also diese Kapitalart ist eine den anderen drei Kapitalarten übergeordnete Ressource. So ist das institutionelle kulturelle Kapital in Form von Bildungstiteln immer auch symbolisches Kapital, da es von den anderen Akteuren des Feldes anerkannt wird. Soziales Kapital ist immer auch symbolisches Kapital, da es auf Anerkennung angewiesen ist, um als Machtmittel einsetzbar zu sein. Symbolisches Kapital räumt den Akteuren einen „Kredit“ an Ansehen und damit ein bestimmtes Prestige ein.

Alle Kapitalsorten sind nach B. ineinander transferierbar.

Innerhalb der Felder wird um diese Kapitalformen und um die Legitimität der feldspezifischen Regeln gestritten und gekämpft, so dass ein „Kampffeld“ in ständigem Wandel begriffen ist. Die Akteure in den spezifischen Feldern arbeiten mit einer Strategie, um soviel Macht wie möglich in dem Feld zu erringen. Diese Strategien sind aber nicht die intentional ausgeführten Handlungen eines Subjekts, sondern die durch den Habitus hervorgerufene strategische Praxis, die aufgrund der Sozialisation von den Akteuren verinnerlicht wurde.

 

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